Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Regimewechsel

Die weltpolitischen Erschütterungen dieser Tage bringen nicht nur unsägliches Leid über Millionen von Menschen, sondern wirken sehr konkret in unser aller tägliches Leben hinein. Mit Erschütterungen konfrontiert uns auch die nun beginnende Karwoche, wenn wir uns existenziell darauf einlassen, woran wir an Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und zu Ostern denken. Ich sehe darin den entscheidenden Kreuzungspunkt der Menschheitsgeschichte. Jesus zeigt auf, was einen Regimewechsel in der Welt...

  • 25.03.26

Offen gesagt - Mira Leinfellner
Aus dem Fenster schauen

Qual oder Erlösung? Drei Wochen Smartphone-Fasten – wie warʼs? In den letzten drei Wochen des Handyfastens ging es mir eigentlich ganz gut. Ich habe mich schon etwas freier gefühlt, weil man nicht immer aufs Handy schaut und zuhause auch mehr Zeit mit anderen Tätigkeiten verbringt, zum Beispiel basteln oder zeichnen. Mein Handy hat mir nicht wirklich gefehlt, aber manchmal will man dann doch ganz automatisch zum Handy greifen. Oft war ich in der Straßenbahn und mir war langweilig. Normalerweise...

  • 25.03.26

Positionen - Elisabeth Wimmer
Ein Statement

In der Karwoche zerbröselt die Zukunft. Diese Tage werden im Rhythmus des Kirchenjahres vom österlichen Geist her verstanden. Doch aus dem Blickwinkel derer, über die in den biblischen Texten erzählt wird, ist sie ein Ende. Wie kann daraus Hoffnung auf Zukunft entstehen? Das ist eine sehr zeitgemäße Frage. Was lässt die Beteiligten diese Tage aushalten, da ihre Gemeinschaft zerbröckelt, Freunde fremd werden, wo verraten wird und Reue bedrängt, wo Lebenskonzepte zerbrechen, und das alles in...

  • 25.03.26

Mutworte - Sarah Knolly
Von Palmeseln

Bei uns „dahoam“, in einem kleinen schwäbischen Dorf, gibt es die Tradition des Palmesels. Wer jetzt denkt, das ist ein besonderer liturgischer Dienst oder ein jährlich wechselnder Ehrentitel, den muss ich leider enttäuschen: „Palmesel“ wird jenes Familienmitglied, das am Palmsonntag am längsten schläft. Lange Zeit ist es mir gelungen, den Titel „Palmesel“ erfolgreich zu verteidigen und die Eselsohren (oder Krone!) zu behaupten, und als Mama hab ich den Brauch in meiner Familie weitergeführt....

  • 25.03.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Das Kreuz mit dem Kreuz

Viele haben sich an das Kreuz gewöhnt, andere stoßen sich an ihm. Für die einen und anderen ist es, was es nicht ist: Schmuckstück, Wandfüller, Wegmarkierung, Kulturgut, Provokation, Brutalität und Rede von einem gescheiterten Gott. Vom Passionssonntag bis zum Karfreitag werden die Kreuze verhüllt. Verhüllung lehrt neu sehen und lässt die Frage zu: Was wäre, wenn Jesus nicht am Kreuz gestorben wäre? Gott wäre ein Außenseiter, ein Übermensch, ein Tyrann, ein Verbündeter des Todes und der Sünde...

  • 19.03.26

DENK_MAL
Entstaubte Schönheit

Man sagt, man würde mit dem Alter vorsichtiger. Aber in Wahrheit wird man als Elternteil nur verantwortungsbewusster und gibt manche Freiheit für den geliebten Nachwuchs auf. So habe ich – meines Zeichens vormals ein freier Schriftsteller – vor einem Jahr eine Teilzeitstelle angenommen, um das berühmte monatliche Fixum auf dem Konto zu wissen, wodurch ich – mit Gedanken bei meinen Kindern – besser schlafen kann. Jedenfalls passierte bei dieser Arbeit im Ordensarchiv Folgendes: Ich räumte ein...

  • 19.03.26

FEDER_SPIEL
Verführerisch

Zu meinen, es gäbe wertvolleres und weniger wertvolles Leben, ist extrem verführerisch. Selbst wer sich sicher ist, dass jedes Menschenleben ein großes Geschenk Gottes ist, ertappt sich vielleicht dabei, zu unterscheiden. Bei einem Unfall sind vier Personen verunglückt? Unbewusst sucht man weitere Angaben. Wie alt waren sie, woher kamen sie, welches Geschlecht hatten sie, was waren sie von Beruf? Je nachdem ist dann die Betroffenheit größer oder kleiner. Das ist eine gewöhnliche Reaktion, man...

  • 19.03.26

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Ich wachse noch

Wenn wir uns viel bewegen und unseren Körper stark beanspruchen, entstehen in unseren Muskeln ganz feine Risse. Wir spüren sie später schmerzhaft als Muskelkater. Doch diese Risse braucht es, damit Muskeln wachsen. Die Gemeinschaft der katholischen Kirche lässt sich auch mit einem Körper vergleichen. In den Worten des Paulus: ein Leib mit vielen Gliedern (vgl. 1 Kor 12). Der „Körper“ Kirche wächst mit jedem Menschen, der getauft wird, mit jeder Idee, die Gestalt annimmt (siehe S. 4)....

  • 18.03.26

Offen gesagt - Alois Kowald
Dem Blick entzogen

Warum werden ab dem fünften Fastensonntag in der Kirche die Kreuze verhüllt? Im liturgischen Kalender unserer Diözese heißt es: „Prunkkreuze und Bilder sollen nach altem Brauch verhüllt werden. Die Kreuze bleiben bis zum Ende der Karfreitagsliturgie, die Bilder bis zur Feier der Osternacht verhüllt.“ Früher war es vorgeschrieben, alle Kreuze zu verhüllen, auch Kreuze, die den leidenden Christus zeigen. Das scheint gerade in der Passionszeit nicht sinnvoll zu sein. Deshalb ist heutzutage das...

  • 18.03.26

Positionen - Leopold Neuhold
Die Fragen lieben

Im Supermarkt hat sich eine lange Schlange an der Kassa gebildet. Ein genervter Kunde ruft: „Können Sie nicht eine zweite Kasse aufmachen?“ Die Kassierin antwortet trocken: „Doch. Aber glauben Sie, es geht schneller, wenn ich ständig von einer Kassa zur anderen springe?“ Geduld ist nicht die Stärke vieler unserer Zeitgenossen. Für sie gilt: „Ich kann die Geduld verlieren, obwohl ich keine habe.“ Alles soll sofort erledigt werden. Die Folgen, die mit solchen oft unausgegorenen Antworten...

  • 18.03.26

Mutworte - Sabine Petritsch
Mutige Narzissen

Transformation, also Veränderung, fasziniert mich seit jeher. Ganz gleich, worum es geht: Menschen, die sich verändern; Organisationen, die sich neu ordnen. Doch am meisten staune ich über die Wandlungen der Natur. Noch vor Kurzem lag zentimeterhoher Schnee über Gras, Bäumen und Sträuchern. Und jetzt beginnt es schon zu sprießen – zaghaft, aber auch überraschend üppig. Die Narzissen auf der Wiese gehören zu den ersten, die sich zeigen, Jahr für Jahr, als wüssten sie genau, wann ihre Zeit...

  • 18.03.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Das Leben lieben

Was Leben ist, ist fragwürdig, nicht erst seit Corona. Leben aus der Konserve, gekauftes und verlebtes, verdirbt. Fragen bleiben: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Welchen Sinn hat mein Leben? Und überhaupt: Was heißt leben? Was macht das Leben lebenswert? Und wenn das Leben endet, die betörende Frage: War das alles? Ostern gibt Antwort: Gott macht Leben, Gott schenkt Leben, Gott weckt Leben, er liebt das Leben. Die vielen Anwälte des Todes sind immer gottlos. Christen sind berufen, den Himmel...

  • 12.03.26

DENK_MAL
Zeit schenken

Es ist wieder mal soweit – die Fastenzeit. Vierzig Tage der Enthaltsamkeit, des Verzichts und des Gebets stehen auf dem Programm vieler – so auch auf meinem. Obwohl die meisten Tage schon vorüber sind und wir auf Ostern zusteuern – quasi im Endspurt sind, fühle ich mich innerlich noch immer mittendrin, was ich auf einen weiteren Vorsatz zurückführe, den ich mir diesmal vornehme: Ich schenke meinen langjährigen Freundinnen und Freunden nämlich vor allem eines: Zeit. Und diese sollen sie...

  • 12.03.26

BLICK_WINKEL
Von Blut und von Öl

Eine katholische Altenpflegerin von den Philippinen war das erste Opfer des iranischen Raketen-Angriffs auf Israel. Die 32-jährige Mary Ann Velasquez de Vera wurde von Explosiv-Splittern lebensgefährlich verletzt, als sie ihre Pflegeperson beim Raketenalarm in Tel Aviv zu einem Schutzbunker begleitete, diesen aber wegen deren Gehbehinderung nicht mehr erreichte; beide starben. Das wurde aus dem Patriarchatsvikariat für Migranten in Jerusalem bekannt. Velasquez, die seit 2019 in Israel...

  • 12.03.26

Aus meiner Sicht - Helmut Schmidt, Geschäftsführer
Frieden beginnt im Kleinen

Weltfrieden entsteht nicht nur in diplomatischen Sälen oder gar auf Schlachtfeldern, sondern in unseren alltäglichen Entscheidungen. Wer sich verantwortlich – im gewissen Sinne „liebevoll“ – verhält, legt die Grundlage für ein friedliches Miteinander. Dazu gehören drei einfache Haltungen: Verantwortung: Ich mische mich ein. Weil mir unser Zusammenleben am Herzen liegt. Wenn jemand ungerecht behandelt wird oder der Ton zu rau wird, hilft es, ruhig hinzugehen und ein gutes Wort einzulegen....

  • 11.03.26
Foto: Neuhold
2 Bilder

Offen gesagt - Heimo Kaindl
Josef – ein Alltagsheld

Am 19. März ist Josefitag. Weshalb? Und spielt das heute noch eine Rolle? Bereits im 12. Jahrhundert wird in Seckau und Vorau der 19. März als Gedenktag des hl. Josef gefeiert. Kaiser Leopold I. macht ihn 1675 zum Schutzpatron des Kaiserhauses. Er lässt seinen ältesten Sohn auf den bis dahin unüblichen Namen Josef taufen und löst damit die Verbreitung des Vornamens aus. 100 Jahre später (1772) wird unter Kaiserin Maria Theresia der hl. Josef zum Landespatron der Steiermark. Betont wird so...

  • 11.03.26

Positionen - Svjetlana Wisiak
Explodierende Eier

Vielleicht kennen Sie die Videos über vermeintliche Schnäppchen aus dem Internet: vom Teppich, der in eine Handfläche passt oder dem Hundebett, in dem höchstens ein Hamster Platz hat. So war ich skeptisch, als die Sozialen Medien mein Vorhaben, mir neue Pfannen zuzulegen, aufgriffen. Selbst der britische Starkoch, der mich aus der Werbeanzeige angrinste, konnte mir die Zweifel nicht nehmen. Doch alle Rezensionen stellten diesen Pfannen gute Noten aus, und so landeten sie kurz darauf auf meinem...

  • 11.03.26

Mutworte - Josef Promitzer
Lob für die Mutigen

Wann waren Sie das letzte Mal richtig mutig? Ist es Ihnen in diesem Moment leicht gefallen, Mut zu zeigen? Vielleicht wurde Ihnen ein gewisser Mut bereits in die Wiege gelegt. Möglicherweise kostet es Sie aber auch immer wieder Kraft und Überwindung, mutig für sich oder für Andere einzustehen. Ich kenne zum Glück einige Menschen, die mir immer wieder vorleben, was es heißt, mutig zu sein. Die sich nicht verbiegen lassen möchten und daher öfters anecken, auch im Familien- oder Freundeskreis. Die...

  • 11.03.26

Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Glückliche Schule

Können Schuld und Sünde gut sein? Selten wird der Sünde und den Schuldverursachern Gutes zugestanden, dem Bösen und den Handlangern der Bosheit überhaupt nicht. Das Böse ist wirklich, greifbar im Leben der Menschen und in den Mechanismen dieser Welt, allen Ausreden und Entschuldungsversuchen zum Trotz. Es belastet, mit Schuld zu leben. Es braucht die Hilfe anderer, das heilende Wort, vor allem das Wagnis, in der Wahrheit zu leben, Sünde und Schuld zu kennen und zu benennen. Diese gehören zum...

  • 05.03.26

DENK_MAL
Nicht weniger, sondern mehr

Endlich in der Fastenzeit angekommen, können die Vorsätze, die vom Jahresanfang her und bereits längst vergessen sind, , erneut formuliert werden: „Keine Süßigkeiten“ oder „kein Alkohol“ finden sich hier. Empfehlenswert wäre eine Liste, auf der es nicht um weniger, sondern um mehr geht. Möglichkeiten wären: ein Mehr an Aufmerksamkeit für seine Mitmenschen, ein Lächeln im Bus oder ein Danke an der Supermarktkasse. Fragen Sie am Arbeitsplatz oder in der Familie: „Wie geht es Dir?“ Oder: „Hast Du...

  • 05.03.26

FEDER_SPIEL
In Christus verbunden

Während am letzten Februartag die Angriffe von Israel und den USA auf den Iran und kurz darauf die iranischen Gegenschläge begannen, gab es im Vatikan ein friedliches Treffen zwischen Papst Leo XIV. und den Spitzen des weltweiten Ökumenischen Rats der Kirchen. Diesem gehört die katholische Kirche nicht an, dafür 356 andere Kirchen mit 580 Millionen Mitgliedern. Heinrich Bed-ford-Strohm, evangelischlutherischer Sozialethiker und ehemaliger bayrischer Landesbischof, sitzt dem Zentralausschuss des...

  • 05.03.26

Von Senioren für Senioren: Cäcilia Havel
Was bedeutet fasten für mich?

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Was bedeutet fasten für mich: Besinnung auf das Wesentliche, Verzicht? Als Kind war die Fastenzeit für mich anstrengend und lange. Es war die Zeit des Verzichts auf so Manches, was Freude bereitete. Es war auch eine Zeit des schlechten Gewissens, wenn der Verzicht nicht gelang. Jetzt im Alter freue ich mich auf diese Zeit, weil es mir einen bewussten Verzicht ermöglicht und damit auch die Vorfreude, wenn der Genuss des Verwehrten wieder möglich...

  • 04.03.26

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Frau, Mann, Mensch

Kürzlich erkundigte sich eine Leserin, ob das SONNTAGSBLATT eine gewisse Agenda verfolgen würde. „Welche?“, fragte ich ebenso aufrichtig wie ahnungslos. „Das Frauenpriestertum“, war ihre Antwort. Na bumm. Warum? In unserer Kirchenzeitung gäbe es ziemlich viele Artikel über Frauen, sagte sie. Das Frauenbild hat sich gewandelt – auch in der Kirche. Als Mädchen ministrieren? In meiner Kindheit undenkbar, ebenso Mesnerin-Sein. Irgendwann stand dann die erste Lektorin am Ambo, und viel, viel später...

  • 04.03.26

Offen gesagt - Adelheid Brantner
Der Mensch im Mittelpunkt

Seit wann gibt es Hospiz-Vorlesungen in Graz und wie haben sie sich gewandelt? In Österreich haben sich Hospiz und Palliative Care in den vergangenen 30 Jahren mit großer Dynamik entwickelt. Diese Themen wurden 2011 auf Initiative des damaligen Obmanns des Hospizverein Steiermark, Univ.-Prof. Karl Harnoncourt, als Vorlesung an die Universität Graz gebracht. Sie war für Pharmazie-Studierende konzipiert, stieß aber auch bei Studierenden anderer Fachrichtungen auf großes Interesse. Daher wurde...

  • 04.03.26

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