FEDER_SPIEL
Keine Zukunftslösung
- hochgeladen von martinus Redaktion
Der 1. Mai war in der Sowjetunion eine Art Hochfest. Das merkte man auf Schritt und Tritt. „Ein Hoch auf den 1. Mai“, verbunden mit Fähnchen, Sonnen und Kinderzeichnungen, klebte unverändert an der Fensterscheibe eines Kindergartens, den seit Jahrzehnten kein Kind mehr betreten hatte. Staubschichten lagen auf den Alltagsgegenständen, die fast so blitzartig liegengelassen worden waren wie im Jahr 79 n. Chr. in Pompeji, als der Ausbruch des Vesuv die Stadt überraschte und unter sich begrub. In der jungen und jugendlichen Sowjet-Vorzeigestadt Prypjat im Jahr 1986 war es kein Vulkan, der ausbrach, und die Staubwolke, die die Explosion im nahegelegenen Kernkraftwerk Tschernobyl auslöste, war unsichtbar und umso tödlicher für viele in der Nachbarschaft. Erst mit tagelanger Verzögerung wurde Prypjat evakuiert, aus dem Neubaugebiet wurde eine Geisterstadt, der Jahrmarkt steht dort bis heute aufgebaut. Am 26. April jährt sich das menschengemachte Drama zum 40. Mal. Allen Ausreden zum Trotz, Atomkraftwerke seien nun moderner und sicherer: Atomkraft bleibt mit Gefahren verbunden und darf nicht die Energiequelle unserer Zukunft sein.
Monika Slouk
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.