Salzburger Hochschulwochen
Gott zur Sprache bringen
- Der auf den Salzburger Hochschulwochen mit dem „Theologischen Preis“ ausgezeichneten Ordensfrau und Theologin Martha Zechmeister (l.) gratulierten auch (v. r.) Erzbischof Franz Lackner, Abt Johannes Perkmann und der Wissenschaftliche Leiter der Hochschulwochen, Martin Dürnberger.
- Foto: SHW
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Salzburger Hochschulwochen 2026. Anfang August wurde auf der internationalen Sommeruniversität danach gefragt, „Wer wir sind und sein wollen“.
Superkraft“ und „Problemzone“: Zwei Begriffe, die im ersten Moment wohl eher an LeinwandheldInnen und Abnehmkuren denken lassen, standen groß über den Salzburger Hochschulwochen 2026 (kurz: SHW). „Wer wir sind und sein wollen. Identität: Superkraft und Problemzone“, lautete der Titel der Sommeruniversität, bei der von 3. bis 9. August gedacht, diskutiert und vorgetragen wurde.
Dass sich auch ein Erzbischof seiner Identität versichern muss, zeigte Franz Lackner. Der Salzburger Erzbischof sucht dazu die Einsamkeit – und die Begegnung mit Straßenreinigern, Katzen, Zustellern und den Geistern seiner Vorgänger. Von diesen Begegnungen, die ihm auf seinen morgendlichen Runden um halb sechs durch das noch leere Salzburg und die noch dunklen Salzburger Kirchen widerfahren, erzählte er auf dem Podium einer Gesprächrunde im Bischofshof. Sie bildete am 6. August den Auftakt zum alljährlichen SHW-Sommerfest. Mit Erzbischof Franz Lackner diskutierten die ehemalige Skirennläuferin Alexandra Meissnitzer, der Schauspieler Christoph Luser und der Salzburger Uni-Rektor Bernhard Fügenschuh über „Identität“.
Ein Wimpernschlag. Dass Biblische Kategorien auch in der Naturwissenschaft hilfreich sein können, führte Franz Kerschbaum im Zusammenhang mit der Entstehung des Universums aus. Würde man die Zeit des Universums vom Urknall bis heute auf die Spanne eines Kalenderjahres umlegen, so nähme das menschliche Leben gerade mal 0,2 Sekunden dieses Jahres ein. Diesen gleichsam „galaktischen“ Verlauf des Lebens zeichnete er in seinem Vortrag nach. Der „Wimpernschlag des Lebens“ lehre Demut, so der Wiener Astrophysiker – nicht zuletzt, weil das Leben „so rasch wieder aus dem Kosmos verschwunden und verglüht“ sein werde, wie es gekommen ist.
Ahnung von Gott haben. Den „Theologischen Preis“ der Salzburger Hochschulwochen erhielt heuer Martha Zechmeister. Die aus Niederösterreich stammende Theologin sei eine „profunde Vermittlerin und Fürsprecherin der lateinamerikanischen Befreiungstheologie“, die die „Option für die Armen“ sowohl in der Theoriebildung als auch in der Praxis vorantreibe, hieß es in der Jurybegründung.
In ihren Dankesworten unterstrich die Ordensfrau, dass Theologie sich stets neu „der Wirklichkeit aussetzen und von ihr unterbrechen lassen“ müsse – „besonders von der Wirklichkeit der Verletzlichsten“. Ihrem Lehrer Johann Baptist Metz (1928–2019), der 2007 den „Theologischen Preis“ erhalten hatte, verdanke sie nicht nur die Rede von der Autorität der Leidenden, sondern auch den Ruf in die praktische Nachfolge: „Ohne den engagierten, konkreten, auch politischen Einsatz für die, die unten sind, hast du von Gott keine Ahnung. Punkt.“
Alles auf Anfang?
Die internationale und interdisziplinäre Sommeruniversität wurde 1931 gegründet und wird von der Paris Lodron Universität Salzburg getragen. Das Thema der Hochschulwochen 2027 lautet „Alles auf Anfang?! Die Kunst des Neubeginns“.
Quelle: Kathpress, Redaktion: A. M. Steiner
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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