Niederösterreich | Kirche bunt - Geschichtliches & Wissen

Beiträge zur Rubrik Geschichtliches & Wissen

Servitengründer
Sieben, die erkannt haben

Heute zwar einer der kleineren Orden in Österreich, war der Servitenorden früher an vielen Orten vertreten – so auch im Kloster Schönbühel. Am 17. Februar gedenkt die Kirche ihrer sieben Gründer, die eine lebensverändernde Erkenntnis hatten. In einem Nebengebäude des kleinen Klosters Schönbühel am rechten Donauufer ließ sich Anfang des 20. Jahrhunderts der große Philosoph Franz Brentano nieder, zu dessen Schülern Edmund Husserl und Sigmund Freud gehörten. Brentano war Priester, schied aber aus...

  • 11.02.26

Kirchengeschichte
Der Papst erhebt Einspruch

Mit dem „Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat“ wurde 1905 der Laizismus in Frankreich eingeführt. Wenige Monate später – vor 120 Jahren – übermittelte Papst Pius X. ein Protestschreiben an Klerus und Volk von Frankreich, in dem er die Maßnahme des französischen Staats scharf kritisierte. Frankreich kennt man heute als den laizistischen Staat schlechthin. Kein Wunder, gilt doch der Laizismus – also die vollständige institutionelle Trennung von Kirche/Religion und Staat – geradezu als...

  • 04.02.26

Wachau
Ältester Dachstuhl in Kirche St. Lorenz

In der Filialkirche St. Lorenz in der Gemeinde Rossatz-Arnsdorf ist der älteste Dachstuhl Österreichs nachgewiesen worden. Dendrochronologische Untersuchungen, mit denen Jahresringe von Bäumen analysiert werden, datieren die verwendeten Hölzer auf das Jahr 1095/96 – und damit 30 Jahre früher als alle bisher bekannten Konstruktionen im Land, teilte der Arbeitskreis für Hausforschung Österreich mit. Kulturhistorische Bedeutung Bisher galt der um 1125 konstruierte Dachstuhl der Johanneskapelle in...

  • 28.01.26

Gebärdensprache
Wie spricht man im Schweigekloster?

Gebärdensprache, mit der gehörlose oder hörbehinderte Menschen sprechen, hat eine lange Geschichte. Diese reicht sogar bis in die frühe Geschichte katholischer Klöster und Stifte zurück. Dass viel Gerede oft schädlicher ist, als sich einfach mal zurückzunehmen, still zu sein, zuzuhören, das scheint hin und wieder in Vergessenheit zu geraten. Selbstkritisch könnte man sagen, dass gerade in der Kirche mit ihren unendlich vielen Beratungsgremien, Ausschüssen und Räten es vielleicht manchmal so...

  • 21.01.26

Angelus Silesius
Weihnachten in uns

Ist Weihnachten nur Punschstand und Geschenkeshopping? Angelus Silesius sagte schon vor 400 Jahren, dass Weihnachten ohne eine richtige Innerlichkeit, ohne Vergegenwärtigung im Einzelnen immer nur oberflächlich bleibt. Wird Christus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in dir, du bleibst noch ewiglich verloren.“ Wer kennt nicht diese aufrüttelnden Zeilen aus der Hand des großen Mystikers und Dichters Angelus Silesius? Sie fassen in Kürze zusammen, was er als sein Lebensziel auserkor: Die...

  • 17.12.25

"Wie's Leben früher war" von Inge Friedl
Der Advent als Wartezeit

Viele von uns kennen dieses Lied. Es hat vier Strophen, so viele wie Kerzen am Adventkranz. Lied und Kranz helfen uns, die Wartezeit bis Weihnachten zu gestalten. Doch halt, wer „wartet“ noch auf die Festtage, außer die Kinder vielleicht? Der Dezember ist heute wohl der turbulenteste Monat im Jahr mit der größten Hektik. Es gilt, die Zeit bis Weihnachten ohne allzu viel Stress irgendwie zu überstehen, und man fragt sich, wie konnte jemals der Advent als stillste Zeit im Jahr bezeichnet werden?...

  • 10.12.25
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Inquisition, Teil 3
Im Ringen um Wahrheit: Die Schatten der Inquisition

Folter, fanatische Kirchenmänner, abertausende Opfer auf Scheiterhaufen – das ist das Bild, das viele von der Inquisition haben. Doch was ist dran am Schreckgespenst Inquisition? Und sie dreht sich doch. – Das soll Galileo Galilei in sich hineingemurmelt haben, als er nach seiner Verurteilung den Saal der Inquisition verließ. Der Grund des Schuldspruches: 1632 erschien sein Werk Dialogo, in dem er das heliozentrische Weltbild mit dem geozentrischen verglich und ersterem den Vorrang gab. Er...

  • 01.10.25

Geschichte
Der vergessene Aufstand der Bauern

Ein Krieg ist nicht über Nacht vorbei – selbst wenn die Waffen endlich schweigen. Auch der Erste Weltkrieg wirkte in den Köpfen der Menschen nach, und so begann die Erste Republik mit bewaffneten Auseinandersetzungen. Eine der ersten war 1918 ein – heute weitgehend in Vergessenheit geratener – Aufstand der Bauern. Die Ursache: Das System der Kriegs-Wirtschaft war beibehalten und die Bauern auch nach Kriegsende gezwungen worden, ihre Erzeugnisse zu festgesetzten Preisen an staatliche Stellen...

  • 10.09.25

Ende des Zweiten Weltkriegs
Der allerletzte Kriegstag

Obwohl das Deutsche Reich bereits am 8. Mai bedingungslos kapitulierte, endete der Zweite Weltkrieg in seiner Gesamtheit erst am 2. September mit der Kapitulation Japans. Österreich war zu dieser Zeit bereits besetzt, wurde in der Folge wieder aufgebaut – und die Kirche erlebte einen Boom. Als in Österreich bereits die erste provisorische Staatsregierung unter Karl Renner regierte, tobte in Asien noch der Krieg. Nachdem die US-amerikanischen Truppen durch das sogenannte „Inselspringen“ Stück...

  • 27.08.25

NÖ:
Zentrale Weichen für das Christentum gestellt

Im Jahr 325 n. Chr. fand das Erste Konzil von Nicäa statt – ein weltgeschichtliches Ereignis, das bis heute grundlegende Entscheidungen für die christliche Glaubenslehre und die Organisation der Kirche prägt. Weniger bekannt ist jedoch: Ohne eine entscheidende politische Weichenstellung im heutigen Niederösterreich, nämlich in der Römerstadt Carnuntum (Bezirk Bruck an der Leitha) hätte dieses Konzil vielleicht nie stattgefunden. „Kaiserkonferenz“ in Carnuntum Bereits 17 Jahre vor dem Konzil, im...

  • 30.07.25
Dieses historische Gemälde vom furchtbaren Ereignis ist in vielen Bauernhöfen zu finden gewesen.  | Foto: Wolfgang Zarl
3 Bilder

Pressereise durch NÖ und OÖ
Auf den Spuren der evangelischen Christen

Anlässlich eines erschütternden „Würfelspiels“ vor 400 Jahren wurde auf Einladung der Katholischen Presseagentur und des Evangelischen Pressedienstes bei einer Pressetour die schwierige Vergangenheit der evangelischen Christen in unserer Heimat beleuchtet. Große Teile unseres Diözesangebietes – also das Wald- und Mostviertel – waren einst teils zu über 80 Prozent protestantisch. Ein fürchterliches Ereignis vor 400 Jahren bringt ins Bewusstsein, wie viel Leid die Konfessionsstreitigkeiten mit...

  • 16.07.25
12 Bilder

Patroziniumsfest mit vielen Gläubigen
Der Hauch der Geschichte in der Kirche von Zuggers

In der tschechischen Kirche von Krabonoš (Zuggers) bei Gmünd die heilige Messe zu feiern, ist mit einer ganz besonderen Stimmung verbunden, weil hier die Schwere der jüngeren Geschichte noch spürbar ist, aber auch der Wille zur Versöhnung und zum Gedenken. Es ist eine Kirche, die ein Mahnmal ist gegen den (Kalten) Krieg und für Völkerverständigung. Anlässlich des Patroziniums machten sich Wallfahrter-Gruppen aus Brand, Gmünd und České Velenice auf zu dem Johannes dem Täufer geweihten...

  • 02.07.25
Halbfigurenporträt vom ersten St. Pöltner Bischof Johann Heinrich von Kerens. | Foto: Museum am Dom/Seebacher.
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Kirchengeschichte
Ein Niederländer in Niederösterreich

Johann Heinrich von Kerens war Lehrer, Reformer und kluger Verwalter. Der erste Bischof von St. Pölten feierte am 22. Mai seinen 300. Geburtstag. „Kirche bunt“ schaut auf das bewegte Leben jenes Bischofs, der bis heute die Diözese prägt. Nach langer Vorbereitung war es am 8. Mai 1785 so weit: In die bisherige Stiftskirche der Augustiner Chorherren zu St. Pölten zog jener Geistliche ein, der fortan die Geschicke der neugegründeten Diözese im westlichen Niederösterreich lenken sollte. Es handelte...

  • 21.05.25
Schriftzug „Iznik“ vor der ehemaligen Hagia-Sophia Kirche in Iznik (Türkei).  | Foto: Andrea Krogmann/KNA
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Türkische Kleinstadt
Zu Besuch im antiken Nicäa

Das antike Nicäa – vor 1.700 Jahren Schauplatz des berühmten Konzils – ist heute eine türkische Kleinstadt ohne christliche Gemeinde. Iznik, das unter dem Namen Nicäa als Gastgeber zweier Ökumenischer Konzilien in die (Kirchen-)Geschichte einging, ist heute ein malerisch-verschlafenes Bauernstädtchen. Olivenhaine und Traktoren prägen das Umland. Etwas über 20.000 Einwohner leben in Iznik; Christen sind nicht mehr darunter. Hier haben Griechen, Römer, Byzantiner, Seldschuken und Osmanen ihre...

  • 15.05.25

Geschichte
Papst Leo XIII.

Der neue Papst Leo XIV. hat einen traditionsreichen Namen angenommen: Vincenzo Gioacchino Pecci wirkte als Leo XIII. (1878-1903) als Versöhner der Kirche mit der modernen Welt. Er galt als ein weiser Staatsmann. In seiner Amtszeit vermittelte der Heilige Stuhl elfmal in internationalen Konflikten. Leo XIII. begann einen Kurs der Öffnung gegenüber der modernen Welt und durchbrach die „Festungsmentalität“ der Kirche, die durch die Umwälzungen der Französischen Revolution und durch den Verlust des...

  • 14.05.25

Zweiter Weltkrieg
Kinder des Krieges

Die Generation der Kriegskinder hatte schon im Krieg das Verdrängen gelernt, das Wegschauen, das An-etwas-Gutes-Denken: „Schau auf die Wand, dann sieht man nix“, wurde Kindern geraten. Einige haben das so verinnerlicht, dass sie sich tatsächlich an vieles nicht mehr erinnern können. Andere brauchten Jahrzehnte, um über das Erlebte zu sprechen. So war es auch bei Ferdinand K., der im April 1945 mit 15 Jahren heimlicher Zeuge eines heute als „Endphaseverbrechen“ kategorisierten Massakers in der...

  • 30.04.25

Ausstellung
Aufgewachsen zwischen 1938 und 1955

Den Kindern des Krieges, die zwischen 1938 und 1955 aufgewachsen sind, widmet sich eine neue Ausstellung im Museum Niederösterreich in St. Pölten. Im Mittelpunkt stehen die Erinnerungen von Zeitzeugen und Zeitzeuginnen. Für die Ausstellung wurden vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung 24 Personen interviewt, von denen manche ihre Geschichte zum ersten Mal in der Öffentlichkeit erzählen. Sie haben Bomben, Flucht, Verfolgung und den Verlust von Familienmitgliedern miterlebt. Ihre...

  • 30.04.25
General Stanley Reinhart und General Dmitri Dritschkin am 8. Mai 1945 in Erlauf. | Foto: Erlauf Erinnert
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Geschichte
80 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs

Alle Pfarren sind aufgerufen, am 8. Mai um 17.45 Uhr die Glocken der Kirchen und Kapellen zu läuten – als Zeichen der Erinnerung und der Freude, dass an diesem Tag im Jahr 1945 der Zweite Weltkrieg zu Ende ging. Es ist ein Beispiel unter vielen: Kurz vor der Befreiung wurden noch 14 KZ-Häftlinge von den Nazi-Schergen in Wolfsbach ermordet, die durch das Diözesangebiet Richtung Mauthausen getrieben wurden. In einer Chronik heißt es dazu: „Schlecht gekleidet, Schuhwerk sehr mangelhaft, nasskaltes...

  • 30.04.25

Konklave
So läuft die Papst-Wahl ab

Am 7. Mai treten die Kardinäle zur Wahl eines neuen Papstes zusammen. Wahlberechtigt sind jene 135 Kardinäle, die zum Todeszeitpunkt von Papst Franziskus das 80. Lebensjahr nicht vollendet hatten. Der Begriff Konklave stammt aus dem klassischen Latein und bedeutet „verschlossener Raum“. Denn während des Wahlvorgangs sind die Kardinäle von der Außenwelt abgeschlossen. Von den 135 wahlberechtigten Kardinälen kommen 53 aus Europa, davon 16 aus Italien. Asien stellt 23 Wähler, Lateinamerika (mit...

  • 30.04.25

zweiter Weltkrieg
NS-Endphaseverbrechen vor 80 Jahren

Das Nazi-Regime war kurz vor dem Ende. Aber seine Fanatiker mordeten bis zum Schluss. Auch in unserer Gegend wurden kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges noch jüdische Gefangene, politische Gegner und sowjetische Zwangsarbeiter getötet. Die deutsche Niederlage im Zweiten Weltkrieg hatte sich bereits abgezeichnet. Und dennoch verübten die Nazis vor 80 Jahren noch allerschlimmste Verbrechen und Morde, die in ihrer Dimension grauenhaft sind. Dazu kommt: Es geschah in unseren Ortschaften. Dies...

  • 09.04.25
Alte Leute, auch Einleger, halfen nach Kräften noch am Hof mit.  | Foto: Friedl Gelhausen, Friedl Höfler
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Armenfürsorge am Land
Die Einleger

Jedes Ding hat zwei Seiten – auch die Erinnerung an vergangene Zeiten ist eine zwiespältige Sache. Einlegerwesen, Dienstbotenelend und Kinderarbeit sind die weniger schönen Seiten eines Rückblicks auf ein Leben am Land „wieʼs früher war“. In einer Zeit, als es noch keine Pensionsversicherung gab, hatten es die alten Mägde und Knechte besonders schwer. Wer nicht das Glück hatte, sein Gnadenbrot bei einem Bauern zu erhalten, der musste in die Einlege gehen. Dafür mussten sie in ihre...

  • 02.04.25

Gedenken
Papst Johannes Paul II.

Am 2. April jährt sich der Todestag von Papst Johannes Paul II. zum 20. Mal. Der 2014 heiliggesprochene Papst, dessen Pontifikat das längste in der Kirchengeschichte war, prägte die Welt und die Kirche im ausgehenden 20. Jahrhundert. Mit zahlreichen Gedenkfeiern wurde dieser Tage dem heiligen Papst Johannes Paul II. gedacht. Eingeladen zu den Feierlichkeiten hatte jüngst Kardinalvikar Baldassare Reina in einer Botschaft an die Gläubigen der Diözese Rom. Das Leben und Wirken Johannes Pauls II....

  • 02.04.25

Porträt
Und reichst du uns den schweren Kelch!

Dietrich Bonhoeffer wurde am 9. April 1945 hingerichtet. Er war ein Glaubender, ein Kämpfer, ein Christ. Sein Kampf gegen das Naziregime war ein Kampf gegen Menschenfeindlichkeit, Hass, Vernichtung und für einen liebenden Gott. Die Geschichte des christlichen Widerstandes gegen das Dritte Reich ist wie die Geschichte „David gegen Goliath“: Dem mächtigen, riesenhaften Philisterkrieger steht ein Hirtenjunge mit einer Steinschleuder gegenüber – der Maschinerie des Todes, die Hitler aus dem Boden...

  • 27.03.25
2 Bilder

Gedenken in Pfarren
Der schreckliche 20. März 1945

Vor 80 Jahren wurden gegen Ende des Zweiten Weltkriegs auch Kirchen zerstört. Besonders schwer getroffen wurden auf dem Gebiet der Diözese St. Pölten die Gotteshäuser von Rust, Traisen und Amstetten-Herz Jesu. Am 20. März 1945 wurde Amstetten von schweren Bombenangriffen heimgesucht, bei denen viele Menschen starben. Darunter waren dutzende KZ-Häftlinge, die wegen Aufräumarbeiten aus dem KZ Mauthausen in die Mostviertler Stadt gebracht worden waren. Man verwehrte ihnen den Zugang zu den...

  • 24.03.25

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