Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Neue Welt

Ob es die neue Welt wirklich gibt? Das Neue lebt immer von der Gnade des Alten, aber auch vom Gestus des Offenen und von der Idee des Unverbrauchten. Neues gestaltet das Jetzt, das Heute. Es flüchtet nicht in die Ferne und verkrampft sich nicht im Gestrigen. Neues ist lernbereit, es meidet die gehäuften Fehler, begnügt sich nicht mit Utopien und Sentimentalitäten, schürt keine Ängste und gängelt die Menschen nicht. Neues ist unverkrampft, es überrascht und lässt staunen. Es schützt vor flachem...

  • 15.01.26

Aus meiner Sicht - Helmut Schmidt, Geschäftsführer
Bitte anstecken

Die Grippewelle rollt durchs Land. Händewaschen, Hustensaft und ein hohes Maß an Vorsicht prägen den Alltag. Doch wir wissen: Nicht nur Viren sind erfahrungsgemäß ansteckend, auch Angst breitet sich in Windeseile aus. Gerade jetzt, wo vertraute Strukturen ins Wanken geraten und die Landkarte für uns alle neu gezeichnet wird, fühlen sich viele von Verunsicherung erfasst. Psychologen sagen, dass unser Gehirn über unsere Wahrnehmung unausgewogen entscheidet: Negatives bleibt hängen, Gutes rutscht...

  • 14.01.26

Offen gesagt - Peter Ebenbauer
„Die Wurzel trägt dich“

Warum feiern Christinnen und Christen einen „Tag des Judentums“ (17. Jänner)? Die Idee entstand im Jahr 1997 auf der „Zweiten Europäischen Ökumenischen Versammlung“ in Graz. Zwei Jahre später beschloss der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich, alljährlich am 17. Jänner wie einige andere Länder den „Tag des Judentums“ zu begehen. Dieser Termin ist bewusst gewählt, denn unmittelbar vor der „Weltgebetswoche für die Einheit der Christen“ (mehr dazu siehe Seite 14) feiern die Kirchen am „Tag...

  • 14.01.26

Positionen - Theresia Heimerl
Der Fremde auf Österreichisch

Anfang Jänner kam eine Neuverfilmung von Albert Camus’ Klassiker des Existenzialismus ins Kino: „Der Fremde“ (L’Étranger, 1942). Ein Wiedersehen mit der einstigen Schullektüre fördert interessante Perspektiven zutage: War der weiße französische Protagonist nicht ohnehin ein Fremder in einem fernen Land, ganz ohne philosophischen Überbau? Wie würde die Handlung „europäischer Mann tötet Araber“ heute in sozialen Medien reflektiert werden – oder würde Camus heute einen Araber den weißen Franzosen...

  • 14.01.26

Mutworte - Petra Unterberger
Die Suppe am Herd

Nach einer Rodelpartie oder einem langen Spaziergang im verschneiten Wald freue ich mich auf eine heiße Suppe. Beim Umrühren meiner bunten Gemüsebouillon erinnere ich mich an die heiß begehrte Suppe mit klein aufgeschnittenen Frankfurter Würsteln in der Kindheit. Beim Schöpfen versuchte jedes Kind, so viele Würstel wie möglich zu „fischen“. Die errungene Beute legten wir sorgfältig am Tellerrand ab, um sie zum Schluss zu genießen. Mein Leben scheint so ähnlich wie diese Suppe am Herd, mit jedem...

  • 14.01.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Menschwerdung

Weihnachten ist das Fest der Menschwerdung Gottes, nicht weniger. Die weihnachtlichen Tage gehen zu Ende, schöne Erinnerungen bleiben, für nicht wenige Menschen auch Bitternis, Tränen, Einsamkeit und Leid. Auch das Aushalten einer unterdrückten und krank machenden Armut wird bleiben, Ängste, Hürden und Sorgen, die die Menschen quälen und ihre Menschwerdung begrenzen. Auch die Botschaft von Gott, der in diese Welt kommt, bleibt. Daran darf die Welt glauben, auch die Gottfernen und Gottmüden und...

  • 08.01.26

DENK_MAL
Neuanfang

Der größte Teil der Unternehmen Österreichs definiert sein Geschäftsjahr gleich dem Kalenderjahr. Die Bilanz für das Vorjahr wird erstellt. Die Planungen sind längst abgeschlossen. Nun geht es darum, diese umzusetzen. Das weithin bekannte Sprichwort: „Der Mensch denkt und Gott lenkt“ kann einem in den Sinn kommen. Wer hätte beispielsweise ein Jahr wie 2025 erwartet? Ein weltpolitisch völlig neues Bild präsentiert sich. Die USA präsentieren sich nicht als Hort der Stabilität, Europa kann sich...

  • 08.01.26

FEDER_SPIEL
Das Junge Jahr

Am 1. Jänner hat sie wohl ihren achten Geburtstag gefeiert. Asel war das Wiener Neujahrsbaby 2018. Ein süßer Zwerg mit jungen, strahlenden Eltern war auf dem Pressefoto aus dem Krankenhaus zu sehen. Bekannter als andere Neujahrsbabys wurde Asel, weil ihre glücklich lächelnde Mama auf dem Bild ein pinkes Kopftuch trug. Grund für viele, online Kommentare voll Missachtung abzugeben. Das Beschimpfen der Neujahrsbabys dürfte langsam die Tradition der Gratulationen ablösen. Sobald der Name von Kind...

  • 08.01.26

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Vorsatz

„Gott, gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Dieser Spruch, der mich seit vielen Jahren begleitet, wird als „Gelassenheitsgebet“ bezeichnet. Der US-amerikanische Theologe Reinhold Niebuhr (1892–1971) hatte ihn einst als Mut-Aufruf verfasst. Im erst so jungen neuen Jahr musste ich schon öfters an diese Zeilen denken. Die schlimme Brandkatastrophe in der...

  • 07.01.26

Offen gesagt - Hannes Derler
Zeit für einen Besuch

Warum sind Sie ehrenamtlich in der Aufsuchenden Seelsorge tätig? Es erfüllt mich, bei den Begegnungen im Pflegeheim zu hören, was alles an Talenten und Fähigkeiten in einem Leben zur Anwendung kommen kann und was alles gut läuft und manchmal eben nicht. Ich habe einen großen Respekt vor der Lebenserfahrung und den Lebenswegen der Menschen. Oft gelingt es uns, gemeinsam zu lachen. Zum Abschluss sprechen wir oder nur ich, wenn es passt, ein Gebet, oder ich lese eine Bibelstelle vor und wir...

  • 07.01.26

Positionen - Christian Teissl
Gute Geister

Ein bekanntes Naturphänomen: die Flüsse im Karst, die plötzlich in ihrem Flussbett verschwinden, um an anderer Stelle wieder aufzutauchen. Nicht wenige Beziehungen, die unser Leben bestimmen, es tragen und durchdringen, ihm Farbe und Rhythmus verleihen, ähneln in ihrem Verlauf diesen Flüssen. Auf einmal scheinen sie an ein Ende zu kommen: Die Worte versiegen, die Nachrichten gehen immer spärlicher hin und her, bis sie schließlich ausbleiben. Man weiß zwar noch voneinander, verliert einander...

  • 07.01.26

Mutworte - Sabine Petritsch
Mut zu lernen

Vor zwanzig Jahren habe ich bei einem Lehrgang eine Teilnehmerin kennengelernt, die dreißig Jahre älter war als ich. Wir verstanden uns auf Anhieb – unabhängig vom Alter. Es entstand eine Freundschaft. Heute ist sie über siebzig. Im Sommer ging es ihr nicht gut, und wohl stellte sich die Frage nach dem Sinn des Lebens neu. In ihrer Umgebung warte man entweder darauf, die Enkelkinder zu bespaßen, oder bereits auf den Friedhof, der durch das Sterben vieler FreundInnen näher rücke, erzählte sie...

  • 07.01.26

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Die Zweier-Frage

Mein leider viel zu früh von uns gegangener Praktikumspfarrer Peter Schleicher hat mich – als aufmerksamer Beobachter meines Werdeganges – oft mit einem hintergründigen Lächeln gefragt: „Wann sehe ich Dich auf der Seite 2?“ Ich habe ihm stets versichert, dass ich mich auf der Seite 22 sehr gut aufgehoben fühle. Und viele würden ohnehin das SONNTAGSBLATT von hinten zu lesen beginnen – angefangen bei den Witzen. Nun also doch die Seite 2. Ab sofort werde – abwechselnd mit Katharina Grager, Anna...

  • 30.12.25

Offen gesagt - Bernd Hillebrand
Neue Wege eröffnen

Kann man Gott Wegbereiterin nennen? Bereits in der frühen Kirche wurden Jesus bestimmte Titel zugesprochen. Diese knüpften an Gottestitel im Alten Testament an. Mit diesen Bezeichnungen wollte man Deutungen von Weg und Person Jesu zum Ausdruck bringen. Meist entstanden sie in langwierigen Diskussionen und Auseinandersetzungen von theologischen Schulen und auf Konzilien des frühen Christentums. Die Orientierung dabei war stets das Evangelium und dessen Übertrag in die heutige Zeit. Wenn also die...

  • 30.12.25

Positionen - Elisabeth Wimmer
Steinsuppe

In dieser Jahresübergangszeit kommt mir das Buch „Steinsuppe“ von Anaïs Vaugelade in den Sinn. Wundervoll illustriert erzählt es von einem Wolf, der an einem Winterabend ins „Dorf der Tiere“ kommt und im Haus der Henne um Einlass bittet: Aufwärmen möchte er sich und eine Steinsuppe kochen; den Stein habe er mit. Der Henne ist das nicht ganz geheuer, doch Steinsuppe würde sie gern kennenlernen. Kann man Sellerie dazugeben? Ja, das geht, sagt der Wolf. Das Schwein macht sich Sorgen, als es den...

  • 30.12.25

Mutworte - Ruth Zenkert
Der göttliche Bund

Sie seien Könige, daher der Name „königliche Truppe“, erklärte Țuca, der Lehrer der Musikgruppe „Șatra regala“. Begeistert spielen seine SchülerInnen Roma-Lieder. Doch sie nennen sich nicht Roma – „Diese Bezeichnung kommt von anderen, das sind nicht wir!“ –, sondern țigan, Zigeuner. In der Ceaușescu-Zeit wurde ihnen versprochen, dass sie alle gleich seien – wenn sie ihre Traditionen und Sprache ablegten. Sie wurden umgesiedelt, bekamen Arbeit in den Fabriken, Wohnungen im Plattenbau, legten die...

  • 30.12.25

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Es Weihnachtet

Für einige seit Wochen. Bevor auch für sie Weihnacht wird, haben sie schon „ausgeweihnachtet“. Doch nur Gott macht Weihnachten, nicht die Marktschreier und Gassenläufer auf den „himmlischen“ Straßen und Plätzen. Weihnacht ist nicht die Ruhepause, der Urlaub am Meer, das Gleiten über Pisten und Wellness in den Thermen. Das Fest ist keine Freizeittherapie, sondern Leben. Weihnachten lässt Gott in der Welt Fuß fassen, er wird verwundbar und setzt sich der Gleichgültigkeit aus. Weihnachten lässt...

  • 18.12.25

DENK_MAL
Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen

Wie an jedem Jahresende drängt sich ein Rückblick auf – der wohl anstrengende wie rücksichtslose Versuch in dem, was in den vergangenen zwölf Monaten passiert ist, einen tieferen Sinn, eine bleibende Lektion oder einen ermutigenden Ansporn zu erkennen. Aber, wenn ich ehrlich bin – und das sollte man bei so einem Unterfangen immer sein –, fühle ich mich davon restlos überfordert. Denn es ist zu viel geschehen, kam zu viel in Form von täglichen Nachrichten, Feeds und Reels etc. über mich. – Was...

  • 18.12.25

FEDER_SPIEL
Weihnachten im Juni

Aus ökologischen, finanziellen und familiären Gründen bin ich keine routinierte Fernreisende. Während die Gedanken gerne in die Ferne schweifen, bleibt der Rest von mir meistens in Mitteleuropa. Wahrscheinlich liegt es daran, dass mich eine Argentinienreise meiner Tochter letztes Jahr im Juni stark verwirrte. Während sie in Patagonien Schifahren ging und wegen eines Heizungsschadens im Haus der Gastfamilie fror, hatte sie doch keine Weihnachtsferien! Erst durch diese Verwirrung wurde mir klar,...

  • 18.12.25

Weihnachten 2025
Weihnachtsgruß des Bischofs

Liebe Leserinnen und Leser unseres SONNTAGSBLATTES! 2025 war ein außergewöhnliches Jahr. Zum einen war es ein besonderes, ein Heiliges Jahr. Mehr als 30 Millionen PilgerInnen kamen deshalb nach Rom. Der Tod von Papst Franziskus war für mich traurig. Er hat mich zum Bischof ernannt, mehrmals bin ich mit ihm zusammengetroffen. Ich behalte ihn als impulsiv und humorvoll in Erinnerung und als Papst, dem das Geschick von Umwelt und Mensch wichtig war. Gefreut habe ich mich über die Wahl von Robert...

  • 17.12.25

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Sternenstaub

„Stern über Betlehem, zeig uns den Weg ...“ werden bald Sternsinger-Gruppen landauf, landab singen und die Botschaft der Weihnacht zu den Menschen tragen. Mit Ihrer Spende, die Sie den KönigInnen mitgeben, unterstützen Sie vielfach gute Zwecke (siehe Seite 3). Der Stern von Betlehem steht symbolisch für eine besondere Geburt. An Sternen kann man sich orientieren – z. B. bei der Seefahrt. Sie stehen, im „Griff nach den Sternen“, aber auch für schier Unerreichbares. Für Eltern, deren Kind vor,...

  • 17.12.25

Positionen - Leopold Neuhold
Licht der Hoffnung

Die Kerzen am Adventkranz brennen vor sich hin, so still, dass man hören kann, wie sie reden. Die erste Kerze stöhnt: „Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden.“ Und sie erlischt. Die zweite Kerze, der Glaube, fühlt sich überflüssig, weil die Menschen nichts von Gott wissen wollen, und die Flamme fällt in sich zusammen. Traurig seufzt die dritte Kerze. „Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr. Die Menschen sehen nur sich selbst.“ Mit einem letzten...

  • 17.12.25

Mutworte - Christa Carina Kokol
Himmelstor

„Es hat sich heut eröffnet das himmlische Tor“, singen die Menschen in der kleinen Kirche und klatschen freudig in die Hände. Ihr Jesuskind aus der Weihnachtskrippe, das für einige Tage – wie auch immer – entschwunden war, kehrt unversehrt zur Mette zurück. Für Umkehr ist es nie zu spät. So der Sinngehalt dieser Weihnachtserzählung. Auch in einem Adventgespräch der Kleinen Zeitung mit Richter Thomas Tovilo-Moik geht es um Umkehr. Der Richter unterstreicht die Bedeutung von Respekt und...

  • 17.12.25

FEDER_SPIEL
Noch keine Diakonin

„Päpstliche Kommission hält Tür zur Frauenweihe offen“ – Die Schlagzeile in der Nachrichtenagentur Kathpress lässt aufhorchen. Gibt es etwas Neues in dieser Frage? Zum selben Thema findet sich in derselben Kathpress eine Schlagzeile mit anderer Interpretation: „Zum Diakonat der Frau ein erneutes ‚Nein, aber...‘“ Beides ist korrekt. Heißt zusammengefasst: Es gibt eigentlich nichts Neues zu berichten. Warum bringt die Kathpress dann eine Meldung dazu, nein, sogar zwei? Tatsache ist, dass eine von...

  • 11.12.25

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