FEDER_SPIEL
Keine Schokoladewaffel
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„Du sollst dir ein Bild machen.“ In nur dreieinhalb Monaten Öffnungszeit hat eine Ausstellung im Wiener Künstlerhaus über „zeitgenössische Kunst und religiöses Erleben“ Wirbel gemacht. Der Wirbel kam von Personen und Gruppen, die sich besorgt zeigten, ob die Ausstellung nicht blasphemisch sei. „Blasphemisch“ (gotteslästerlich) ist ein schwer zu verstehendes Fremdwort, manche scheinen es zu deuten als: „Ich finde es abstoßend.“ Mit vielen Fragezeichen machte ich mich auf den Weg, um mir in den letzten 90 Minuten der Ausstellung noch ein Bild zu machen. Wie würde ich das religiöse Erleben in der zeitgenössischen Kunst erleben? Blasphemisch? Abstoßend? Anziehend? Provokant? In den sieben angenehm überschaubaren Schauräumen fand sich Nachdenkliches, Anregendes, Rätselhaftes, Humorvolles, Unverständliches, Schönes, Berührendes und so weiter. Was mir unter die Haut ging: Ein Kruzifix in der Größe eines Versehkreuzes (Sterbekreuzes), das aussieht, als wäre es eine Mignonschnitte (Schokowaffel). Wie oft benütze ich die Religion, um mir das Leben zu versüßen? Glaube heißt letztlich „Dein Wille geschehe“, das ist nicht immer Schokokuchen. Die Fastenzeit eignet sich, um das wieder zu lernen.
Monika Slouk
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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