Abschied
„Das beste Foto“ Trauer um Gerhard Ohrt
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„Wir brauchen das beste Foto!“ Nach einem verregneten Friedensgebet im Grazer Stadtpark brachten alle Tageszeitungen Bilder mit vielen glänzenden Regenschirmen aus der Vogelperspektive. Nicht so das Sonntagsblatt: Gerhard Ohrt zeigte eine Hand, die eine Kerze entzündet. „Fragt doch den Ohrt!“ – diese Aufforderung war auch sonst oft zu hören.
Am 23. August ist Gerhard Ohrt im hohen Alter von 94 Jahren verstorben. Aus Dresden gebürtig ist er aus der zerbombten sächsischen Hauptstadt in die Steiermark gezogen, in Graz hat er maturiert, eine geistige Heimat in der Katholischen Hochschulgemeinde unter Dr. Reichenpfader gefunden, geheiratet und seine Familie begründet. 1957 wurde er von Prof. Anton Fastl als Fotograf für das Sonntagsblatt „entdeckt“ – eine Aufgabe, der er sich 40 Jahre gewidmet hat: meisterhaft, mit viel Feingefühl, diskret hat er die Entwicklung der Diözese und Pfarren unter den Bischöfen Josef Schoiswohl und Johann Weber fotografisch und redaktionell dokumentiert.
Zu seiner ursprünglichen Heimat hat Herr Ohrt auch in schwierigen Zeiten Kontakte geknüpft: Er war ein Wegbereiter der Ökumene und hat zum Beispiel geholfen, dass aus Österreich gute Beziehungen zu den Katholischen Studentengemeinden in der DDR gepflegt werden konnten. Gott möge es ihm vergelten.
Heinrich Schnuderl
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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