Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Offen gesagt - Peter Hochegger
Mut zur Verantwortung

Zum Tag der Arbeit (1. Mai): In diesem Jahr steht der 1. Mai im Schatten globaler Spannungen und wirtschaftlicher Herausforderungen. Kriege erschüttern die internationale Ordnung mit weitreichenden Folgen. Steigende Energiepreise treffen besonders jene, die ohnehin mit knappen Ressourcen leben müssen. Für viele Familien wird das Leben spürbar teurer, während Unsicherheit und Zukunftsängste wachsen. Gleichzeitig belastet die anhaltende Inflation breite Teile der Bevölkerung. Was über Jahre...

  • 22.04.26

Positionen - Svjetlana Wisiak
Lass sie, lass mich

Neulich stieg ich telefonierend in eine nahezu leere Straßenbahn. Manchmal sind Wege von A nach B die einzige Gelegenheit, von meiner Familie zu hören, die ich nur selten sehe. Das konnte die Dame, die kurz darauf zustieg, natürlich nicht wissen. So verlieh sie ihrem Unmut über mein Telefonat mit Schleudertrauma auslösendem Kopfschütteln Ausdruck – während sie sich genau auf den Platz vor mir hinsetzte. Bald ergänzte Schnaufen ihre Gesten, was meiner Phantasie unweigerlich das Bild einer...

  • 22.04.26

Mutworte - Ruth Zenkert
Mitglied im CLUB E

Grinsend stehen ein paar Burschen am Zaun. Gerade haben sie die Müllcontainer der Schule in den Bach des kleinen rumänischen Dorfes gestoßen. Stefan führt die Bande an. Abends streunt er mit seinen Freunden herum. Oft landen sie in der Bar. Damit nicht alle Jugendlichen in die Bande schlitterten, haben wir einen Jugendclub eröffnet. Rauchen und Alkohol ist verboten. Die Attraktion: ein Billardtisch. Stefan und seine Freunde kamen vorbei, lachten über den „Kindergarten“, bedrohten die Mädchen...

  • 22.04.26

Sonntag - 19. April 2026
Nicht Sicher

Es ist nicht sicher, ob Gott uns liebt! Es ist nicht sicher, dass es heute Abend wird und morgen wieder ein Morgen. Es ist nicht sicher, dass künstliche Intelligenz uns weise macht. Es ist nicht sicher, dass Reichtum und Gier glücklicher machen. Kriege machen sicher keinen Frieden, sie bringen Vernichtung und Zerstörung, den Tod der Seelen und eine Zukunft, deren Untergang schon besiegelt ist. Sicherheiten sind unsicher geworden. Auch die Kirchen geben kaum Sicherheiten, ihre Rede von Gott...

  • 16.04.26

DENK_MAL
Hinaus mit mir

Ich bin ein Frühlingskind – daran habe ich keinen Zweifel. Für mich beginnt das Neujahr nicht im Jänner, wenn es draußen kalt und grindig ist und der Schnee vielleicht noch an die Fensterscheibe klopft, sondern erst mit der wärmeren Jahreszeit. Entdecke ich im März und April die ersten Blätter und Blüten an den Bäumen und Stauden, atme ich zunächst einmal kräftig durch, genieße die Natur und lasse sie auf mich wirken – auch wenn es noch nicht so warm ist. In mir breitet sich eine gewisse...

  • 16.04.26

FEDER_SPIEL
Maß und Ziel

Die Fastenzeit ist vorbei, man kann also getrost wieder aufs Verzichten verzichten und die Osterzeit feiern. Was nachwirken könnte und sollte, sind die guten Gewohnheiten, die sich nach der 40-tägigen Einübung schon ganz selbstverständlich und leicht anfühlen. Hoffentlich. Es geht nämlich nicht um einen ganzjährigen mühsamen Verzicht auf dieses und jenes, sondern um die grundsätzliche Haltung der Genügsamkeit. Das richtige Maß zu finden, wie es eine der vier Kardinaltugenden empfiehlt, ist...

  • 16.04.26

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
In Wörtern zu Hause

Buch für Buch füllte sich mein Regal, seit ich „endlich“ Lesen gelernt hatte. Auf der Heimfahrt von der Buchhandlung in der Stadt war die neueste Errungenschaft schon halb ausgelesen, erinnern sich meine Eltern an mich, ihre Tochter, die Leseratte. Schnell machte mich meine Mutter mit den heiligen Hallen der örtlichen Bücherei bekannt. Im Gymnasium entdeckte ich die Schulbibliothek als persönliches Paradies. In Wörtern und zwischen Buchseiten fühle ich mich zu Hause. Lesen ist wie Atmen. Wir...

  • 15.04.26

Offen gesagt - Eva Rossmann
Zwischen Buchdeckeln

Zum Welttag des Buches (23. 4.) fragen wir eine Autorin: Warum lesen Sie? Weil es wohl nirgendwo mehr zu entdecken gibt als zwischen zwei Buchdeckeln. Es ist so individuell, alle haben wir unsere eigenen Bilder im Kopf, wenn wir lesen. Und gleichzeitig verbindet es mich mit den Menschen, die das gleiche Buch auch gelesen haben. Sobald ich als Kind endlich diese Zeichen zu Geschichten zusammensetzen konnte, habe ich gelesen. Viel. Überall. Daran hat sich nichts geändert. Heute ist Lesen Teil...

  • 15.04.26

Positionen - Karl Veitschegger
Er fehlt mir

Am 21. April jährt sich sein Todestag. Von den sieben Päpsten, die ich bisher erlebte, war er mir der liebste: Franziskus. „Todos, todos, todos!“ — alle sollen die Liebe Gottes spüren: Gefangene, Geflüchtete, Menschen in kirchenrechtlich „irregulären Beziehungen“, queere Menschen … Darum ging es ihm. Sakramente verstand er nicht als Belohnung für „Brave“, sondern als Hilfe für jene, die sich mit dem Leben und oft auch dem Christsein schwertun. Synodalität, gemeinsames Suchen und Finden, sollte...

  • 15.04.26

Mutworte - Josef Promitzer
Gott retten

Papst Leo erwähnt sie öfters in seinen Ansprachen. Die Rede ist von Etty Hillesum (1914–1943), einer jüdischen Denkerin, die während der deutschen Besetzung der Niederlande Tagebuch führte. Hillesums Aufzeichnungen gewähren Einblicke in ihr Inneres und zeigen, was in der Zeit des Zweiten Weltkriegs in menschlicher und geistlicher Hinsicht in ihr vorging. In einem Eintrag vom 12. Juli 1942 formulierte sie: „Es ist das Einzige, auf das es ankommt: ein Stück von dir in uns selbst zu retten, Gott.“...

  • 15.04.26

Aus meiner Sicht - Helmut Schmidt, Geschäftsführer
Neue Kraft

Hand aufs Herz: Wer von uns mag Veränderungen wirklich? Ich erwische mich oft dabei, wie ich mir wünsche, die Zeit einfach anzuhalten. Wenn es mal rundläuft, soll bitte alles genau so bleiben. Doch das Leben fragt uns nicht. Es wirbelt uns durcheinander. Es bricht Gewohnheiten auf und stellt uns vor Aufgaben, die wir uns nicht ausgesucht haben. In einer Predigt, die mir vor kurzem jemand geschickt hat, hat Bruder Paulus Terwitte genau diesen Punkt betont. Er sagt: Wir nutzen Gott oft als eine...

  • 08.04.26

Offen gesagt - Karl Veitschegger
Befreiendes Lachen

Haben Sie zu Ostern gelacht? Ja, in der Familie bei der Osterjause haben wir herzhaft gelacht, auch wenn die Trauer über liebe Verstorbene noch wehtut und es in der Welt derzeit wenig zu lachen gibt (und da meine ich nicht das Gejammer an den Zapfsäulen). Im Ostergottesdienst wurden bei uns keine Witze erzählt, wie das vor allem die Prediger im Mittelalter taten, die mit derben Späßen die Gläubigen zum lauten „Osterlachen“ (risus paschalis) bringen mussten, indem sie auf der Kanzel hüpfend eine...

  • 08.04.26

Positionen - Theresia Heimerl
Ein Osterei

„Erlöster müssten mir seine Jünger aussehen“, schrieb einst Friedrich Nietzsche mit dem ihm eigenen Spott über die Christen. Als ich in jungen Jahren diesen Satz zum ersten Mal las, fühlte ich meine kindliche Wahrnehmung in Worte gefasst. Unvergessen sind mir die strengen, missbilligenden Blicke der alten Frauen und Männer, sobald ich nicht wie versteinert in der Kirchenbank saß. Mittlerweile frage ich mich, ob Nietzsche (und ich) nicht zu viel erwartet haben: Sind die strengen Gesichter in der...

  • 08.04.26

Mutworte - Sabine Petritsch
Vom Mut, keine Marionette zu sein

Rafik Schamis Kinderbuch „Meister Marios Geschichte“ erzählt von Marionetten, die vorgegebene Rollen spielen, die sie nicht mögen. Sie fassen den Mut und befreien sich davon. Die Puppen durchschneiden den Faden, plumpsen auf den Boden und lernen langsam, sich aufzurichten, sich zu spüren und sich des neu gewonnenen Spielraums gewahr zu werden. Es ist ein Akt der Selbstständigkeit. Beachtlich finde ich, dass sie sich nicht von Mario, dem Marionettenspieler, befreien, sondern in eine neue...

  • 08.04.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Aufstand zum Leben

Mit Ostern provoziert Gott den Aufstand zum Leben. Die Auferweckung des Gekreuzigten und seine Auferstehung sind immer Tat Gottes. Die Menschen machen keine Auferstehung, auch die Glaubenden nicht. Aber sie leben die österliche Wirklichkeit und vertrauen, wie Maria von Magdala und die Jünger beim leeren Grab, im Abendmahlssaal und auf ihren Emmauswegen. Sie sehen, erkennen und glauben. Und sie feiern die Erlösung: Das Leben in der Begegnung mit dem menschgewordenen, gekreuzigten, auferstandenen...

  • 07.04.26

DENK_MAL
Simon von Cyrene

Im Stift Heiligenkreuz findet jedes Jahr ein barrierefreier Kreuzweg – benannt nach Simon von Cyrene – statt. Mittlerweile nehmen viele Menschen daran teil, die ihr „persönliches Kreuz“ zu tragen haben. Das Nachgehen der Stationen und das offene, einfühlsame Ansprechen jener Gedanken, die die teilnehmenden wahrscheinlich in sich spüren, lässt immer eine einzigartige Spiritualität zu. Das am Ende die Auferstehungsstation und der persönliche Segen mit der Kreuzreliquie eine Stärkung bedeuten,...

  • 07.04.26

FEDER_SPIEL
Ja, darf man das!

Ins Osternest lege ich Ihnen kein Ei (davon haben Sie sicher genug), sondern eine Geschichte. Die Geschichte einer Firmgruppe. Einer katholischen Firmgruppe in Österreich, die den guten Plan hatte, sich mit dem Glaubensbekenntnis zu beschäftigen. Das taten die Firmlinge unter Anleitung der Firmbegleiter:innen auch. Vor der Idee, es gemeinsam in die eigene Sprache zu übersetzen, schreckten die Begleiter:innen jedoch zurück. Der Grund? Dann müssten sie sich ja der Frage stellen, was die einzelnen...

  • 02.04.26

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Oster-Ohren

Man steht früh auf, macht Frühstück und will beim Kaffeetrinken Musikhören, um wach zu werden. Doch mit dem Einschalten des Radios kommt ein mulmiges Gefühl. Vielleicht kennen auch Sie den Moment, wenn die Ohren sagen: Die Welt, sie ist ein Trümmerhaufen. „Was tun?“, frage ich mich: Weghören? Ausschalten, um einem drohenden Stimmungs-tief zu entkommen? Oder die schlechten Nachrichten vernehmen? Ich schalte ab – sowohl das Rundfunkempfangsgerät als auch gedanklich – und begebe mich auf eine...

  • 01.04.26

Offen gesagt - Br. Thomas Hessler OSB
Anfangen und Aufhören

Ostern – ein neuer Anfang? Ostern ist für mich die Kunst, gemeinsam einen neuen Anfang zu wagen. Es gibt diese Situationen – im Betrieb, im Freundeskreis, der Kirche oder im Sportverein: „Mit dem oder der, oder aber auch mit mir selbst ist nichts anzufangen.“ Ich denke mir: Man kann nichts anfangen, wenn man nicht aufgehört hat. Aufhören und anfangen hängen eng miteinander zusammen. Wenn es zu Ostern um einen neuen Anfang geht, ist es wichtig, in der Woche davor – also jetzt in der Karwoche –...

  • 01.04.26

Positionen - Christian Teissl
Jahr für Jahr

„Komm abends in den österlichen Garten,/ sieh blühend die Magnolie stehn,/ ihr Rosa ist noch ungewiß, wie ein Erwarten,/ durch das errötend ängstliche Gedanken gehn.“ An diese Verse des Grazer Dichters Rudolf Stibill muss ich jedes Jahr denken, wenn die Magnolienbäume erblühen. Ihre Blütezeit ist kurz, ihre Blütenpracht schnell dahin. Das Gedicht findet dafür ein stimmiges Bild: „Fast meinst du, leise unter sie getreten,/ es sei ein Flug von Vögeln, seltsam scheu und leicht,/ der schwirrend...

  • 01.04.26

Mutworte - Christa Carina Kokol
Dornenblüten

Die Vorbereitung auf Ostern begann in meiner Kindheit mit einer gezeichneten Dornenkrone. Doch dann fing es erst richtig an: Wenn ich etwas Gutes geteilt, meiner Oma geholfen, eine Biene gerettet, mich für Fehler entschuldigt oder die kranke Nachbarin besucht habe … , durfte ich aus den Dornen bunte Blumen malen. Es fühlt sich befreiend an, wenn aus schmerzhaften Stacheln ein fröhlich-heilsamer Blütenkranz ersteht. Auch durch mich und meine Entscheidungen. „Jesus ist Gottes JA zu den Menschen.“...

  • 01.04.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Brennender Dornbusch

Die Rede ist von der Heiligen Woche oder Karwoche. Der Palmsonntag drängt auf den Ostersonntag, den Tag der Auferstehung Christi, von den Christen fünfzig Tage in der Osterzeit und am Sonntag gefeiert. Die Karwoche ist anders als alle anderen Wochen des Jahres, sie durchbricht die Zeit. Nie ist Gott den Menschen näher als in diesen Tagen. Die Einsamkeit und Gottesfinsternis, die im Spott des Gekreuzigten keine Antwort finden; die Verfinsterung der Welt und die Nacht des Totenreiches und der...

  • 26.03.26

DENK_MAL
„Sie muss fasten“

Unlängst war ich auf einer Fachtagung in der Arbeiterkammer Wien. Ich war als Vertreterin der Katholischen Aktion anwesend, mit mir ein zweiter Vertreter einer katholischen Institution, mit dem ich mich persönlich gut verstehe. Zur Kaffeepause verströmten die bereit gestellten Mehlspeisen einen verführerischen Duft. Nun ist es aber so, dass ich in der Fastenzeit nichts Süßes esse, also nahm ich nichts davon. Der Kollege erklärte mitfühlend lächelnd in der Runde, warum ich nur mit meiner...

  • 26.03.26

FEDER_SPIEL
7 Sakramente für Alle

Kardinal Jean-Claude Hollerich von Luxemburg findet als Vizepräsident des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) international Gehör. Als er bei einem Symposion an der Universität Bonn auf das Thema Weihe von Frauen zu sprechen kam, gab es Resonanz über die Grenzen Deutschlands hinweg. Er sagte: „Ich kann mir auf Dauer nicht vorstellen, wie eine Kirche bestehen kann, wenn die Hälfte des Volkes Gottes leidet, weil sie keinen Zugang zum geweihten Dienst hat.“ Mit der Hälfte des Volkes...

  • 26.03.26

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