Offen gesagt - Peter Ebenbauer
„Die Wurzel trägt dich“
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Warum feiern Christinnen und Christen einen „Tag des Judentums“ (17. Jänner)?
Die Idee entstand im Jahr 1997 auf der „Zweiten Europäischen Ökumenischen Versammlung“ in Graz. Zwei Jahre später beschloss der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich, alljährlich am 17. Jänner wie einige andere Länder den „Tag des Judentums“ zu begehen.
Dieser Termin ist bewusst gewählt, denn unmittelbar vor der „Weltgebetswoche für die Einheit der Christen“ (mehr dazu siehe Seite 14) feiern die Kirchen am „Tag des Judentums“, was sie alle vereint und trägt: ihre historische und inhaltliche Verwurzelung im Judentum. Die biblische Basis dafür bildet das Pauluswort „Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich.“ (Röm 11,18).
Die Grundlage für die radikale Erneuerung des Verhältnisses zum Judentum wurde in der katholischen Kirche auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil geschaffen. Die fundamentalen Gemeinsamkeiten, die den jüdischen und den christlichen Glauben auf der Basis der biblischen Schriften verbinden, verpflichten die Kirchen zum Dialog und zur Solidarität mit dem Judentum. Der wieder wachsende Antisemitismus in Mitteleuropa zeigt, wie notwendig es ist, diesen Lernprozess voranzutreiben und mit Leben zu erfüllen.
Nähere Infos: christenundjuden.org/tag-des-judentums
Peter Ebenbauer ist Professor für Liturgiewissenschaft und im Grazer Komitee für christlich-jüdische Zusammenarbeit.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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