65 Jahre Bildungshaus St. Hippolyt
Ein Haus im Wandel, ein Ort für Menschen
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Seit 65 Jahren ist das Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten ein Ort für Bildung, Begegnung und des Austauschs. Heute präsentiert sich das „hiphaus“ als modernes Bildungshaus der Diözese. Ein Rückblick.
Die Geschichte des St. Pöltner Bildungshauses St. Hippolyt reicht zurück in die Nachkriegsjahre. Der Aufbruch der kirchlichen Jugendarbeit und der Katholische Aktion machten geeignete Räumlichkeiten für Kurse und Veranstaltungen im Zentrum der Diözese notwendig.
Konkrete Gestalt nahmen die Pläne für ein diözesanes Bildungshaus in St. Pölten im Jahr 1957 an. Die Diözese erwarb das Areal der sogenannten „Schreckmühle“. Am 3. Oktober 1958 wurden der 36 Meter hohe Schlot der Mühle gesprengt und das Heizhaus abgerissen – der Beginn der Bauarbeiten für das neue Bildungshaus.
Finanzierung aus kirchlicher Hand
Dass die gesamte Diözese am Entstehen des Hauses „mitgeholfen“ hatte, zeigt eine Kirchensammlung: 408 Pfarren brachten insgesamt 835.882 Schilling für den Bau auf. Bis heute wird der Bildungsauftrag des Hauses aus Mitteln des Kirchenbeitrags mitfinanziert. Mit der Leitung des neuen Bildungshauses wurden damals Ordinariatsrat Josef Schwanke als geistlicher Rektor und Dipl.-Ing. Leo Prüller als Direktor betraut.
Bereits in der einige Tage zuvor gedruckten Ausgabe St. Pöltner Kirchenzeitung vom 1. Oktober 1961 – sie trug damals den Namen „Christophorus“ – blickte Rektor Schwanke auf die bevorstehende Eröffnung. „Der 30. September wird als Markstein in die Geschichte unserer Diözese eingehen: unser Bildungs- und Exerzitienhaus erhält die kirchliche Weihe und öffnet für große Aufgaben seine Tore“, schrieb er.
Seine Hoffnung für das neue Haus formulierte Schwanke zugleich als Auftrag: St. Hippolyt möge „eine Stätte des Segens werden: für den Einzelnen, für das pfarrliche Leben und somit für unsere ganze Diözese“. Benannt wurde das neue Bildungshaus nach dem St. Pöltner Diözesanpatron Hippolyt von Rom. Die Einweihung am 30. September 1961 war allerdings vom Tod des beliebten Bischofs Michael Memelauer überschattet. Für seinen Nachfolger, Bischof Franz Žak, war es zugleich die erste Amtshandlung als Diözesanbischof, da er als Koadjutor die Nachfolge des verstorbenen Bischofs antrat. Auch der Start des Bildungshauses war ein besonderer: Die erste große Veranstaltung war die bislang vorletzte St. Pöltner Diözesansynode, die vom 1. bis 4. Oktober 1961 tagte.
Bildungshaus St. Hippolyt: Stätte des Segens für Einzelne, für das pfarrliche Leben und für die ganze Diözese.
Rasch wurde das Bildungs- und Exerzitienangebot erweitert. Nur zwei Jahre nach der Eröffnung verzeichnete das Bildungshaus bereits 166 Kurse mit knapp 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Neben Veranstaltungen für junge Menschen und Angeboten der Gliederungen der Katholischen Aktion fanden auch Gastkurse statt.
In den vergangenen 65 Jahren wurde das Bildungshaus mehrfach an neue Anforderungen angepasst, blickt Bildungshausdirektor Rudolf Hörschläger, der das Haus seit 2024 leitet, zurück. So erfuhr die ursprünglich schlicht gehaltene Kapelle 1981 durch den oberösterreichischen Künstler Rudolf Kolbitsch eine besondere Veränderung. Ausgangspunkt war für ihn der Gedanke, dass der Altar das Zentrum der Kapelle sein solle – so wie die Eucharistie das Zentrum der Christen ist. Entsprechend schuf Kolbitsch die wandhohen Bildtafeln.
Eine umfassende Modernisierung erlebte das Bildungshaus zuletzt im Jahr 2018. Dabei erhielten die Vortragsräume und Säle eine zeitgemäße Ausstattung. Vor allem aber wurde der Eingangsbereich neu konzipiert – jener Bereich also, der Besucherinnen und Besuchern den ersten Eindruck vom Haus vermittelt. Auch das Café wurde erneuert. Neu hinzu kam ein Meditationsraum, dessen bewusst reduzierte Gestaltung ohne Bilder und Schmuck auskommt. Die Zahl der Säulen und Lichter verweist dabei auf Elemente der jüdisch-christlichen Tradition.
Nachhaltigkeit gehört zum Alltag
Verantwortung für die Schöpfung und Nachhaltigkeit sind im „hiphaus“ nicht nur Themen zahlreicher Veranstaltungen, sondern werden auch im täglichen Betrieb gelebt, betont der Bildungshausdirektor. Das reicht von der bevorzugten Verwendung frischer Lebensmittel aus regionaler Herkunft in der Küche bis hin zur Reinigung mit umweltfreundlichen Reinigungsmitteln. 2018 wurde das Bildungshaus St. Hippolyt mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet. Auch der Einsatz von Energie und Wasser wird kontinuierlich analysiert und optimiert. Kunst und Kultur zählen seit Jahren zum Profil des Bildungshauses, betont Hörschläger. Regelmäßige Ausstellungen zeigen vor allem Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler. Sie sollen zusätzliche Zugänge zu Fragen des Lebens und des Glaubens eröffnen. Darüber hinaus sind im Haus dauerhaft Arbeiten namhafter Kunstschaffender zu sehen.
Auch als Probenort hat sich das „hiphaus“ einen Namen gemacht. Chöre aus ganz Österreich nutzen das Haus für Probenwochen. Dafür stehen neben Unterkunft und Verpflegung u. a. zwei Säle mit Konzertflügeln zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot durch eigene Kultur- und Musikveranstaltungen. Dazu zählen etwa die ökumenische Werktage für Kirchenmusik, musikalische Bibelkabaretts oder der seit zwei Jahrzehnten bestehende Bandworkshop „Popfactory“, der sich an junge Musikerinnen und Musiker richtet.
Jährlich finden im Bildungshaus rund 1.200 Veranstaltungen mit etwa 25.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Dazu kommen mehr als 10.000 Nächtigungen. Er freue sich, so Hörschläger, dass immer mehr neue Bildungsanbieter auf die Möglichkeiten des „hiphauses“ aufmerksam werden und hier ihre Aus- und Weiterbildungsangebote abhalten. Wichtig sei ihm aber auch zu betonten, dass Nächtigungen natürlich auch ohne Kursteilnahme möglich sind, so Hörschläger. Die Nähe zum Bahnhof und die zentrale Lage in der Landeshauptstadt machen das Haus für alle Gäste attraktiv. So ist das Bildungshaus auch, so der Bildungshausdirektor, Partnerbetrieb von „9 Plätze – 9 Schätze – Mariazellerbahn: Schönster Platz Österreichs!“. Vergünstigte Fahrkarten für die Mariazellerbahn können direkt im Haus gekauft werden.
Eine Oase mitten in der Stadt
Für Hörschläger ist das „hiphaus“ eine Oase in der Stadt. Dazu tragen der Meditationsraum, die Kapelle und auch die grünen Inseln im Freien bei. Für einen angenehmen Aufenthalt sorgen insgesamt 43 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – vom Empfang über Programmplanung und Büro bis hin zu Küche, Service, Reinigung und Haustechnik.
65 Jahre Bildungshaus St. Hippolyt stehen für weit mehr als eine Abfolge von Bauprojekten, Kurszahlen und Veranstaltungen, betont der Direktor. Das Haus habe sich mit den Menschen und ihren Bedürfnissen verändert – von den ersten Exerzitien und kirchlichen Bildungsangeboten bis hin zu Weiterbildungsformaten, Kultur, Musik und neuen Formen der Begegnung. Was Rektor Josef Schwanke 1961 als Wunsch formulierte, habe nichts an Aktualität verloren, so Hörschläger: „Heute ist das Haus offen für Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Interessen und Anliegen – und bleibt damit ein Ort, an dem Bildung und Begegnung mitten in der Stadt ihren Platz haben. Ganz nach dem Motto des Hauses, das lautet: Raum für Menschen und Bildung.“
Jubiläumsfeier am 26. September
Herzliche Einladung zur Jubiläumsfeier am Samstag, 26. September 2026, ab 16.30 Uhr!
Zum Auftakt gibt es im Haus „Zeit für Erinnerungen“: Eine Zeitleiste lädt dazu ein, die Geschichte des Bildungshauses nachzuverfolgen und mit persönlichen Erinnerungen zu ergänzen. Im Café steht die Begegnung im Mittelpunkt und bietet Raum für Gespräche und Austausch. Eine Fotoausstellung gibt Einblicke in die Geschichte des Hauses.
Auf die persönlichen Erinnerungen und Begegnungen folgt ein Festakt in Kapelle und Festsaal. Den Abschluss bildet ein Buffet im Café.
65 Jahre hiphaus: ein Jubiläumsangebot für „Kirche bunt“
Auch über die Jubiläumsfeier hinaus gibt es Gelegenheit, das Bildungshaus kennenzulernen. Für die Leserinnen und Leser der „Kirche bunt“ bietet das „hiphaus“ im kommenden Advent ein besonderes Jubiläumsangebot:
Von 27. November bis 17. Dezember 2026 kostet die Übernachtung im Doppelzimmer 65 Euro pro Person und pro Nacht inklusive Frühstücksbuffet, Nächtigungsabgabe und Begrüßungsgetränk (Tee oder Kaffee).
Buchungen sind unter hiphaus@dsp.at oder telefonisch unter +43 2742 352104 möglich. Als Codewort ist „hiphaus65“ anzugeben.
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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