Glaube

Beiträge zur Rubrik Glaube

Emeritierung von Christoph Schönborn
Es sind immer Begegnungen

Seine Freundschaft zu Künstlern, das Verhältnis von Kirche und Politik sowie die Stellung der Frau in der Kirche waren Themen eines Interviews anlässlich der Emeritierung von Kardinal Christoph Schönborn. Lesen Sie hier die Langfassung des Interviews aus dem Tiroler Sonntag vom 22. Jänner 2026. Wie geht es Ihnen angesichts der kommenden zehn Jahre? Es sind wohl zum ersten Mal in Ihrem Leben Jahre ohne klare Aufgabe. Kardinal Christoph Schönborn: Ich habe bewusst keine Pläne. Ich möchte die neue...

  • 20.01.26

Einblick
Im Dialog klärt sich der eigene Glaube

Um die Verbindung zwischen Christentum und Judentum bewusster zu machen, hat der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich im Jahr 2000 den 17. Jänner als „Tag des Judentums“ eingeführt. Es ist der Auftakt zur „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ (18. bis 25. Jänner). An vielen Orten in Österreich gibt es Veranstaltungen und Gottesdienste zum Tag des Judentums. Seit 2019 sind die Schwerpunkte aufgeteilt in einen „Tag des Lernens“ am 12. Jänner, einen „Tag des Gedenkens“ am 15. Jänner und...

  • 15.01.26
Die ehemalige Synagoge in St. Pölten. | Foto: Ernesto Gelles
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Für Kinder erklärt
Jesus in der Synagoge

Zum Tag des Judentums am 17. Jänner: Zur Zeit Jesu gab es den Tempel in Jerusalem noch – das wichtigste Heiligtum der Juden (das im Jahr 70 n. Chr. zerstört wurde). Gebetet wurde aber auch in Synagogen, kleineren Häusern, die vielfältige Funktionen hatten. Eine Bau-Inschrift aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. nennt als Zweck einer Synagoge: Vorlesung des Gesetzes, Unterricht in den Geboten, Unterbringung von Fremden, Wasseranlagen. Dass das Gebet nicht erwähnt wird, liegt vielleicht daran, dass der...

  • 14.01.26

Taufe des Herrn
Ostern in der Weihnachtszeit

Es gibt wenige Ereignisse im Leben Jesu, über deren historische Korrektheit sich auch die kritischsten Bibelforscher so sicher sind wie die Taufe Jesu. Diese Korrektheit führen sie neben dem Fakt, dass in allen vier Evangelien von der Begegnheit erzählt wird, vor allem darauf zurück, dass jede Art von „Geschichtsfälschung“ alleine schon deswegen unwahrscheinlich ist, da die Taufe Jesu durch Johannes nicht ins „Programm“ passt: Der sündenfreie, Gott-Mensch Jesus Christus nimmt an einer Buß-Taufe...

  • 07.01.26

Severinitage
Der Apostel Noricums

Der Heilige Severin ist uns als bedeutender Missionar, Klostergründer sowie Patron der Winzer und vieler Kirchen auch heute noch sehr präsent. Sein Gedenktag ist ein Grund zu feiern! Die Geschichte Noricums, der römischen Provinz am nördlichen Ende des Römischen Reiches, ist auch ein Stück österreichische Geschichte: Wo einst die alten Römer lagerten, erstrecken sich heute Oberösterreich, Salzburg, Kärnten, Niederösterreich und die Steiermark. Der Name der Provinz Noricum rührt von einem alten...

  • 30.12.25

WEIHNACHTS_EVANGELIUM
EVANGELIUM DER HEILIGEN NACHT

Es geschah aber in jenen Tagen, dass Kaiser Augustus den Befehl erließ, den ganzen Erdkreis in Steuerlisten einzutragen. Diese Aufzeichnung war die erste; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind...

  • 18.12.25
Harmensz van Rijn Rembrandt: Die Heilige Familie mit Engeln.
 | Foto: Wikimedia Commons
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Jesus, Maria, Josef
Familie Heilig

Traute Häuslichkeit, gemeinsames Singen vor dem Christbaum, harmonisches Beisammensein: Es fallen einem viele Begriffe ein, wenn man an ein Weihnachten in der idealen Familie denkt. Die Realität ist freilich oft anders: Von kleinen Zwistigkeiten bis zu ausgewachsenen Streits, Stress, komplexen Patchwork-Situationen – gerade zu Weihnachten zeigt sich oft, dass die Familie als kleine Gesellschaft Spiegel all jener Herausforderungen und Schwierigkeiten ist, die sich im Zusammenleben der Menschen...

  • 17.12.25
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80 Jahre Kirchenzeitung
Jubiläumsgottesdienst im Dom

Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde am Gaudete-Sonntag im voll besetzten Innsbrucker Dom das 80-jährige Bestehen der Kirchenzeitung "Tiroler Sonntag" begangen. Die Jubiläumsmesse stand unter der Leitung von Bischof Hermann Glettler und wurde musikalisch vom Domkapellmeister, dem Domorganisten sowie einem Bläserquintett der Wiltener Stadtmusikkapelle gestaltet. Der Gottesdienst bildete den zentralen Festakt zum Jubiläum der Zeitung, die am 2. September 1945 erstmals als "Kirchenblatt der...

  • 15.12.25
Diplomat, Theologe und Priester Michael Weninger.  | Foto: Franz Josef Rupprecht
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Dialog zwischen Kirche und Freimaurerei aufgeschlüsselt

„Die früheren kirchlichen Verurteilungen der Freimaurerei treffen nicht mehr zu bzw. sind angesichts des geteilten Glaubens gegenstandslos.“ Der Priester und früherer Botschafter der Republik Österreich Weninger veröffentlichte einen weiteren Band seiner Trilogie über das Verhältnis von katholischer Kirche und Freimaurerei. Kardinal König war eine Zentralfigur der Annäherung. Ein neues Buch zeichnet das wechselvolle Verhältnis zwischen katholischer Kirche und Freimaurerei seit dem Zweiten...

  • 11.12.25

Maria im Stundengebet
Erlösermutter

Unlängst klärte der Vatikan Fragen zu Maria als „Miterlöserin“. Dass Maria aber Mutter des Erlösers ist, steht außer Frage. Der Hymnus „Alma Redemptoris Mater“, den katholische Geistliche im Advent am Ende der Vesper beten, macht das besonders deutlich. Das Kirchenjahr kennt Fest- und Besinnungszeiten, Ruhepausen und Momente der Freude: Der jährlich wiederkehrende Reigen, der das Leben und Wirken, die Geburt, den Tod und die Auferstehung Jesu Christi nachvollzieht, atmet im gleichen Rhythmus...

  • 10.12.25
Provinzoberin Sr. Notburga Maringele (li.) und ihre Vorgängerin 
Sr. Gertrud Schernthanner im Garten des Provinzhauses in Hall.  | Foto: Kaltenhauser
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Zu Besuch bei den Tertiarschwestern
„Wir sind ein bisserl Aussteigerinnen.“

Sie sind zwei gestandene Frauen, die das große Ganze nie aus dem Blick verlieren: Ein Gespräch mit der neuen Provinzoberin Sr. Notburga Maringele und ihrer Vorgängerin, Sr. Gertrud Schernthanner, von den Tertiarschwestern in Hall. Sr. Gertrud, Sie waren zwölf Jahre Provinzoberin. Was waren in dieser Zeit die Highlights, was die schwersten Momente? Sr. Gertrud: Das Schönste war der barrierefreie Umbau unseres alten Gebäudeteils, so dass die alten Schwestern länger bei uns bleiben können. Das...

  • 05.12.25

GLAUBENS_GUT
Gottesgebärerin und Magd

Der 8. Dezember, „Mariä Empfängnis“, genauer: „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“ hat mit der Geburt Mariens neun Monate später am 8. September zu tun, nicht mit der Geburt Jesu zu Weihnachten und nichts mit der theologischen Aussage über die Jungfrauenschaft Mariens. Das große Marienfest mitten im Advent besagt: Maria ist die von allem Anfang an Begnadete, seit Beginn ihrer leiblichen Existenz ist sie ohne Sünde. „Voll der Gnade“, wie keine andere Frau und...

  • 04.12.25

Mariä Empfängnis
Gottes Heilsplan

Von den Umständen, wie Maria, die Mutter Gottes, empfangen wurde, erfahren wir vor allem aus zwei apokryphen, also nicht zum Kanon der Bibel gehörenden Schriften: Dem Pseudo-Matthäus-Evangelium und dem Protoevangelium des Jakobus. Beide erzählen die gleiche Geschichte, wenn auch in Details verschieden: Joachim, der Vater Marias und Ehemann Annas, ist zwar ein gerechter und mildtätiger Mann – er opfert fleißig im Tempel und spendet an die Armen –, doch das Glück eines Kindes bleibt dem Paar...

  • 03.12.25

LEBENS_WEISE
Der Trauer wie auch der Freude Raum geben

Rund um Advent und Weihnachten vermissen wir liebe Verstorbene oft umso intensiver, da sie im Kreise der Familie einfach fehlen. Wie man mit der Trauer in dieser Zeit umgehen kann und warum zu feiern trotzdem in Ordnung ist, wissen die Bestatter Julia und Martin Dobretsberger. Wenn ein Mensch stirbt, hinterlässt er eine gewisse Leere im Leben derer, die zurückbleiben. „Das wird uns umso bewusster, je fokussierter wir wieder auf die Familie sind, so wie es bei den Feierlichkeiten rund um...

  • 01.12.25

WERT_VOLL
Jesus wurde zum Bruder aller Menschen geboren

Cicero, altrömischer Gelehrter und Staatsmann, kam etwa 100 Jahre vor Jesus Christus im heutigen Arpino, etwas östlich von Rom, zur Welt. Der Philosoph wurde zum höchsten Politiker, also zum Konsul, erwählt. Seine legendären Reden und Schriften geben bis heute viel her. „Nichts ist so absurd, dass es nicht schon von einem Philosophen behauptet worden ist.“ Dieser Satz wird auf Cicero zurückgeführt und er scheint sich stets zu bewahrheiten. „Fake news“, also „gefälschte Nachrichten“ benebeln in...

  • 29.11.25

Neues Lesejahr
Zum Glauben eingeladen

Mit dem ersten Advent beginnt ein neues Kirchenjahr und damit auch ein neues Lesejahr. Jedes dieser Jahre stellt ein anderes Evangelium in seinen Mittelpunkt. Im Lesejahr A, das nun anfängt, erhält das Evangelium nach Matthäus besondere Aufmerksamkeit. Es ist nicht nur das längste der vier Evangelien, lange galt es in der frühen Kirche auch als das älteste. Dem Apostel Matthäus zugeschrieben, war es den ersten Christen eine Art „Summe“ der Lehren über das Leben Jesu – es war das Evangelium...

  • 26.11.25
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80 Jahre Tiroler Sonntag
Jubiläumsgottesdienst mit Bischof Glettler

Die Kirchenzeitung "Tiroler Sonntag" feiert in diesem Jahr ihr 80-Jahr-Jubiläum. Nach einer umfangreichen Sonderausgabe, die am 23. Oktober erschienen ist, lädt das Team der Kirchenzeitung nun zu einem Jubiläumsgottesdienst ein: Sonntag, 14. Dezember (Gaudete), 11.30 Uhr, Dom zu St. Jakob Den festlich gestalteten Gottesdienst zelebriert Bischof Hermann Glettler. Die musikalische Gestaltung liegt in den Händen von Domkapellmeister Christoph Klemm und einem Bläserquintett der Blasmusikkapelle...

  • 24.11.25

Ein Fest für einen König

Vor 100 Jahren führte Papst Pius XI. das Fest Christkönig ein, als Symbol für den Frieden in einer instabilen Zeit. Es ist damals wie heute ein Kontrapunkt gegen eine Politik, die Gott vergisst. Es ist das Jahr 1925: F. Scott Fitzgerald veröffentlicht seinen Roman „The Great Gatsby“, Werner Heisenberg schafft mit einem Artikel in einer Physik-Fachzeitschrift die Grundlagen für die Quantenphysik, Fritz Lang beginnt die Dreharbeiten zu seinem Monumentalfilm „Metropolis“. Paul von Hindenburg wird...

  • 19.11.25

IM_LAND
„Es geht ums Glaubenszeugnis“

Zuseher:innen für das Evangelium zu begeistern und die Botschaft Jesu zu überbringen – das möchte Richard Geier, Leiter des Passionsspiels in St. Margarethen, die 2026 auf 100 Jahre ihres Bestehens zurückblicken. Aufgezeichnet hat das Gespräch mit ihm CHRISTOPHER ERBEN „Nein, nie hätte ich es mir vorstellen können, einmal Spielleiter der Passionsspiele zu werden“, sagt Richard Geier. „Mein Interesse für Theater und Literatur war aber schon immer da.“ Für den Pfarrer von St. Margarethen nahm...

  • 13.11.25

Das ewige Vorbild

Am 15. November gedenkt Niederösterreich seines Landespatrons, des heiligen Markgrafen Leopold. Als heiligmäßiger Herrscher stilisiert, diente er als Identifikationsfigur für die Mächtigen Österreichs. Mit Vorbildern ist das ja so eine Sache. Macht man als Person des öffentlichen Lebens bekannt, man habe dieses und jenes Vorbild, rückt man sich einerseits zwar in die Nähe dieses Idols, man wird aber natürlich auch immer daran gemessen. Karl Nehammer zum Beispiel bemerkte einmal, sein Vorbild...

  • 12.11.25

Der Eintritt ins Heiligste

Unweit der Lateranbasilika, deren Weihetag die ganze Kirche am 9. November feiert, befindet sich eine kleines Heiligtum, das selbst die hochmittelalterlichen Päpste nur mit goßer Demut betraten. Hätte Indiana Jones einmal ein Abenteuer in Rom erlebt, es hätte sich mit ziemlicher Sicherheit um einen ganz bestimmten Ort gedreht: Die „Sancta Sanctorum“ nämlich, ein kaum 50 Quadratmeter großer Raum voll unglaublicher und vor allem überirdischer Schätze. Einst die Privatkapelle der Päpste, kann sie...

  • 05.11.25

Allersseelen
Ist alles eitel?

Gerade im Herbst, wenn die Blätter fallen und uns der Gang zum Grab an unsere Verstorbenen erinnert, ist man konfrontiert mit der Vergänglichkeit des Lebens – ein ewiges Thema. Ein leeres Glas, ein Totenschädel, eine Uhr, verlöschendes Räucherwerk, eingetrocknete Farbe auf einer Palette: Alles Bilder für die Vergänglichkeit, dafür, dass alles im Leben ein Ablaufdatum hat, eine tickende Uhr, die die Sekunden bis zu seinem Vergehen zählt. „Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, das ist alles...

  • 29.10.25
3 Bilder

Martin und der entlarvte Teufel

Eine Legende vom heiligen Martin zum Weiterschreiben Der heilige Martin mit dem Mantel auf dem Pferd und der Bettler von Amiens, der Heilige und die geschmorten Gänse, der Martiniwein und das Martiniloben, das Martinskipferl und der Laternenumzug der Kinder, das alles gehört zu seinem Fest, aber es ist bei weitem nicht alles. Vieles erinnert an den großen Heiligen der frühen Kirche, die Erzählungen und Legenden von und über ihn, sein Beruf als Soldat, seine Taufe, sein Mönchsein, sein...

  • 23.10.25

GEIST_REICH
Begegnung mit dem Tod

Nachdenkliches zu Allerseelen und Allerheiligen Wer behauptet: „Der Tod lässt mich kalt“ und das Sterben als nebensächlichste Nebensache abtut, ist nicht ehrlich. In diesem Zusammenhang können sogar Religionen und der Glaube zu einer lebensfremden, frömmelnden Ideologie werden. Sie reden gerne von „Wiedersehensfeier“, von „Abschied auf Zeit“, von „christlicher Verabschiedung“, vom „Gehen in den nächsten Raum“. Viele verdrängen den Tod, sie überspielen ihn und tun so, als würde der Tod mit dem...

  • 23.10.25

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