BLICK_WINKEL
Steht die Karlskirche in Wien vor dem Abriss?

Es könnte ein Szenario geben, in dem der Prachtbau nahe der Wiener Ringstrasse demnächt der Abrissbirne zum Opfer fällt. Dasselbe Schicksal droht womöglich dem Dom in Passau. Und auch die katholischen Bischofskirche von Salzburg – sie blickt auf eine 1300-jährige Geschichte zurück – ist nun von der Spitzhacke bedroht. Salzburg und Passau entsandten die Missionare, von denen Wien und der Osten Österreichs christianisiert wurde, auch Ungarn (das heutige Burgenland) empfing von dort her seine Taufe und damit die Eingliederung in die abendländische Kulturgemeinschaft.

Nicht weniger bedroht ist die Peterskirche (gleich neben dem Wiener Stephansdom zu finden) und sogar die von einer mächtigen Kuppel überwölbte Hofburg von Wien kann so nicht weiterbestehen. Ja, die Kuppel! Die Kuppel ist es, die all den genannten Herzstücken der österreichischen, mitteleuropäischen Bauklassik den Todesstoß versetzen soll. Dieser neue Geschmack in der Architektur bahnt sich seinen Weg aus dem Burgenland in das Bewußtsein der Weltgeschichte, ausgerechnet aus Bruckneudorf. Und ja, denn auch dort droht ein Kuppelbau den blauen Blick auf ein Siedlungsidyll zu trüben. Wie das? Die Katholische Presseagentur (Kathpress) schrieb dazu:

Die Diözese Eisenstadt hat am Mittwoch Kritik vonseiten der FPÖ an einem Kirchenneubau in Bruckneudorf vehement zurückgewiesen. Über die Causa berichtete die „Kronenzeitung“. Der FPÖ-Landtagsabgeordnete und Gemeindevorstand Mario Jaksch forderte schon im Februar, dass der Bau architektonisch als „katholische Kirche unserer mitteleuropäischen Tradition“ erkennbar sein müsse. Jetzt übt er neuerlich Kritik und sprach u. a. von einer „architektonischen Fehlentscheidung“. Die Diözese kontert mit deutlichen Worten.

Man bewerte die Aussagen der FPÖ als „gezieltes Spiel mit den Ängsten der Bürgerinnen und Bürger“, so die Diözese in ihrer Stellungnahme gegenüber der „Krone“, die auch „Kathpress“ vorliegt. Es handle sich um eine bewusste Desinformation, „die darauf abzielt, ein religiöses Bauprojekt politisch zu instrumentalisieren und die Bevölkerung zu spalten“.

Die Diözese verwehre sich entschieden gegen den Versuch, Architektur und transparente Projektbeteiligungen in ein schiefes Licht zu rücken. „Wer aus einer öffentlich einsehbaren Bautafel ein Geheimnis konstruiert und aus einer klassischen Kuppel ein Bedrohungsszenario macht, betreibt keine Politik, sondern bewusste Täuschung der Bürgerinnen und Bürger“, heißt es in der Stellungnahme.

Die neue Pfarrkirche zur hl. Mutter Teresa in Bruckneudorf entsteht im Zentrum der Gemeinde und werde bewusst zum architektonischen Mittelpunkt des Hauptplatzes gestaltet. Ziel sei es, „einen sakralen Raum zu schaffen, der sowohl spirituelle Tiefe als auch Offenheit für die Bevölkerung vereint“. Der Entwurf setze auf eine klare, zeitlose Architektursprache und verbinde traditionelle Sakralarchitektur mit moderner Gestaltung. Elementare geometrische Formen wie Kreis und Rechteck prägten das Gebäude und symbolisierten Einheit, Ordnung und Spiritualität. Eine zentrale Kuppel bilde das räumliche und symbolische Herzstück. Weiter hielt die Diözese fest: „Dass ein Kirchenbau als Kuppelbau ausgeführt wird, steht in einer jahrhundertelangen christlichen Bautradition. Von der Peterskirche in Rom bis hin zu zahlreichen Barockkirchen weltweit ist die Kuppel ein Symbol für den Himmel und das Göttliche.“ Der Architekt habe sich bewusst an christlicher Architektur orientiert und mit dem Entwurf auch eine Verbindung zu den Ostkirchen im Sinne der Ökumene geschaffen.

Franz Josef Rupprecht
Chefredakteur

Ein Inbegriff der abendländischen Baukunst?
KARLSKIRCHE IN WIEN

... oder ist das barocke Meisterwerk mit seinen beiden Türmen (Minarette?) und seiner Kuppel doch nur eine verkappte Moschee?

Zum Bau der Karlskirche verwendete der Habsburger-Kaiser Karl VI. (Vater von Maria Theresia) unter anderem Strafgelder, die die Stadt Hamburg erstatten musste, da der dortige Pöbel die Kapelle der österreichischen Gesandtschaft demoliert hatte. Sein Vater war der legendäre Kaiser Karl V., in dessen den Globus umspannenden Reich „die Sonne nie unterging“.

Autor:

martinus Redaktion aus Burgenland | martinus

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