GLAUBENS_GUT
Gottesgebärerin und Magd

„Maria Advocata“, also die „Anwältin“, Fürsprecherin, heißt dieses Bild. Diese Kopie wird in der Kirche „Sant’Alessio“ auf dem römischen Aventinshügel verehrt, das Original gilt als die älteste Ikone der Gottesmutter in Rom. Die Darstellung ohne das Jesuskind ist selten; ihre Hände sind fürbittend erhoben. | Foto: Franz Josef Rupprecht
  • „Maria Advocata“, also die „Anwältin“, Fürsprecherin, heißt dieses Bild. Diese Kopie wird in der Kirche „Sant’Alessio“ auf dem römischen Aventinshügel verehrt, das Original gilt als die älteste Ikone der Gottesmutter in Rom. Die Darstellung ohne das Jesuskind ist selten; ihre Hände sind fürbittend erhoben.
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Der 8. Dezember, „Mariä Empfängnis“, genauer: „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“ hat mit der Geburt Mariens neun Monate später am 8. September zu tun, nicht mit der Geburt Jesu zu Weihnachten und nichts mit der theologischen Aussage über die Jungfrauenschaft Mariens.

Das große Marienfest mitten im Advent besagt: Maria ist die von allem Anfang an Begnadete, seit Beginn ihrer leiblichen Existenz ist sie ohne Sünde. „Voll der Gnade“, wie keine andere Frau und kein anderer Mann in der ganzen Heilsgeschichte Gottes mit uns Menschen. Sie ist Mutter Gottes und Gottesgebärerin.

Der Marienfeiertag in der Vorweihnachtszeit sorgt allemal für Diskussionen, nicht, was den Inhalt des Festes ausmacht, sondern was die Geschäftigkeit und die Ladenöffnung an diesem Tag betrifft, die vergessen lassen, dass ein Feier- und Ruhetag in der Hetze des Advents allen gut täte. Doch 1995 wurde das Ladenöffnungsgesetz geändert. Genau 40 Jahre vorher beschloss der Nationalrat die Wiedereinführung des Feiertages als Dank für die erlangte Freiheit Österreichs nach den Jahren des Krieges und der Besatzung. Diese Entscheidung wurde von hunderttausenden Österreichern mit ihren Unterschriften vorangetrieben, ein „heiliges Volksbegehren“ im Gegenwind zum Nationalsozialismus, seinen Handlangern und überwutzelten Gesinnungsgenossen, denen der Feiertag nicht in den Kram passte, obwohl er bei uns jahrhundertelang bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurückreicht, bereits im 12. Jahrhundert grundgelegt, später in Rom und in der ganzen Kirche gefeiert wurde.

Maria ist die adventliche Frau, auf Christus hin ausgerichtet. Sie ist die Christusträgerin, die, wie kein anderer Mensch, Christus in sich trägt, ihn austrägt, ihn zur Welt bringt, der Welt aussetzt und den menschgewordenen Gott gebiert. Sie ist kein Gottesersatz, keine weibliche Gottheit, wie sie in anderen Religionen zu finden sind. Sie tritt nicht in Konkurrenz zu Gott, sie ist weder „Miterlöserin“ noch „Gnadenmittlerin“, wie es manche Gläubige und Päpste, Erscheinungen und Privatoffenbarungen, glühende Marienverehrer und theologische Kleinkrämer formulieren wollten. „Auch Maria ist alles, was sie ist, durch Christus. Das Wort Miterlöserin würde diesen Ursprung verdunkeln“, hat der alte Glaubenspräfekt Joseph Ratzinger (Papst Benedikt) gesagt. Der jetzige „Glaubenshüter“ in Rom, ein Vertrauter von Papst Franziskus, einer, auf den sich auch Papst Leo verlassen kann, hat in einer „lehrmäßigen Note“ der Glaubenskongregation unlängst rote Linien gezogen: „Keine menschliche Person, nicht einmal die Apostel oder die Gottesmutter, kann als universaler Spender der Gnade handeln. Nur Gott kann Gnade gewähren, und er tut es durch die Menschheit Jesu Christi“. Und weiter: „Die Verwendung des Titels der Miterlöserin ist immer unangebracht. Dieser Titel berge die Gefahr, die einzige Heilsvermittlung Christi zu verschleiern“.

Maria ist Mutter des Volkes Gottes, der Kirche und der Glaubenden, Mitpilgerin und Wegweiserin zu Christus. Sie ist begnadet, Gottesmutter, Jungfrau und Mutter des Lebens, neue Eva, Berufene und das Mädchen aus Nazareth. Sie redet, auch wenn sie schweigt. „Auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut“, wie es im Magnificat, dem Revolutionslied Mariens heißt. Und: „Die Mächtigen“ – und die, die es sein wollen, für Unterhaltung sorgen und von den Titelseiten glotzen – „stürzt er vom Thron, die Niedrigen aber erhebt er“. Und sie schreibt Hoffnung, diese adventliche Frau.

P. KARL SCHAUER OSB

Autor:

martinus Redaktion aus Burgenland | martinus

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