St. Pöltner Dom
Feierlicher Abschluss des Heiligen Jahres 2025
- hochgeladen von Wolfgang Zarl
Zum Ende des Heiligen Jahres zelebrierte Bischof Alois Schwarz am 28. Dezember einen Festgottesdienst im voll besetzten St. Pöltner Dom. Bei der anschließenden Agape wurde den Pilgern, die alle 13 „Kirchen der Hoffnung“ in der Diözese St. Pölten besucht und ihr Armband mit allen Buchstaben bestückt haben, eine Urkunde überreicht.
Heilige Jahre werden in der katholischen Kirche alle 25 Jahre gefeiert. Bereits 2033 ist ein außerordentliches Heiliges Jahr anlässlich des 2.000-Jahr-Gedenkens an Tod und Auferstehung Jesu Christi geplant. Der Initiator und verstorbene Papst Franziskus hat alle eingeladen, das Heilige Jahr 2025 als eine Zeit der Erneuerung und Gnade zu erleben. Es stand im Zeichen der Vergebung, Barmherzigkeit und Hoffnung. Millionen Gläubige pilgerten nach Rom, um durch die Heiligen Pforten zu schreiten und sich geistlich zu erneuern.
„Heiligkeit beginnt nicht bei makellosen Verhältnissen, sondern dort, wo man immer wieder anfängt, einander lieben zu wollen.“
In seiner Predigt betonte Bischof Schwarz, dass der Abschluss des Heiligen Jahres 2025 keineswegs einen Schlussstrich bedeute, sondern stattdessen einen Anfang markiere: „Wir gehen hinaus aus einem Heiligen Jahr hinein in ein geheiligtes Jahr!“ Und weiter: „Es geht jetzt um Sendung. Die Gnaden, die wir dieses Jahr erfahren haben, die Zuwendung und die Nähe Gottes, sollen wir jetzt hinaustragen in die Welt.“
Dass der Abschluss des Heiligen Jahres in der Diözese St. Pölten am Fest der Heiligen Familie gefeiert wurde, empfindet der Bischof als durchaus passend: „Wie die Heilige Familie erst nach Betlehem, dann nach Ägypten und schließlich zurück nach Nazaret unterwegs war, so sind auch wir unterwegs – als Pilger im Heiligen Jahr, aber auch danach, unser Leben lang.“
Pilgerarmbänder stehen für Unterwegssein im Glauben
Besonders die Pilgerarmbänder verdeutlichen dies, so Bischof Schwarz. Sie machten klar, dass man nicht immer alles an einem Ort bekomme, dass das Leben und der Glaube ein Unterwegssein seien. Die Buchstaben, die die Pilger in den 13 „Kirchen der Hoffnung“ gesammelt haben, könnten auch noch durch weitere ergänzt werden: „D für ‚Dankbarkeit‘, Z wie ‚Zeigen, ich höre zu‘, Kernthema der Synodalität, G für ‚Gebet‘.“
Eine besondere Rolle, die Sendung Christi weiterzutragen, die uns im Heiligen Jahr nochmal auf besondere Art und Weise bewusst gemacht wurde, maß Bischof Schwarz den Familien bei. „Im Schreiben ‚Amoris Laetitia‘ sprach Papst Franziskus davon, dass die Familie Ort der Gegenwart Gottes sei. Das gilt auch dann, wenn die Familie nicht perfekt ist und die Liebe zwischen den Menschen nicht geglückt ist. Heiligkeit beginnt nicht bei makellosen Verhältnissen, sondern dort, wo man immer wieder anfängt, einander lieben zu wollen.“ Die oftmals konfliktreichen und unsicheren Verhältnisse einer Familie auf der Flucht habe Jesus Christus selbst kennengelernt, betonte der Bischof.
Bischof Alois Schwarz erinnerte zuletzt an die Zusicherung Jesu, die Wege seiner Jüngerinnen und Jünger immer zu begleiten (Mt 28,20) und rief die Gläubigen auf, auf den Beistand Jesu vertrauend und beflügelt vom Heiligen Jahr, gemäß dem Psalmist, alle Mauern, die der frohen Botschaft im Weg stehen, zu überspringen (Ps 18,30).
Vielfalt an Heilig Jahr-Angeboten
Auch in den Pfarren und in der Diözese St. Pölten wurde das Heilige Jahr aufgegriffen: Viele reisten nach Rom, zahlreiche Vorträge wurden dazu gehalten – etwa von Domkapitular Msgr. Herbert Döller oder von Referierenden des Katholischen Bildungswerkes – und zahlreiche Gläubige besuchten „Kirchen der Hoffnung“. Ein Highlight war sicherlich die Jugendwallfahrt mit Generalvikar Christoph Weiss nach Rom. Ein anderer Höhepunkt war im August der „Pilger-Marathon der Hoffnung“, der vom Stift Zwettl zur Spitalskirche in Röhrenbach führte. Daran nahmen unter der Leitung von P. Clemens Hainzl Hunderte (sportliche) Gläubige teil.
Weiters gab es spezielle Pilgerwanderungen durch das Diözesangebiet, Glaubenskurse wie Alpha-Kurse, die Möglichkeit auf Versöhnung und Wiedereintritt in die Kirche, Exerzitien und zahlreiche Gottesdienste – alles mit Fokus auf geistlicher Erneuerung, die Entdeckung der eigenen Berufung und die Vertiefung des Glaubens.
Alle 13 diözesanen „Kirchen der Hoffnung“ besucht
Eine wunderbare Initiative im Heiligen Jahr führte der neuerrichtete Pfarrverband „Maria Hilf im Perschlingtal“ – der aus den Pfarren Kapelln, Murstetten, Weißenkirchen/Perschling und Würmla besteht – durch: Sie besuchten alle 13 diözesanen „Kirchen der Hoffnung“. Pfarrer Josef Balteanu freut sich, dass damit die Gemeinschaft des neuen Pfarrverbandes gestärkt wurde. Die Angehörigen der vier Pfarren bildeten Fahrgemeinschaften und waren als „Pilger der Hoffnung“ unterwegs, es waren jeweils zwischen 40 und 150 Gläubige dabei, in jeder Kirche wurde die heilige Messe gefeiert und die Hymne des Heiligen Jahres gesungen, manchmal gab es auch Kirchenführungen. Man habe auch bewusst an Gottesdienstfeiern teilgenommen, die besonders geprägt waren: etwa der Chrisam-Messe im St. Pöltner Dom oder der Messe am Nationalfeiertag in Maria Jeutendorf. In ähnlicher Form ist nun ein Besuch aller Kirchen im Dekanat Neulengbach angedacht, berichtet Balteanu. Am schönsten sei wahrscheinlich der Abschluss im Stift Lilienfeld gewesen, so der Leiter des Pfarrverbandes: „Wir sind am 9. Dezember bei Nebel weggefahren – aber in Lilienfeld leuchtete die Sonne!“ Das habe symbolisch gezeigt: „Am Ende wird alles klar, Gott ist unsere Hoffnung.“
Zur Vorbereitung „Kirche bunt“
„Kirche bunt“ hat ihr immer als Vorbereitung gedient: Martina Schörghuber aus Wolfsbach hat – meist mit dem Seiten–stettner Walter Wagner – alle 13 diözesanen „Kirchen der Hoffnung“ besucht und zuvor unsere „Kirche bunt“-Reportagen über die Gotteshäuser gelesen. Viel war ihr bekannt, manches nicht. Die beiden sind (fast) immer mit dem Rad oder per Zug angereist. Schörghuber hat es als stärkend empfunden, still in der Kirche zu sitzen und den Kirchenraum und dessen Atmosphäre wirken zu lassen. Ein Teil der Vorbereitung war die Frage: „Auf was kann ich mich besonders freuen, wenn ich die Kirche besuche?“ Für Martina Schörghuber ist der Glaube ihr Zuhause, das wurde auch in den Kirchen des Heiligen Jahres besonders spürbar.
Ende des Heiligen Jahres am 6. Jänner in Rom
Das Heilige Jahr 2025 endet offiziell mit der Schließung der Heiligen Pforten in Rom, wobei die Hauptpforte am Petersdom unter der Leitung von Papst Leo XIV. am 6. Jänner 2026 geschlossen wird. Die Diözesen in Österreich beendeten – so wie in St. Pölten – das Jahr am 28. Dezember.
Autor:Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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