Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Mutworte - Christa Carina Kokol
Eine himmel-blaue Geschichte

Nach einer gefühlten Ewigkeit, bin ich endlich wieder zwischen Weingärten und Schmetterlingswiesen gelandet. Schön – bis ich bemerke, dass sich mein blauer Lieblingssweater verselbstständigt hat. Meine eingetrübten Gedanken kreisen von nun an unaufhörlich um das gute Stück. Ich mache mich erneut auf den Weg, doch da ich nur auf das Blau meiner Jacke fixiert bin, sehe ich weder die im Sonnenlicht gaukelnden blauen Falter noch die blauen Weintrauben im bunten Laub. Ein Telefongespräch, in dem...

  • 06.10.21

Schlusspunkt von Józef Niewiadomski
Gott gefunden

Jahrelang haben sie zusammen bei ihrem Meister studiert, mit ihm auch stundenlang meditiert. Als die Studienjahre vorbei waren, brachen drei seiner besten Schüler auf. Sie wollten die Welt erkunden und Lebenserfahrungen sammeln. Sie schworen einander aber, sich nach zehn Jahren wiederum bei ihrem Meister zu treffen. Um Bilanz zu ziehen. So kamen sie also nun wieder. Erkannten aber den Meister kaum. Gealtert und krank, lag er auf seinem ärmlichen Bett. Sie mögen sich um das Bett herum...

  • 04.10.21

Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
I bin eh do – auf Gott ist Verlass

Mit einem Steira-Bibel-Riegel wird uns am Ende der drei Bibeljahre Kraft fürs Leben gegeben. Wer ihn auspackt, bekommt auf Kärtchen oder Lesezeichen Worte unserer Heiligen Schrift in steirischer Mundart. Weil wir im Dialekt oft etwas direkt ausdrücken, so wie es aus dem Herzen kommt. Am brennenden Dornbusch hat sich Gott dem Mose mit einem schwer übersetzbaren Namen vorgestellt: Ich bin der „Ich-bin-da“. Im Bibel-Riegel heißt es einfach: „I bin da i bin eh do.“ Das klingt nach Vertrauen. „I bin...

  • 29.09.21

Offen gesagt -
Auf dem letzten Weg

Warum braucht es Hospize? Der Wunsch nach Sterben in vertrauter Geborgenheit zu Hause ist leider trotz verschiedener mobiler Dienste nicht immer möglich – dann ist ein Hospiz eine „gute Alternative“. Hospizeinrichtungen sind Orte, wo PatientInnen mit ihren An- und Zugehörigen ohne Hektik bis zum Lebensende sein können. Im Fokus ist das Leben. Wir wollen möglichst viel Lebensfreude und Genuss „trotzdem“ ermöglichen helfen. Im Zimmer ist der kranke Mensch Chef – er gibt vor, was wann und mit wem...

  • 29.09.21

Positionen - Karl Veitschegger
Vielleicht diesmal

„Vatikan plant Kirchenreform. Es gilt die Unschuldsvermutung.“ Dieses boshafte Wort schrieb ich vor vielen Jahren in mein Notizheft, lange vor dem Amtsantritt von Papst Franziskus. Denn ihm glaube ich, dass er wirklich Reformen will. Aber gelingen sie? Franziskus ist ein spiritueller Mensch und spürt oft sehr gut, wie das Korsett von Doktrin und Kirchenrecht christliches Leben heute hemmt. Aber er ist kein Wojtyła-Papst, der „von oben herab“ ein neues Kirchenrecht und einen neuen Katechismus...

  • 29.09.21

Mutworte - Franz Troyer
Engel beherbergen

„Wie heißt die erste namentlich bekannte Christin Europas?“ lautete vor Jahren eine Frage in einer bekannten Quizshow. Es ist die Purpurhändlerin Lydia. Sie steht als Frau einer großen Hausgemeinschaft vor. Gerade im Blick auf die damals patriarchale Gesellschaft fällt dies auf und deutet auf einen größeren Besitz hin. Sie ist keine geborene Jüdin, wohl aber Sympathisantin des Gottes Israels. Paulus und Lydia treffen in Philippi aufeinander. Lydia scheint eine entschlossene Frau zu sein. Sie...

  • 29.09.21

Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
Prophetische Stimmen haben es schwer

Prophet zu sein war nie ein leichter Job. Prophetinnen und Propheten sind keine Hellseher. Sie sehen aber weiter und tiefer. Ihre Stimmen können aus der Politik kommen oder den von der Politik Unterdrückten. Sie können aus Kunst und Literatur kommen oder aus den Medien. Sie können aus der Kirche und innerhalb der Kirche zu hören sein. Gerade dann werden sie versuchen, mit den Augen Gottes die Zeit zu betrachten. Es gibt echte und falsche Propheten. Falsche Propheten sind oft die billigen...

  • 22.09.21

Offen gesagt - Mag. Matthias Keil
Zu einem größeren Wir

Wozu gibt es einen „Sonntag der Völker“? Der „Sonntag der Völker“, der heuer auf den 26. September fällt, will auf die Vielfalt der Nationen innerhalb der römisch-katholischen Kirche aufmerksam machen. Der Tag soll uns bewusst machen, dass katholisch nicht nur steirisch heißt, sondern dass wir einer Weltkirche angehören. In Graz feiern wir das mit einem Gottesdienst im Dom zusammen mit anderssprachigen Gemeinden. Wie es auch deutschsprachige Gemeinden in anderen Ländern der Welt gibt, haben wir...

  • 22.09.21

Positionen - Monika Prettenthaler
Durcheinanderwirbeln

Es ist wieder soweit: Bunter werdende Blätter – nicht nur auf den Bäumen, sondern auch auf dem Boden. Herbst. Richtig dynamisch wird es, wenn der Herbstwind alles durcheinanderwirbelt und die Farbenpracht des Laubes dann auch an unerwarteten Orten zu finden ist … Eine ganz andere Kraft, die belebend durcheinanderwirbelt, ist für mich Kunst. KünstlerInnen oder auch GestalterInnen von Ausstellungen schaffen es oft in beeindruckender Weise, eingefahrene Denk- und Sehweisen zu irritieren – auch und...

  • 22.09.21

Mutworte - Christa Carina Kokol
Mehr als ein Tropfen Taufwasser

Nur kurz hineinschauen wollte ich in eine niederösterreichische Pfarrkirche. Da landete ich mitten in einem Gottesdienst, wobei mir die Stimme des dortigen Pfarrers (?) äußerst bekannt vorkam. Doch es war nicht der Pfarrer, der angesichts der Flüchtlingstragödien predigte, sondern Kardinal Christoph Schönborn. Darauf setzte sich eine kleine Prozession in Gang – geradewegs zu mir – oder besser zum Taufbecken, neben dem ich zufällig Platz gefunden hatte. Ein etwa vierjähriger dunkelhaariger Junge...

  • 22.09.21

Schlusspunkt von Józef Niewiadomski
Sorge Dich nicht!

„Das gibt es doch nicht!“ Der Einsiedler traute kaum seinen Augen. Er schaute gerade einem Sperber zu. Dieser hat ein Stück Fleisch in kleinste Stücke gerissen, trug diese zum Nest und fütterte damit seine Kleinen. Doch dann? Dann sah der Vogel eine kleine Krähe. Verletzt lag diese unter dem Baum. So fütterte der Sperber auch die Krähe. „Wenn dies nicht ein Zeichen von Gott ist?“, dachte der fromme Einsiedler. „Die Botschaft ist mehr als eindeutig. Selbst die kleine verletzte Krähe hat Gott...

  • 16.09.21

Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
Am Kreuz sitzen die Nägel locker

In unserer Kirche haben wir ein kaputtes Kreuz renovieren lassen. Gleich als ich es nach der Erneuerung der Gemeinde gezeigt habe, war schon wieder ein Nagel herausgegangen. Das hat mich geärgert, so schnell nach der Renovierung. Es hat mich aber auch an eine Geschichte erinnert. Sie handelt von einem Kreuz, bei dem der rechte Arm des Gekreuzigten sich vom Nagel gelöst hat und lose herabhängt. Dazu wird erzählt, dass ein Priester einem Sünder, der immer wieder in den gleichen Fehler zurückfiel,...

  • 15.09.21

Offen gesagt-Dipl.-Ing. Monika Schöner
Am Land ohne Auto?

Warum ich (nicht immer) Rad fahre und was das mit meinem Glauben zu tun hat? Ehrlich gesagt, ich radle viel, weil ich zu faul zum Gehen bin. Ich trage nicht gerne Einkaufstaschen. Also nehme ich oft das Rad, gerne auch in Kombination mit der Bahn, vor allem zum Pendeln zwischen Kapfenberg und Hönigsberg. Notfalls greife ich aufs Auto zurück, oft auf Carsharing-E-Autos. So ersparen wir uns in der Familie ein Zweit-Dritt-Viertauto. Wer am Land auf kein Auto zurückgreifen kann, ist immer noch arm...

  • 15.09.21

Positionen - Leopold Neuhold
Überheblichkeit

„Gott ist groß, der Mensch ist klein, ich muss da wohl dazwischen sein!“ Dieser Spruch war auf einer Mauer in Graz zu lesen. Diese darin zum Ausdruck gebrachte Selbsterhöhung so mancher Person ist aber nicht nur zu lesen, sondern vielfach auch zu spüren. Überheblichkeit zeigt sich etwa darin, dass diese Personen glauben, alles zu 100 Prozent zu wissen, und andere Meinungen als die ihren nicht gelten lassen. Es gibt kein Mehr oder Weniger, es gibt nur ein Alles bei uns und Nichts bei den...

  • 15.09.21

Mutworte - Elisabeth Rathgeb
Den Rhythmus des Lebens spüren

Ich grabe Löcher in den Boden und pflanze Dahlienknollen ein. Die alten Wurzeln sind groß und schwer. Am Gartenzaun steht meine kleine Nachbarin und schaut mir eine Weile zu. Dann fragt sie ganz ernst: „Warum tust du das?“ Ich muss lachen. Gute Frage: Warum tue ich das? Weil ich möchte, dass hier Blumen blühen. Weil ich mich daran freuen kann. Und vielleicht auch alle, die hier vorbeigehen. Sie ist zufrieden. Es gibt noch viele Gründe, von denen ich ihr nichts erzähle: Dahlien erinnern mich an...

  • 15.09.21

Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
Die Schulzeit hat ein Ende, die Schule nicht

Wir alle haben einmal angefangen, in die Schule zu gehen. Vielleicht stolz mit der Schultüte am ersten Schultag überhaupt. Oder etwas aufgeregt am ersten Unterrichtstag mit neuen Kolleginnen und Kollegen im Gymnasium. Jahre später gab es dann die Schulentlassung oder die Reifeprüfung. Doch haben wir damit wirklich aufgehört, in die Schule zu gehen? Wir haben hoffentlich nicht aufgehört zu lernen. Wir lernen nicht für die Schule, sondern für das Leben, wurde uns vielleicht schon in der Schulzeit...

  • 08.09.21

Offen gesagt - MMMag. Gertraud Salzmann
Was sagen Sie zur gestiegenen Zahl von Schulabmeldungen?

Wir von der Vereinigung Christlicher Lehrerinnen und Lehrer (VCL) sind besorgt und befürchten, dass dies eine Folge der Ablehnung von Corona-Sicherheitsvorkehrungen in den Schulen ist. In einer dem Coronastress geschuldeten Mischung aus Angst und Euphorie mögen manche Eltern glauben, die vielfältigen professionellen Leistungen einer Schule auch zu Hause erbringen zu können. Damit überschätzen die allermeisten aber ihre eigene Kompetenz und Kraft beträchtlich. Die für Eltern und Schüler sehr...

  • 08.09.21

Positionen - Elisabeth Wimmer
Auf der Murmelbahn

Wieder einmal gab’s eine Diskussion bei Tisch. Es ging ums Klima. Wieso denn so ein Getue gemacht werde um die Klimaziele: dass der Temperaturanstieg durch Treibhausgase unbedingt auf nur 1,5 Grad begrenzt werden soll. Das müsse man ja wohl nicht so genau nehmen, ein Grad mehr oder weniger, was sei das schon, Pariser Klima-Abkommen hin oder her. „Aber sonst kippt alles“, sagt jemand, „und dann gibt’s kein Zurück, und wenn wir uns noch so sehr abkühlen wollten.“ Schwierig, schwierig, dachte ich....

  • 08.09.21

Mutworte - Christa Carina Kokol
Vor Schularbeiten beten?

Auf einer Straße, die von der Schule ins Zentrum führt, ist in großen Lettern zu lesen: „Einen guten Tag wünscht die 3c.“ Und fünf Schritte weiter „Du bist wertvoll“, „Du schaffst das“, „Du wirst geschätzt“… Schön, wenn mir Gutes auf den Weg gelegt wird. In einem seiner Bücher stellt sich Bischof Helmut Krätzl den Fragen von Jugendlichen. „Stimmt es, dass ein Kreuzzeichen bei der Schularbeit hilft?“, fragt ein Vierzehnjähriger. Krätzl antwortet, dass viele Menschen vor Schularbeiten und anderen...

  • 08.09.21

Aus meiner Sicht - Dr. Herbert Meßner
Bibel und Eucharistie: Täter gesucht!

Auf eine Bibelfestwoche können wir uns in diesem Monat freuen. Das Sonntagsblatt will Appetit darauf machen und stellt die vielfältigen Angebote dieser Woche vor. Eine Bibelfestwoche kann bedeuten, dass die Bibel im Mittelpunkt eines Festes steht. Sie kann uns aber auch helfen, dass wir bibelfest werden. Dass wir uns besser an, aber auch in unseren heiligen Schriften orientieren können. Dazu ist mir ein Wort aus dem Jakobusbrief von einer Lesung am vergangenen Sonntag hängen geblieben: „Werdet...

  • 01.09.21

Offen gesagt
Noch alles offen

Wie geht es in Afghanistan weiter? Ich glaube, dass niemand vorhersehen kann, wie sich das entwickelt. In der Tat ist es so, dass die ersten Pressestatements der Taliban moderat klingen. Es gab Berichte über Mädchenschulen, die doch nicht geschlossen worden sind, und Ähnliches. Dazu muss man sagen: Die Taliban haben medientechnisch gelernt. Das ist sicher ein Unterschied zwischen der Gruppe der Taliban, die 1996 bis 2001 die Herrschaft in Afghanistan hatte, und der jetzigen Gruppe von Taliban....

  • 01.09.21

Positionen
Wenn ich auf Zitatensuche bin

Bei der Vorbereitung auf die Sonntagspredigt oder einen zu schreibenden Artikel suche ich oft nach einem passenden Zitat in der Literatur. Das erfordert mitunter viel Geduld und vor allem Zeit. „Du könntest das doch viel bequemer haben!“, sagte mir durchaus wohlwollend ein Kollege und verwies auf die Möglichkeit des Internets, wo man innerhalb kürzester Zeit auf ein entsprechendes Stichwort hin das erwünschte Zitat finden könne. Und da denke ich an die Erfahrung eines Bergwanderers. Dieser kann...

  • 01.09.21

Mutworte - Anna Schreiber
Lücke und Liebe

„Mein Mann ist vor knapp einem Jahr gestorben – nach 42 gemeinsamen Jahren. Im nächsten Monat habe ich einen runden Geburtstag. Mir ist richtig bange vor diesem Tag – ohne meinen Mann.“ Als ich Ihren Brief gelesen hatte, bin ich erst einmal sehr still geworden. Welche Fülle, welcher Reichtum – und welcher Riss im Leben. Schon fast ein Jahr leben Sie weiter, mit dem Tod Ihres Mannes. Sie werden in diesem Jahr viel erlebt und durchlebt haben. Sie werden unterschiedlichste Phasen des Trauerns...

  • 01.09.21

Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
Das spezifisch Christliche für die Schöpfung

Den 1. September begehen wir als „Tag der Schöpfung“. Eine Anregung, die wir der orthodoxen Kirche verdanken. Schöpfungsengagierte haben dem Gedanken mehr Zeit gegeben: Bis zum 4. Oktober, dem Namenstag von Franz von Assisi, ist Schöpfungszeit. Das Thema hat unter vielen verschiedenen Namen Konjunktur. Wie so oft scheint es Kata- strophenszenarien zu brauchen, um auf die Dringlichkeit des Handelns aufmerksam zu werden. Wie so oft gibt es gefährliche Beschwichtiger, gefährliche Angstverstärker...

  • 25.08.21
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