Gut Beraten
Neue Elternschaft
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Elternschaft ist heute stark von veränderten Rollenbildern geprägt. Gleichberechtigung, geteilte Verantwortung und präsente Väter gelten als Ideal. Gleichzeitig fehlen vielen jungen Familien – besonders Vätern – konkrete Rollenmodelle, an denen sie sich orientieren können.
Viele sind mit traditionellen Vorstellungen von Vaterschaft aufgewachsen, sollen heute aber emotional verfügbar, aktiv in der Care-Arbeit und zugleich beruflich leistungsfähig sein. Widersprüchliche Erwartungen führen zu Verunsicherung: Was macht einen guten Vater aus? Wie viel Präsenz ist genug? Wie lässt sich Verantwortung fair teilen? Häufig entsteht die Doppelerwartung: volle Teilhabe zu Hause bei finanzieller Hauptverantwortung. Das belastet Partnerschaften und erzeugt trotz bester Absichten Überforderung.
Gelingende Elternschaft braucht Reflexion, offene Gespräche und ein gemeinsames Rollenverständnis. Beratung kann helfen, Prägungen sichtbar zu machen, Erwartungen zu klären und tragfähige, alltagstaugliche Modelle zu entwickeln. Sich dabei begleiten zu lassen bedeutet nicht zu scheitern – sondern gemeinsame Verantwortung bewusst zu gestalten.
Christiane Sprung-Zarfl
Klinische Psychologin und Leiterin des
IFP – Institut für Familienberatung und Psychotherapie.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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