Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Pannonische Wende
- hochgeladen von martinus Redaktion
Die Wahlen in Ungarn, in unserer alten Heimat, sind geschlagen. Ob diese einen Zukunftsschub bringen? Es gibt Hoffnung für unsere Nachbarn und für unser Burgenland. Als „Westungarn“ verstehen wir 70 Jahre nach 1956 und knapp 100 Jahre nach der Trennung besser. Das Ungarische steckt tief in uns. Außerdem, wie würde bei uns das tägliche Leben ohne Ungarn funktionieren? Nicht nur Arbeitskräfte und Einkaufskraft würden fehlen, die Infrastruktur würde zusammenbrechen, Dienstleistungen ausbleiben, Spitäler, Ordinationen und das Leben würden stillstehen. Auch die Diözese Eisenstadt würde es ohne die alten Diözesen Györ und Szombathely nicht geben. Unsere Geschichte ist die Geschichte Ungarns, vor dem Kommunismus. Autokratie, Rechtspopulismus, Korruption, die Untergrabung von Rechtsstaatlichkeit und Meinungsäußerung, die Machtanhäufung sind die geraubten Seelen der Menschen in einer beklemmenden Zeit. Das alles hat die Gesellschaft gespalten und den Jungen die Zukunft geraubt. Und doch: sie haben gewählt! Ob die Kirche ihre Verantwortung für die Getäuschten und Belogenen wahrnimmt und die Demokratie gut vorantreibt? Auch das hat mit ihrer Glaubwürdigkeit zu tun, weltweit.
P. Karl Schauer OSB
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.