Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Umbruchzeiten
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Die Zeit ist anders geworden, sagen sie. Sie ist oft freudlos, wird vorgegaukelt und konsumiert. Auch prägende Zeiten sind kaum voller Leben: Weihnachten und Ostern mutieren zum Reisen, auch zur Flucht, der Advent zu Streetfood und Lärm, die Fastenzeit zur Ge-sundheits- und Schönheitstherapie. Sogar die Faschingszeit ist unlustig. Das Privateste wird ideologisiert und zum Maßstab für andere gemacht. Gefühle zu haben, ist zur Lizenz geworden, sich danebenbenehmen zu dürfen. Die Deutungshoheit über das Leben und das Innerste des Menschen ist beliebig und austauschbar: Sexualität, Geschlecht, Outfit, Arbeit, Freizeit, Denken und Tun. Somit werden Pflichten, Verantwortung, der Einsatz für andere und das Maßhalten als Verlust angesehen, das Leben zerrinnt. Eine Hyperkonsumgesellschaft verkauft pausenlos Produkte, damit wir Spaß haben und in einer Glanzwelt leben, die nie existiert. Kirche, Staat, Politik und Gesellschaft werden zu Dienstleistern reduziert. Wo Leben so durcheinandergebracht wird, braucht es viel Kraft, damit es nicht infantil wird. Ob Christen die Kraft haben, das Leben zu prägen in den Umbrüchen dieser Welt? Die Fastenzeit hätte den Zauber des Anfangs.
P. Karl Schauer OSB
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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