Heilige Alltagshelfer |Teil 01
Heilige Alltagshelfer

„Heiligenschein“ (lat. „Nimbus“) heißt so viel wie „leuchtende Wolke“. Sein Ursprung liegt in Asien. Seit dem 2. Jh. wird Jesus mit Nimbus dargestellt, seit dem 5. Jh. auch andere Heilige. Die Farbe Gold steht für Himmel, Ewigkeit und Göttliches und drückt die Nähe zu Gott aus. | Foto: pexels / Hazal zeynep
2Bilder
  • „Heiligenschein“ (lat. „Nimbus“) heißt so viel wie „leuchtende Wolke“. Sein Ursprung liegt in Asien. Seit dem 2. Jh. wird Jesus mit Nimbus dargestellt, seit dem 5. Jh. auch andere Heilige. Die Farbe Gold steht für Himmel, Ewigkeit und Göttliches und drückt die Nähe zu Gott aus.
  • Foto: pexels / Hazal zeynep
  • hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion

Hoffnung, Wunder, Widerstand: Heilige sind Menschen, die etwas ausgelöst haben.
In unserer Serie fragen wir: Wer waren sie? Wofür stehen sie? Und warum faszinieren sie bis heute?

Nicht Übermensch, nicht Superheld, sondern ein Vorbild sein. Heilige sind „normale“ Menschen, die nicht perfekt zur Welt gekommen sind, die ein Leben gelebt haben mit Freuden, Schmerzen, Mühen und Hoffnungen. Doch an einem Punkt ihres Lebens haben sie den Ruf Gottes erkannt und sind mit ganzem Herzen nachgefolgt. Sie haben den christlichen Glauben in besonderer Weise gelebt. Ihre Geschichten kennen wir aus Überlieferungen und Heiligenviten. Viele hatten besondere Begabungen, ein Herz für ihre Mitmenschen und waren bereit, vieles aufzugeben, um ihrer Berufung nachzugehen. Die ersten Heiligen waren Märtyrer – ZeugInnen, die für ihren Glauben starben. Später wurden auch jene verehrt, deren Lebenswandel, Taten oder Wunder als Zeichen ihrer Nähe zu Gott galten.

Wie man heilig wird. Im frühen Christentum galt als heilig, wer vom Volk verehrt wurde. Ein offizielles Verfahren gab es nicht; jede Ortskirche entschied selbst.
Ab dem 6. Jh. übernahmen Bischöfe die Aufnahme in den Diözesankalender, ab dem 10. Jh. wanderte das Recht zunehmend nach Rom. 993 nahm Papst Johannes XV. die erste päpstliche Heiligsprechung vor, und ab 1170 wurde die päpstliche Entscheidung zur Regel.
Seit 1684 besitzt nur mehr der Papst das Recht der Selig- und Heiligsprechung. Seither unterscheidet man Selige (regional verehrt) und Heilige (für die ganze Kirche). Heute prüft das vatikanische Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechung, also die zuständige Kirchenbehörde, jedes Verfahren: Lebensführung, Tugendgrad, Zeugenaussagen und – außer bei Märtyrern – ein Wunder für die Seligsprechung sowie ein weiteres für die Heiligsprechung.
Wer einmal im Martyrologium Romanum, dem offiziellen Verzeichnis aller Seligen und Heiligen der Kirche, steht, gilt dauerhaft als heilig.

Heilige heute. Heilige sind im Alltag auf vielfältige Weise präsent: als Namenspatrone, in Namenstagen, Feiertagen oder Bräuchen. Mit der Selig- und Heiligsprechung erhält jede und jeder einen eigenen Gedenktag. So gehen etwa der Valentinstag am 14. Februar oder der St. Patrickʼs Day am 17. März auf die jeweiligen Heiligen zurück. In Kirchen und Marterln begegnen uns ihre Darstellungen, und viele Orte, Schulen und Krankenhäuser tragen ihre Namen. Erkennbar sind sie an ihren Attributen – jenen Zeichen, die auf ihr Leben, ihr Martyrium oder ihre besondere Aufgabe verweisen.

Am häufigsten treffen wir Heilige in Vornamen: Früher wurden Kinder oft nach Heiligen benannt, damit deren Tugenden im Leben des Kindes eine Rolle spielen. Oft war dabei auch der Wunsch nach Schutz wichtig. Im Glauben vieler KatholikInnen gilt zudem: Heilige sind im Himmel nahe bei Gott und können für uns Fürsprache einlegen – ein Grund, warum ihre Gedenktage, Geschichten und Patronate bis heute Bedeutung haben.

Maria Wilbrink

Wissenswert
▶ Im Martyrologium Romanum, dem offiziellen Heiligen- und Seligen-Verzeichnis der römisch-katholischen Kirche, sind über 6650 Heilige und Selige aufgelistet.

▶ Der Gedenktag eines/einer Heiligen ist meist der Todestag, der als „Geburtstag für den Himmel“ verstanden wird.

▶ Für eine Heiligsprechung braucht es zwei Wunder – außer bei Märtyrern.

▶ Die erste Heiligsprechung erfolgte 993 durch Papst Johannes XV. Davor war die Verehrung durch das Volk entscheidend.

Ausstellung, bis 11. Oktober 2026 im Diözesanmuseum Graz, Bürgergasse 2, 8010 Graz. Di - Fr: 9 bis 17 Uhr, Sa, So & Feiertage: 11 bis 17 Uhr

„Heiligenschein“ (lat. „Nimbus“) heißt so viel wie „leuchtende Wolke“. Sein Ursprung liegt in Asien. Seit dem 2. Jh. wird Jesus mit Nimbus dargestellt, seit dem 5. Jh. auch andere Heilige. Die Farbe Gold steht für Himmel, Ewigkeit und Göttliches und drückt die Nähe zu Gott aus. | Foto: pexels / Hazal zeynep
Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ