Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Positionen - Karl Veitschegger
Die Brezel

Sie ist seit Jahrhunderten eine beliebte Fastenspeise aus Mehl, Salz, Hefe und Wasser. Ein Mönch in Südfrankreich soll sie vor 1400 Jahren erfunden haben. Ihr Name kommt vom lateinischen „brachiolum“ (dt. „Ärmchen“). Denn ihre Form erinnert an die Haltung von Mönchen, die beim Gebet ihre Arme vor der Brust kreuzen. Und damit sind wir schon bei ihrer Symbolik: Hält man eine Brezel ins Sonnenlicht, strömt dreifach Licht durch ihre „Öffnungen“ – ein Hoffnungszeichen. So verschlungen unser Leben,...

  • 04.03.26

Mutworte - Sabine Petritsch
Mutige Fragen

Ich sitze in einem Austausch über Führungskompetenz für Gegenwart und Zukunft. Lösungsorientiertheit steht im Fokus. Immer wieder geht bei Beispielen die Frage in die Runde: Was brauchst du, um zu einer guten Lösung zu kommen? Ich spüre mein Fremdsein in diesem Kontext und es fällt mir schwer zu benennen, was mein Unbehagen auslöst. Ich erlebe die Gruppe in einer Freude darüber, dass sie eine Lösung nach der anderen generiert. Ich versuche mitzuspielen. Ja, ich sehe es als Spiel, und bin Teil...

  • 04.03.26

DENK_MAL
Wer braucht ein Verbot?

Wunderbares Social Media! Wir kommunizieren mit Menschen, die wir sonst nie treffen. Wir erhalten Informationen, die uns bislang verborgen blieben. Aber wie so vieles hat auch Social Media seine dunkle Seite: Wir werden überschwemmt von Botschaften und Verlockungen. Die Unterscheidung zwischen Wahrheit und Fake fällt oft schwer, das Abschalten noch mehr. Das kann Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung schwer beeinträchtigen. Da scheint eine Lösung nahe zu liegen: Ein Verbot muss her! Aber...

  • 26.02.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Freude wecken

Fasten macht Freude, es macht frei! Diese Aussage darf hinterfragt werden. Aufgezwungenes Fasten, verordnetes Fasten und Fasten, zu dem die Armut zwingt, wird zur Last. Leider gibt es viele Menschen, die zum Dauerfasten gezwungen sind, für sie ist das karge Leben Wirklichkeit und die Entbehrung das Leben. Für andere wiederum ist das Fasten ein Luxus, eine Auszeit, mit der andere, die Fastengurus, die selbsternannten Ernährungswissenschaftler, die esoterisch Angehauchten gut verdienen. Übrigens,...

  • 26.02.26

FEDER_SPIEL
Von Indien lernen ?!

Eine Partnerorganisation der Katholischen Frauenbewegung Österreich (kfb) namens „SEEDS“ macht Gleichberechtigungsaufklärung für Frauen und Männer in indischen Dörfern. Diese Organisation steht heuer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit bei Sammelaktionen rund um den Familienfasttag am 27. Februar. Seit vielen Jahren untersützt die kfb deren Arbeit. Ihr Ziel ist es, dass Frauen und Männer ein Bewusstsein für das vorhandene Machtgefälle entwickeln und dass sie im Haushalt ebenso wie in der...

  • 26.02.26

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Online oder Offline?

In unserer Redaktionssitzung tauchte neulich ein Begriff auf, der im gesprochenen Wort unterschiedlich verstanden werden kann. Ging es um „Online Fasten“ oder um „Onlinefasten“? Erstes würde bedeuten, das Internet oder das Smartphone heranzuziehen, um mich in meinen Fastenvorsätzen zu unterstützen. Zweites hieße, dass mein Fastenopfer darin besteht, auf Online-Medien zu verzichten und eine Zeit lang offline zu bleiben. Sowohl das eine wie auch das andere hat seine Vorzüge. Natürlich finde ich...

  • 25.02.26

Offen gesagt - Sarah Straßnig
Ballast loslassen

Wie kann Spiritualität dabei helfen, mehr inneren Frieden zu gewinnen? In einer Welt voll Hektik und hoher Anforderungen kann Spiritualität ein Weg sein, um zur Ruhe zu kommen und das Leben bewusster zu gestalten. Bei unseren „Entwicklungstagen christliche Spiritualität“ (Näheres siehe Seite 18) stehen konkrete praktische Impulse dafür im Mittelpunkt: Wir erschließen christliche Hoffnung als geistliche Kraftquelle. Zwischen Wissen und Ahnen lassen wir uns von biblisch geprägten Zukunftsbildern...

  • 25.02.26

Positionen - Theresia Heimerl
Wenn die Masken fallen

Ich war nie ein großer Faschingsfan. Die Maske als Vorwand für das Überschreiten zivilisatorischer (und persönlicher) Grenzen machte mir als kindlichem Zaungast von Umzügen und Faschingspartys Angst. Dementsprechend froh war ich am Aschermittwoch, wenn die Masken weggeräumt wurden. Allerdings realisierte ich am Weg zum Erwachsenwerden, dass die Masken am Aschermittwoch nicht fallen, sondern nur gegen andere, dezentere eingetauscht werden. Das lateinische Wort für Masken im Theater ist die...

  • 25.02.26

Mutworte - Christa Carina Kokol
Sterngucker

Ich verliere meist jene Dinge, die ich besonders mag. Nicht die grauen Handschuhe – nein – die mit dem hübschen Muster. Während ich resigniert die Suche beende, wähle ich die Nummer eines ehemaligen Kollegen. Der Mann war Betriebsratsobmann, sehr kontaktfreudig, täglich viele Kilometer unterwegs. Nach einigen Stürzen und Operationen lebt er im Heim. Er musste seine Wohnung aufgeben, sein Auto abmelden und viele seiner früheren Kontakte beenden. Wer aber meint, dass unser Gespräch bedrückend...

  • 25.02.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Umbruchzeiten

Die Zeit ist anders geworden, sagen sie. Sie ist oft freudlos, wird vorgegaukelt und konsumiert. Auch prägende Zeiten sind kaum voller Leben: Weihnachten und Ostern mutieren zum Reisen, auch zur Flucht, der Advent zu Streetfood und Lärm, die Fastenzeit zur Ge-sundheits- und Schönheitstherapie. Sogar die Faschingszeit ist unlustig. Das Privateste wird ideologisiert und zum Maßstab für andere gemacht. Gefühle zu haben, ist zur Lizenz geworden, sich danebenbenehmen zu dürfen. Die Deutungshoheit...

  • 19.02.26

DENK_MAL
Vergeben, nicht vergessen

Während der Semesterferien war ich mit der Familie in meiner Heimatstadt Innsbruck; an einem Vormittag spazierte ich allein zu den Plätzen meiner Vergangenheit und versuchte, mich zu erinnern: an manches Schöne, einiges Schlechte und – leider auch – vieles Schreckliche. Nach einiger Zeit übermannten mich jedoch die Gefühle; Traurigkeit stieg in mir auf, und mir verging die Lust, meinen Erkundungsrundgang fortzusetzten. Also setzte ich mich in eine Kirche, die ich seit jeher mochte, und...

  • 19.02.26

FEDER_SPIEL
Keine Schokoladewaffel

„Du sollst dir ein Bild machen.“ In nur dreieinhalb Monaten Öffnungszeit hat eine Ausstellung im Wiener Künstlerhaus über „zeitgenössische Kunst und religiöses Erleben“ Wirbel gemacht. Der Wirbel kam von Personen und Gruppen, die sich besorgt zeigten, ob die Ausstellung nicht blasphemisch sei. „Blasphemisch“ (gotteslästerlich) ist ein schwer zu verstehendes Fremdwort, manche scheinen es zu deuten als: „Ich finde es abstoßend.“ Mit vielen Fragezeichen machte ich mich auf den Weg, um mir in den...

  • 19.02.26

Kommentar von Lydia Kaltenhauser
Da ist was dahinter

Kennen Sie die Geschichte von der Maus Frederick von Leo Lionni? Ich denke an sie, wenn ich gefragt werde: „Du bist noch in der Kirche? Glaubst du das – echt?“ Frederick ist ein Außenseiter unter den Mäusen. Während alle anderen emsig beschäftigt sind, zu ernten und Vorräte für den Winter anzulegen, sitzt Frederick da. Er sammle Sonnenstrahlen, antwortet er, wenn er von den anderen für seine Untätigkeit kritisiert wird. Oder er sammle Farben. Oder Wörter. Als der Winter dann länger als gedacht...

  • 19.02.26

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Olympisches Gefühl

Die Bestzeit im Skeleton, Gold in der Slalom-Team-Kombination oder das Herzschlag-Finale beim Skispringen – gemeinsames Mitfiebern und anschließend ein kollektiver Freudentaumel bei den AnhängerInnen der Sieger-Nationen. All das können Sport und insbesondere die Olympischen Spiele bewirken – Ereignisse, die viele Menschen über Unterschiede hinweg in Begeisterung und Freude vereinen. Fasten ist keine olympische Disziplin. Und doch auch etwas, das uns mit anderen verbindet. Wenn ich am...

  • 18.02.26

Offen gesagt - Nora Tödtling-Musenbichler
Das Netz darf nicht reißen!

Warum ist es nicht sinnvoll, bei der Sozialhilfe zu sparen? Die Sozialhilfe ist das letzte Auffangnetz. Dort zu sparen, trifft jene Menschen am stärksten, die am wenigsten haben und Unterstützungsangebote am dringendsten brauchen: armutsgefährdete Familien, ältere Menschen, Kinder und Jugendliche, Menschen mit Behinderungen, geflüchtete Menschen, Frauen in Notlagen und viele mehr. Das Mindeste zum Leben muss auch in großer Not gesichert sein. Kürzungen sind auch deshalb nicht sinnvoll, weil sie...

  • 18.02.26

Positionen - Christian Teissl
Nur eine Rose ...

Kaum etwas verändert einen Raum so sehr, ganz gleich, ob Wohn- oder Arbeitsraum, wie Blumenschmuck. Ob auf der Wiese gepflückt oder in einer Blumenhandlung gekauft – Blumen verändern die Luft und das Licht in ihrer näheren Umgebung. Am intensivsten erlebe ich das Mal für Mal mit Rosen. Es brauchen gar nicht viele zu sein; es braucht keinen prächtigen Strauß; eine einzelne Rose genügt. Man frischt sie ein, stellt sie auf den Tisch – und es ist mit einem Mal ein anderer Tisch; man nimmt an ihm...

  • 18.02.26

Mutworte - Sarah Knolly
Stars des Glaubens

Für so manchen Fan geht ein Traum in Erfüllung, wenn er oder sie auf das eigene Idol trifft. Egal, ob man als Sportfan oder Musik-LiebhaberIn das Handeln eines Leinwand-Stars oder einer anderen Person des öffentlichen Lebens mitverfolgt: Hört man den Namen oder trifft vielleicht sogar auf eben diesen Menschen, lässt einen das ehrfürchtig staunen oder erstarren. So etwas gibt es auch im theologischen Bereich. Dort sind es zwar keine Rockstars oder Fußballprofis. Dafür aber Menschen, die...

  • 18.02.26

Offen gesagt: Kardinal Christoph Schönborn
Kann christlich-muslimisches Zusammenleben funktionieren?

Atmen Muslime eine andere Luft als Christen? Warum sollte es uns nicht gelingen, zusammenzuleben? Natürlich ist das herausfordernd. Europa war großmehrheitlich christlich. Aber wenn sich bei uns so viele Menschen vom Christentum verabschieden, dürfen sie sich nicht aufregen, dass eine andere Religion im Wachsen ist und es Menschen gibt, die ihre Religion ernst nehmen. Wir haben inzwischen eine ganze Reihe Kirchen verschenkt oder verkauft: an Rumänen, Serben oder die Kopten. Die Christen sterben...

  • 16.02.26

Von Senioren für Senioren: Eva Lasslesberger
Gottes Bodenpersonal

„Ich gehöre zu Gottes Bodenpersonal“ steht auf meinem Kaffeehäferl, das ich vor langer Zeit einmal geschenkt bekommen habe. Meistens muss ich schmunzeln, wenn ich das lese, immer wieder aber stimmt mich dieser „Hinweis“ auch nachdenklich. Ist er nicht, wenn auch vielleicht etwas salopp formuliert, ein Aufruf, im Sinne Jesu zu handeln? Jesus war ein Mann des Friedens. Im Gottesdienst ist oft vom Frieden die Rede: der Friede sei mit euch, heißt es, gebt einander ein Zeichen des Friedens, geht...

  • 12.02.26

Aus meiner Sicht - Helmut Schmidt
Konfetti & Klarheit

Einmal im Jahr spielt uns der Kalender eine kleine Pointe zu. In dieser Ausgabe des SONNTAGSBLATT treffen der Höhepunkt des Faschings und der Beginn der Fastenzeit aufeinander. Der christliche Glaube erwartet nicht, das Leben auf eine einzige Farbe zu reduzieren. Er kennt das Bunte und das Ernste, das Leichte und das Schwere. Fasching schenkt uns einen Blick auf die heitere Seite – was viele lustige pfarrliche Veranstaltungen auf unseren Hinweisseiten verdeutlichen. Und dann beginnt die...

  • 11.02.26

Positionen - Elisabeth Wimmer
„Veronika“

Jö, eine g’scheite Kuh! Tierbilder sind beliebt: wie jüngst das Foto von der Kuh Veronika aus dem Gailtal, die sich mit einem Lang-stiel-Besen das Fell kratzt. Berühmt wurde das Tier nicht, weil es uns unterhält, sondern weil es so klug ist. Forscher der Wiener Veterinärmedizinischen Universität haben von ihren Studienergebnissen berichtet: Veronika kann einen Besen gezielt als „Mehr-zweck-Werkzeug“ benutzen. Sie dreht den Besen um, je nachdem, wo es juckt. Das hat man bei Rindern bisher noch...

  • 11.02.26

Mutworte - Josef Promitzer
Über Mut

Was ist Übermut? Schnell denke ich an Situationen, die mit Unvernunft und Übertreibung einhergehen. Andererseits fällt mir auch eine heiter-ernstgemeinte Bemerkung der Theologin und Kirchen-Clownin Gisela Matthiae ein: Übermut bedeutet für sie, dass viel Mut übrig ist. Ein schöner Gedanke: Ich habe noch mehr als genug Mut vorrätig, um auch spontan in herausfordernden Momenten über meinen Schatten springen zu können. Vielleicht kann man auch Jesus als übermütig bezeichnen, weil er offenbar die...

  • 11.02.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
DANKE MAXIMILIAN!

„Maximilian“, antwortete er am Festnetz. Es waren gute Gespräche: Über Kirche, Gesellschaft, über alles, was Menschen bewegt. Das letzte Telefonat war gezeichnet von Schmerz. Doch seine Freude am Menschsein und Christsein blieb auch im Abschied stark. In Liebe wollte er dienen, Gott und den Menschen. Über Wunden, die ihm zugefügt wurden, schwieg er, er sah zuerst das Gute. Er war Güte und Demut, voller Dank und Geduld, beschenkt mit Freude und Vertrauen. Nicht Streit, sondern Versöhnung war...

  • 05.02.26

DENK_MAL
Narren

Das Gleichnis vom reichen Narren (Lukas 12,13–21) ist eine Parabel über die Vergeblichkeit, Sicherheit im Reichtum zu suchen. Ein reicher Kornbauer plant, seine Scheunen zu vergrößern, um sich ein sorgenfreies Leben zu sichern, stirbt aber unerwartet. Ein geopolitischer Blick lässt den Rückschluss zu, dass wir es heute mit vielen Narren zu tun haben. Xi Jinping, der chinesische und der russische Staatspräsidenten Wladimir Putin unterhielten sich angeblich über die Unsterblichkeit. Ein anderer,...

  • 05.02.26

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