22. Sonntag im Jahreskreis | 30. August 2026
Kommentar - Bibel und Leben
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Welchen Blick habe ich auf das Leben?
Odysseus musste rückblickend und überaus schmerzhaft auf einer langen Irrfahrt lernen, welche tragischen Konsequenzen sein Handeln und die Verwirklichung seiner genialen Idee des Trojanischen Pferdes für viele Menschen hatten. Jesus erkennt schon vorausschauend, welche Folgen seine Botschaft und sein Tun für ihn selbst nach sich ziehen. Er ist sich bewusst, was auf ihn zukommt, wenn er das Reich Gottes verkündet. Und er spricht mit seinen Jüngern ganz offen darüber.
Der Einwand des Petrus erscheint durchaus vernünftig: Das darf nicht passieren! Doch Jesus erkennt darin eine teuflische Versuchung. Ihm geht es nicht um einen Kampf, der mit List, Strategie und notfalls auch mit Gewalt zu führen ist. Denn damit wäre nichts gewonnen, es würde sich nichts ändern in dieser Welt. Jesus braucht keine Beschützer, die sich vor ihn stellen, sondern Menschen, die in seinen Fußspuren wandeln und sich seinem Weg anschließen.
Die Perspektive Jesu reicht über das irdische Dasein hinaus, er hat einen weiteren Blick auf das Leben. Und die führt zu der – aus unserer Sicht paradoxen – Erkenntnis: Wer es hingibt, verschenkt und loslässt, wird es gewinnen.
Alfred Jokesch
alfred.jokesch@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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