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„Es geht ums Glaubenszeugnis“

Richard Geier, Leiter des Passionsspiels in St. Margarethen
  • Richard Geier, Leiter des Passionsspiels in St. Margarethen
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Zuseher:innen für das Evangelium zu begeistern und die Botschaft Jesu zu überbringen – das möchte Richard Geier, Leiter des Passionsspiels in St. Margarethen, die 2026 auf 100 Jahre ihres Bestehens zurückblicken. Aufgezeichnet hat das Gespräch mit ihm CHRISTOPHER ERBEN

„Nein, nie hätte ich es mir vorstellen können, einmal Spielleiter der Passionsspiele zu werden“, sagt Richard Geier. „Mein Interesse für Theater und Literatur war aber schon immer da.“ Für den Pfarrer von St. Margarethen nahm sein Leben vor zehn Jahren eine besondere Wendung, als er die Leitung der Passionsspiele übernahm. Der ursprünglich aus Bayern stammende Seelsorger organisiert sie gemeinsam mit dem Vorstand, der sich aus Mitgliedern der Pfarre zusammensetzt. Mit einem Großteil des Gewinns werden Hilfsprojekte in Afrika wie etwa der Bau von Schulen und Kindergärten unterstützt.

Richard Geier: Ich bin sehr dankbar, dass ich als Priester die Gelegenheit erhalten habe, meine Predigten, die ich sonst nur meiner Gottesdienstgemeinde anbieten kann, als Theater zu inszenieren. Auf der Bühne bekommen sie nämlich eine immense Wirkung, weil sie während der Aufführung mit den Emotionen der Darsteller und der Zuschauer verbunden werden. In dem von mir neu geschriebenen Stück erzähle ich die Leidensgeschichte aus der Sicht von Mirjam – Maria Magdalena, was ein gänzlich neuer Zugang ist. Sie blickt 20 Jahre nach den Ereignissen in Bethanien und Jerusalem auf das Wirken Jesu zurück und verarbeitet ihre Erinnerungen und nachwirkenden Eindrücke im Gespräch mit anderen Figuren aus dem Johannesevangelium. Menschen damit zu berühren und sie emotional für die Botschaft des Evangeliums zu öffnen – darin sehe ich meine Aufgabe als Seelsorger. Während die Verkündigung in einer heiligen Messe wie eine Einbahnstraße wirkt, wird sie auf der Bühne zu einem gemeinschaftlichen Modell. Beim Passionsspiel geht es aber nicht nur um Tradition oder die viel beschworene Gemeinschaft unter den Darstellern, sondern um das Glaubenszeugnis: Mit neuen Worten und einer neuen Sprache sowie durch die Dramatik des Handlungsverlaufs sollen Besucher:innen für den Glauben begeistert werden.“ Das ist eine Gelegenheit, die es nur selten gibt. Nach Teilnehmenden ist das Passionsspiel die mit Abstand größte Glaubensveranstaltung im Burgenland, was mich sehr freut: Denn bei keiner anderen finden allein in drei Monaten so viele Menschen zusammen.

Keiner der über 400 Mitwirkenden hat eine Schauspielausbildung. Sie proben in ihrer Freizeit und ehrenamtlich – meistens am Wochenende – für die insgesamt 17 Frei-luft-Aufführungen zwischen Mai und Juli, die nur bei Schönwetter stattfinden können. „Unser Passionsspiel bereichert aber nicht nur das Kultur-, sondern auch das Pfarrleben in der Gemeinde, weil es die Zusammengehörigkeit stärkt. Aber nicht nur das – auch die Lektoren profitieren davon, weil sie danach viel besser die Lesungen vortragen können.

„Mirjam“ ist das zweite und wahrscheinlich letzte Passionsspiel, für das ich Verantwortung trage, denn immerhin bin ich schon im Alter eines Pensionisten. Doch daran denke ich kaum. Es geht darum, das neue Stück gut auf die Bühne zu bringen, um den Zuseher:innen ein besonderes Erlebnis zu bieten. Und da hinein stecken wir derzeit all unsere Energie.

Autor:

martinus Redaktion aus Burgenland | martinus

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