Offen gesagt - Ferdinand Kaineder
Wachsam sein
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Was macht Ihnen Sorgen im Blick auf den aktuellen Rechtsextremismusbericht?
Die Zunahme extremistischer Taten, wie sie im aktuellen Rechtsextremismusbericht des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW) ausgewiesen wird, ist besorgniserregend. Der Bericht weist im Bereich des Rechtsextremismus eine Steigerung von 34 % gegenüber dem Vorjahr aus, die Hälfte davon nach dem Verbotsgesetz. Auch ZARA, Anlaufstelle für Opfer von Rassismus und Hass im Netz, berichtet von steigendem Antisemitismus online.
Gedenken beinhaltet auch die Wachsamkeit gegenüber neu aufkeimenden Formen des Nazismus und dessen Umtriebe im Internet. Der Bericht zeigt auf, wie sich Neonazis auf sprachlicher Ebene verschiedener Codes (von „internationaler Hochfinanz“ für „Weltjudentum“ bis „populationsgenetische Gruppierung“ für „Rasse“) bedienten, um behördlicher Verfolgung zu entgehen. Das Ausweichen in virtuelle Räume ermöglicht unter bestimmten Umständen, NS-Propaganda ungestraft verbreiten zu können.
Wir schulden es den Opfern der NS-Zeit, heute gegen die Normalisierung nationalsozialistischer und rechtsextremer Codes vorzugehen. Ein Gedenken ohne gleichzeitigen Kampf gegen jede Form von Nazismus, auch jene hinter der Maske populistischer Strömungen, bleibt den Opfern etwas schuldig.
Ferdinand Kaineder ist Präsident der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ).
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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