Kirche Steiermark
Kloster in der Dult schließt
- Die Zukunft des Gebäudes ist noch nicht entschieden. Gegenstände im Haus (Bilder, Kreuze, Handarbeiten, Möbel ...) können am 18. September ab 14 Uhr, und am 19. September ab 9 Uhr gegen eine Spende erworben werden.
- Foto: Archiv
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Maria Rast ist im 115. Jahr seines Bestehens nicht mehr zu halten.
Traurige Nachrichten kommen aus Gratkorn im Norden von Graz. Dort hat das Kloster Maria Rast der Barmherzigen Schwestern mit Ende August 2026 seine Tore geschlossen. Die Gründe: Kein Nachwuchs, zu viel Renovierungsbedarf am großen Gebäude und die Belastung durch immer weniger Schwestern und gleichzeitig immer mehr ältere Mitschwestern, die Betreuung benötigen. Das betrifft die gesamte Ordensprovinz, so die Hausoberin Schwester Roswitha Bauer.
Das Kloster Maria Rast wurde von den Barmherzigen Schwestern im Jahr 1911 gegründet; speziell als Ort für ältere Ordensfrauen. Die Hochblüte erlebte das Kloster im zweiten Weltkrieg, als viele vertriebene Ordensfrauen aus dem damaligen Jugoslawien dort Unterschlupf fanden. Mehr als 100 Mitglieder zählte der Konvent. „In all den Jahren war es den Schwestern ein Anliegen, mit und bei den Menschen zu sein. Das wurde deutlich etwa bei Besuchen von älteren und kranken Menschen sowie im gemeinsamen Feiern im Advent im Kloster“, so Schwester Roswitha Bauer.
Als die Zahl der Schwestern, aber auch deren Kräfte auf Grund des Alters abnahmen, wurde aus dem Gehen zu den Menschen ein Öffnen des Hauses für die Menschen. Viel Leben gab es etwa ab 2022 im Kloster, als ukrainische Vertriebene dort untergebracht waren. Dennoch ist es über die Jahre immer stiller geworden im großen Gebäude mit dem schönen Garten.
Fünf Ordensfrauen sowie Hausoberin Schwester Roswitha Bauer lebten zuletzt im Kloster Maria Rast. Mit 31. August siedelten sie in das Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in die Grazer Mariengasse. „Wir sind niemals am Ziel, sondern immer auf dem Weg“, zitiert Schwester Roswitha den Ordensgründer, den heiligen Vinzenz von Paul, mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Wenn das Wirken der Barmherzigen Schwestern hier in der Dult in Maria Rast zu Ende gehe, so bleibe dennoch die tiefe Verbundenheit im Gebet mit den Menschen in der Dult, in Gratkorn und darüber hinaus.
Thomas Stanzer
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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