Offen gesagt - Nora Tödtling-Musenbichler
Das Netz darf nicht reißen!
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Warum ist es nicht sinnvoll, bei der Sozialhilfe zu sparen?
Die Sozialhilfe ist das letzte Auffangnetz. Dort zu sparen, trifft jene Menschen am stärksten, die am wenigsten haben und Unterstützungsangebote am dringendsten brauchen: armutsgefährdete Familien, ältere Menschen, Kinder und Jugendliche, Menschen mit Behinderungen, geflüchtete Menschen, Frauen in Notlagen und viele mehr. Das Mindeste zum Leben muss auch in großer Not gesichert sein.
Kürzungen sind auch deshalb nicht sinnvoll, weil sie niemanden in Arbeit bringen: Die meisten Sozialhilfe-Bezieher sind Kinder im Pflichtschulalter und Menschen, die z. B. wegen Erkrankung nicht arbeitsfähig sind oder die sich um die Kinderbetreuung kümmern. Kürzungen bedeuten für die Betroffenen, dass sie noch tiefer in Armut oder in Schulden rutschen und in Situationen gefangen bleiben, die sie allein nicht bewältigen können. Am Ende zahlen wir als Gesellschaft drauf, weil die Folgekosten viel höher sind.
Gerade jetzt brauchen wir mehr soziale Gerechtigkeit statt Kürzungen, mehr Zusammenhalt statt Spaltung und mehr Solidarität statt Schuldzuweisungen. Soziale Stabilität ist keine Nebensache. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass dieses Land funktioniert. Das letzte Netz darf nicht reißen.
Nora Tödtling-Musenbichler ist Direktorin der Caritas Steiermark und Präsidentin der Caritas Österreich.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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