Severinitage
Der Apostel Noricums
- Seitenaltarbild von Grete Konhäuser in der Pfarrkirche Mautern, wo mit einem Festgottesdienst am 8. Jänner die Severintage beginnen.
- Foto: Peter Granser
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Der Heilige Severin ist uns als bedeutender Missionar, Klostergründer sowie Patron der Winzer und vieler Kirchen auch heute noch sehr präsent. Sein Gedenktag ist ein Grund zu feiern!
Die Geschichte Noricums, der römischen Provinz am nördlichen Ende des Römischen Reiches, ist auch ein Stück österreichische Geschichte: Wo einst die alten Römer lagerten, erstrecken sich heute Oberösterreich, Salzburg, Kärnten, Niederösterreich und die Steiermark. Der Name der Provinz Noricum rührt von einem alten norischen Königreich: Gegründet wurde es gegen Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. vom Stamm der namensgebenden Noriker – Kelten, die bereits 200 Jahre vorher in den Ostalpen sesshaft gewordenen waren.
Darüber hinaus ist die Provinz untrennbar verbunden mit dem heiligen Severin. Wann das Christentum in Noricum Fuß fasste, lässt sich nicht genau sagen. Für die zweite Hälfte des 3. Jahrhunderts gab es schon eine nennenswerte Zahl christlicher Bekenner. Wenige Jahre später (313) kam es unter Kaiser Konstantin zu den berühmten Mailänder Vereinbarungen, durch die dem Christentum von den Römern bevorzugte Gleichberechtigung zugestanden wurde. Später wurden heidnische Tempel verboten und Opfer mit der Todesstrafe bedroht.
Man kann annehmen, dass im 4. Jahrhundert die Missionierung Noricums im Wesentlichen abgeschlossen war. Zur Zeit des um 400 geborenen Severin, der von Mönchen des Ostens ausgebildet wurde, war das Römische Reich bereits dem Untergang geweiht, die militärische Lage trostlos und von den einstigen Grenzbefestigungen kaum mehr etwas intakt. Plünderungen, Überfälle, Verwüstungen der Orte und Verschleppung der Bevölkerung waren keine Seltenheit in der Sturmzeit der Völkerwanderung.
„Nach der Freilegung (Severins aus seinem Grab) umfing uns alle, die wir umher standen, ein so süßer Wohlgeruch ...“
Eugippius: „Vita Severini“ , Kap.44
Vom „Apostel Noricums“, dem heiligen Severin, schrieb Eugippius in der „Vita Severini“. Die beiden lernten sich in den letzten Lebensjahren Severins kennen. Im Jahr 482, zu Severins Tod, weilte Eugippius bereits als Mönch in dem Stammkloster Severins in Favianis (wahrscheinlich im heutigen Mautern gelegen). Die Darstellung des Lebens des hl. Severin schöpfte sich zu einem aus eigenem Erleben und anderseits aus mündlicher Tradition, die sich im Kreis der älteren Mönche lebendig gehalten hatte. Der Stil der „Vita Severini“ ist von wohltuender Einfachheit. Der Zeitpunkt des Eintreffens Severins in Noricum fiel in die Jahre nach dem plötzlichen Tod des Hunnenkönigs Attila. Sein erstes Auftreten ist für Asturis (Nähe Tulln) bezeugt, später kam er über Comagensis (Tulln), wo er die Menschen aufforderte zu fasten, zu beten und barmherzig zu sein, damit ihre Stadt nicht von den Feinden zerstört werde, wegen einer Hungersnot nach Favianis.
Seinen dauernden Aufenthalt nahm Severin, sofern er nicht auswärts weilte, in einem von ihm gegründeten Kloster in Favianis, das gegenüber der Residenz des rugischen Königshauses (wahrscheinlich in Stein) am anderen Donauufer lag. Das Kloster hatte Platz für Kranke – auch Medikamente wurden ausgegeben –, war Herberge und bot Lagerräume zur Versorgung Bedürftiger. Im ihm wirkten Priester, Diakone, Subdiakone, Kantoren und Lektoren bei Morgen- und Abendgottesdiensten.
Eugippius berichtet von vielen Wundern Severins. Was ihnen zugrunde liegt, ist die große Leistung des Heiligen, der in karitativer Hinsicht so sehr für die Bevölkerung da war, dass er in fast aussichtslosen Situationen immer wieder neue Quellen erschloss (Lebensmittel- und Kleidertransporte, Öllieferungen). Dieser schlichte Mönch Severin, wohl nicht Priester, war in Wahrheit das eigentliche geistige und politische Oberhaupt der Provinz. Er gründete eine Reihe von Klöstern, so in Lorch, Passau, Kuchl und Salzburg. Er war der persönliche Berater des Rugierkönigs Flaccitheus. Ebenso trat Severin dem Alemannenkönig entgegen, um Frieden und Ruhe für sein Volk zu fordern und Gefangene frei zu bekommen. Sein Ziel war es, die romanische Kultur und das Christentum so lange wie möglich irgendwie zu erhalten. So lebte und wirkte er zum Wohle der Mitmenschen, bis er nach kurzem Leiden 482 in Favianis starb und hier für sechs Jahre begraben lag. Nach dem Abzug der Mönche mit dem unversehrten Leichnam Severins nach Italien plünderten die Rugier das Kloster.
Severintage Mautern ab 8.1.2026
- Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche,
- Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen zu Geschichte, Kultur und Archäologie,
- von der Jungschar Mautern gekochte römische Speisen,
- Rundgang auf den Spuren der Römer durch Traismauer
- ... und vieles mehr!
Weitere Infos...
Autor: Peter Granser/red.
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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