FEDER_SPIEL
Maß und Ziel
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Die Fastenzeit ist vorbei, man kann also getrost wieder aufs Verzichten verzichten und die Osterzeit feiern. Was nachwirken könnte und sollte, sind die guten Gewohnheiten, die sich nach der 40-tägigen Einübung schon ganz selbstverständlich und leicht anfühlen. Hoffentlich. Es geht nämlich nicht um einen ganzjährigen mühsamen Verzicht auf dieses und jenes, sondern um die grundsätzliche Haltung der Genügsamkeit. Das richtige Maß zu finden, wie es eine der vier Kardinaltugenden empfiehlt, ist nicht mit ständiger Last verbunden. Jesu Joch ist sanft und seine Last ist leicht, wie Matthäus schreibt. Der Maßstab, nach dem wir Entscheidungen fällen, soll derselbe Maßstab für alle Menschen sein, so fordert es sinngemäß Immanuel Kant mit dem Kategorischen Imperativ. Dass Österreich seinen Jahresanteil an den Rohstoffen der Erde bereits am Gründonnerstag aufgebraucht hat, zeigt, dass wir uns als Gesellschaft nicht an diesen Imperativ halten. Der Iran-Krieg und die damit verbundene Teuerung des Rohstoffs Erdöl setzen ein Rufzeichen hinter diese Erkenntnis. Die Suche nach neuen, leichten Wegen kann nicht auf die nächste Fastenzeit warten.
Monika Slouk
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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