Für Kinder erklärt
Jesus in der Synagoge
- Die ehemalige Synagoge in St. Pölten.
- Foto: Ernesto Gelles
- hochgeladen von Patricia Harant-Schagerl
Zum Tag des Judentums am 17. Jänner:
Zur Zeit Jesu gab es den Tempel in Jerusalem noch – das wichtigste Heiligtum der Juden (das im Jahr 70 n. Chr. zerstört wurde). Gebetet wurde aber auch in Synagogen, kleineren Häusern, die vielfältige Funktionen hatten. Eine Bau-Inschrift aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. nennt als Zweck einer Synagoge: Vorlesung des Gesetzes, Unterricht in den Geboten, Unterbringung von Fremden, Wasseranlagen. Dass das Gebet nicht erwähnt wird, liegt vielleicht daran, dass der Tempel mit seinen Gottesdiensten noch intakt war.
Jesus in Nazaret und Kafarnaum
Die Bibel berichtet, dass sich Jesus in den Synagogen von Nazaret und Kafarnaum aufhielt. Als Jesus nach Nazaret kommt, wo er aufgewachsen ist, besucht er dort auch die Synagoge. „Als er aufstand, um vorzulesen, reichte man ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja“ (Lk 4,17). Er deutet die Worte und bezieht sie auf sich selbst: „Heute hat sich das Schriftwort erfüllt.“ (Lk 4,21). Das war eine unglaubliche Botschaft, die für viele Menschen arrogant klang, denn sie hieß: „Seht her, der Erlöser der Welt, auf den ihr seit Jahrhunderten wartet, das bin ich!“ Diese Botschaft empörte einige Leute und kostete Jesus fast das Leben (Lk 4,28-29).
In der Synagoge von Kafarnaum lehrte Jesus regelmäßig und heilte einen Kranken (einen „Besessenen“, Mk 1,21-28). Hier hielt Jesus seine Rede vom Brot des Lebens (Joh 6,22-59).
Daran erkennst du sie
Nach der Zerstörung des Tempels im Jahr 70 (einige Jahrzehnte nach Jesu Tod) übernehmen die Synagogen viele Symbole aus dem Tempel-Gottesdienst: vor allem die Menora (den siebenarmigen Leuchter) und den Tora-Schrein (den Kasten für die Tora-Rollen). Meist schmückt außerdem ein David-Stern das Gebäude.
Autor:Patricia Harant-Schagerl aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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