Zum Bibelsonntag
Christinnen und Christen verraten uns ihre Lieblings-Bibelstelle

Aufnahme Seite 12/Ausgabe 4,2026 | Foto: Kirche bunt
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Sonntag der Bibel

Am 3. Sonntag im Jahreskreis – heuer am 25. Jänner – feiert die katholische Kirche weltweit den 2019 von Papst Franziskus ausgerufenen „Sonntag des Wortes Gottes“. In seinem Apostolischen Schreiben „Aperuit Illis“ hat Franziskus festgelegt, dass dieser Sonntag der Feier, der Betrachtung und der Verbreitung der Bibel gewidmet sein soll. Getragen wird dieser besondere Tag von einer Allianz aus Bischofskonferenz, Bibelwerk, kirchlichen Medien und Bildungseinrichtungen. Die Bischofskonferenz hielt fest: „Christen sollen sich vom Wort Gottes begeistern lassen, weil es die bevorzugte Weise ist, wie sich Gottes Geist den Menschen mitteilt.“

Die katholische Bibel hat 73 Bücher (46 Altes Testament, 27 Neues Testament). Die Bibel ist in Hunderte von Sprachen übersetzt (vollständig in über 700, Teile in Tausende), was sie zum meistübersetzten Buch der Welt macht; jährlich werden Millionen Exemplare verteilt oder digital genutzt, mit Schätzungen von über 300 Millionen verkauften Exemplaren allein in jüngsten Jahren.

„Kirche bunt“ hat Christinnen und Christen aus unserer Diözese nach ihrer Lieblingsstelle in der Bibel befragt (nicht alle haben für ihre Stellen die Neue Einheitsübersetzung verwendet). 


Aleksandra Braunshofer
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Aleksandra Braunshofer
neuhofen/Ybbs

„Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir, ich halte dich mit meiner siegreichen Rechten“ (Jesaja 41,10 ).
Diese Bibelstelle ist meine Lieblingsstelle, weil sie mir in schwierigen Momenten Mut macht und mich daran erinnert, dass ich nicht allein bin. Sie schenkt mir Trost und Vertrauen, weil Gott Stärke, Hilfe und Halt zusagt, selbst wenn Angst da ist.

Ulrike Blanckenstein
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Ulrike Blanckenstein
St. Pölten-Viehofen

„Wer meine Worte hört und danach handelt, ist sehr klug. Man kann ihn mit einem Mann vergleichen, der sein Haus auf felsigem Grund baut“ (Matthäus 7, 24-29).
Das war die Stelle, die damals bei unserem Hochzeits-Gottesdienst als Evangelium vorgetragen worden ist; sie hat sich eingeprägt.

Diakon Hermann Dornhackl
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Diakon Hermann Dornhackl
Sallingberg

„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus 18,20).
Gott ist nicht nur am Sonntag in der Kirche beim Besuch der Heiligen Messe zu finden, sondern er ist immer auch dort, wo Gemeinschaft ist, wo er in meinem Herzen Platz findet, wo er im Gebet angerufen wird. Auch eine kleine Gemeinschaft kann großes bewirken.
Gerade wird in kleineren Pfarren oft sichtbar, dass Menschen mit ihrer Verbundenheit und ihrem Engagement in der örtlichen Kirche Jesus in den Mittelpunkt stellen. Warum?
Gerade durch den Priestermangel und der dadurch notwendigen Umstrukturierung zu Pfarrverbänden oder Arbeitsgemeinschaften der Pfarren sollten kleinere Pfarren auch als gleichwertige Partner gesehen werden. Oftmals haben diese Pfarren schon 20, 30 Jahre keinen eigenen Priester vor Ort, trotzdem „funktioniert“ die Pfarre weil die Verbundenheit mit der örtlichen Pfarre von vielen Gläubigen oft getragen wird. Viele wollen nicht immer auspendeln in die Hauptkirche, da bleiben sie gleich zu Hause.

Sr. M. Angela Baumgartner 
 | Foto: zVg

Sr. M. Angela Baumgartner
Marienschwester in Erla

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen“ (Joh. 15,5).
Ich habe in einem alten Bauernhaus aus Holz meine Kindheit verbracht. Die südliche Hauswand war mit zwei großen Weinstöcken bewachsen, die vom Boden bis zum Dachgiebel hinauf reichten. Es waren also zwei wunderschöne kräftige Weinstöcke und jedes Jahr im Herbst erfreuten wir uns an ihren Trauben. Das Bild vom Weinstock ist daher sehr tief in meinem Herzen verankert. Wenn Jesus sich als Weinstock bezeichnet und ich eine Frucht an seinem Stamm sein darf, dann ist es für mich klar, dass ich nur aus einer lebendigen und starken Beziehung zu ihm fruchtbar sein kann. Diese Beziehung erneuere ich täglich und lebe dankbar aus ihr.

Hilda Dorninger aus
Neumarkt/Ybbs
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Hilda Dorninger
Neumarkt/Ybbs

„Ich erhebe meine Augen zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde erschaffen hat. Er lässt deinen Fuß nicht wanken; dein Hüter schlummert nicht“ ein (Psalm 121).
Dieser Bibeltext hat mich immer schon berührt, auch vertont als „Engelterzett“ im Oratorium „Elias“. Doch vor Jahren, in einer extremen Situation knapp vor einer schweren Operation, halfen mir diese Worte ganz besonders und gaben mir Zuversicht. Seither begleitet mich dieser Psalm tröstend und stärkend. 

Monika Liedler
 | Foto: zVg

Monika Liedler
Purgstall

„Wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden“ (Apostelgeschichte 2,11).
Gelingt es mir, gelingt es uns, die befreiende und lebensspendende Botschaft Gottes in ansprechender und verständlicher Sprache zu verkünden? So, dass sich Männer und Frauen, Kinder und Jugendliche, Alte und Junge davon betreffen lassen? Kann ich Menschen ansprechen in ihrer Lebenswelt, in ihrer Sprache? Das ist eine große Herausforderung, die mir – so hoffe ich – gelingt mit der lebendigen Geistkraft Gottes. Und diese Bibelstelle gibt mir dabei immer wieder Hoffnung und Vertrauen und Inspiration dazu.

Tanja Ziegelwanger
 | Foto: zVg

Tanja Ziegelwanger
Ybbs-Säusenstein

„Er antwortete: Wegen eures Kleinglaubens. Denn, amen, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort! Und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein“ (Matthäus 17, 20-21).
Diese Bibelstelle ist für mich Zusage und Ermutigung sowie Herausforderung zugleich. Unser Glaube ist wirkungsvoll und kann etwas in der Welt bewirken. Gleichzeitig fordert diese Stelle mich heraus, meinen Glauben zu reflektieren. Ich bin aufgefordert, jeden Tag neu und tiefer zu vertrauen. Und trotzdem erfahre ich, dass es nicht um einen „großen, perfekten Glauben“ geht, sondern dass bereits Glaube wie ein kleines Senfkorn ausreicht, damit Gott in meinem Leben wirken kann.

Alois Zehetner
Winklarn

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Alois Zehetner
Winklarn

„Seht die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht und ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen, euer himmlischer Vater ernährt sie“ (Matthäus 6,26).
Diese Stelle begleitet mich schon von Jugend auf. Sie ist und war für mich immer Trost, macht mir Mut, schenkt mir Zuversicht.

Karl Toifl
 | Foto: zVg

Karl Toifl
Sallapulka

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32)
Das ist eine ganz gute Bibelstelle, weil ich da für mich viele Lebensabschnitte wieder finde und es ist immer wieder erfrischend beim neuerlichen Durchlesen. Der jüngere Sohn geht zwar in sich, als er auf seinem Tiefpunkt angekommen ist; aber er denkt nicht nach über seine Schuld, sondern über seine schlechte Lage und wie er sie verbessern könnte. Der Vater nimmt den Sohn wieder als Sohn an.

Josef Penzendorfer aus
Wolfsbach
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Josef Penzendorfer
Wolfsbach

„Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser. Er stillt mein Verlangen; er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen. Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht“ (Ps 23,1-4).
Dieser Psalm ist eine tröstende Botschaft und spendet Zuversicht in schwieriger Zeit; wir werden fürsorglich in allen Lebenslagen begleitet und dürfen uneingeschränkt auf Gottes Führung und Schutz vertrauen.

PAss Michaela Mairhofer
 | Foto: zVg

PAss Michaela Mairhofer
Pfarrverband Zur hl. Gottesmutter im Waldviertel

„Die Jünger schickten die Menschen weg und ruderten mit dem Boot, in dem Jesus saß, auf den See hinaus. Einige andere Boote folgten ihnen. Da brach ein gewaltiger Sturm los. Hohe Wellen schlugen ins Boot, es lief voll Wasser und drohte zu sinken. Jesus aber schlief hinten im Boot auf einem Kissen. Da rüttelten ihn die Jünger wach und schrien voll Angst: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir untergehen? Jesus stand auf, wies den Wind in seine Schranken und rief in das Toben des Sees: „Schweig! Sei still! Da legte sich der Sturm, und es wurde ganz still. Warum habt ihr solche Angst, fragte Jesus seine Jünger. Habt ihr immer noch kein Vertrauen zu mir? Die Jünger waren fassungslos und sagten zueinander: Was ist das nur für ein Mensch, dass ihm selbst Wind und Wellen gehorchen?“ (Mk 4,35-41).
Diese Bibelstelle habe ich bei Exerzitien „geschenkt“ bekommen. Seitdem ist sie mir sehr wichtig und gibt mir Mut in schwierigen und gefühlt ausweglosen Situationen. „Warum habt ihr solche Angst?“ – Diese Frage klingt für mich nicht wie ein Vorwurf, sondern wie eine ehrliche Nachfrage nach meiner Situation. Es ist der Moment, über mich und meine Angst nachzudenken und sie so ehrlich wie möglich in den Blick zu nehmen. Es kann ruhig werden – so wie der Sturm auf dem See. Diese Bibelstelle schenkt mir immer wieder neu das Vertrauen in die Gegenwart und Allmacht Gottes.

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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