Ökumenisches Mittagessen im Landhaus
"Ohne Kinder hat unser Land keine Zukunft"
- Ökumenisches Mittagessen im NÖ Landhaus: Bischof Alois Schwarz, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Superintendent Michael Simmer und Erzbischof Josef Grünwidl (v. l.).
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Beim traditionellen ökumenischen Mittagessen von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit Vertretern der katholischen und evangelischen Kirche hob die Landeshauptfrau vor allem den Wert von Kindern und Familie hervor und stellte sich hinter das Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren.
Beim traditionellen Mittagessen mit kirchlichen Würdenträgern im NÖ Landhaus bekannte sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner klar zum christlichen Glauben und zur katholischen Kirche. Zu den Gästen zählten u. a. Bischof Alois Schwarz, Erzbischof Josef Grünwidl sowie zahlreiche Äbte aus Niederösterreich.
Angesichts aktueller Krisen sei es besonders wichtig, sich auf die wesentlichen Dinge im Leben zu besinnen, betonte die Landeshauptfrau. „Das sind die Familie und die Kinder.“ Mit Blick auf die im Sommer geführte Debatte über den Stellenwert von Familienarbeit stellte sie klar: „Ja, Familienarbeit ist Arbeit. Aber als Mutter sage ich: Es gibt nichts Schöneres, als Kinder zu haben.“
Eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen sieht Mikl-Leitner im Rückgang der Geburtenzahlen. „Eine große Krise haben wir dann, wenn Menschen nicht mehr Ja zu Kindern sagen. Denn ohne Kinder hat unser Land keine Zukunft“, sagte sie.
Für „die beste Zukunft unserer Kinder“ brauche es klare Werte wie Leistung, Eigenverantwortung und Hausverstand sowie ein starkes Fundament, betonte Mikl-Leitner. Und weiter: „Unser Fundament ist christlich. Es sind die christlichen Werte und Traditionen.“ Dazu gehöre auch das Kreuz als Symbol der kulturellen Identität: „In Niederösterreich ist und bleibt das Kreuz ein unverzichtbares Symbol. Deshalb werden wir uns auch künftig klar zum Kreuz in öffentlichen Räumen bekennen und zu unseren christlichen Werten stehen.“
Familie ist keine Belastung, sondern eine Bereicherung. Und ein großes Geschenk.
In ihrer Rede verwies die Landeshauptfrau auf internationale Beispiele wie Südkorea und Japan, wo niedrige Geburtenraten bereits spürbare gesellschaftliche Folgen hätten. Die Geburtenrate sei „die wichtigste Zukunftsfrage“. Deshalb brauche es einen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel: „Wir müssen wieder anders über Familie sprechen. Familie ist keine Belastung, sondern eine Bereicherung. Familie ist kein Wagnis, sondern ein großes Geschenk.“ Wer Ja zur Familie sage, übernehme Verantwortung und gewinne zugleich „Kraft, Liebe, Wärme, Nähe und Geborgenheit“. Die Familie sei daher „nicht nur die älteste, sondern auch die wichtigste Zukunftsfrage der Menschheit.“
Zugleich betonte die Landeshauptfrau die gemeinsame Verantwortung von Kirche und Politik. Diese bestehe einerseits darin, das kulturelle Erbe für kommende Generationen zu bewahren, und andererseits darin, für die Menschen im Land da zu sein. Sie dankte den kirchlichen Vertretern für ihren Einsatz in der Seelsorge, in Kindergärten und Schulen, in der Betreuung älterer und kranker Menschen sowie für das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher in Pfarren und kirchlichen Einrichtungen.
Im Zusammenhang mit dem Recht auf ein selbstbestimmtes Aufwachsen sprach sich Mikl-Leitner erneut für ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren aus. Mädchen und Burschen sollten gleichberechtigt und selbstbestimmt aufwachsen können. Das Kopftuch sei aus ihrer Sicht „nicht nur ein Stück Stoff, sondern ein Symbol der Unterdrückung“.
Dank für Unterstützung
Erzbischof Grünwidl bedankte sich für die Fortführung der Tradition des Treffens, das auch ein Zeichen der Wertschätzung sei. Zudem würdigte er die Unterstützung, die Stifte, Klöster und Pfarren in Niederösterreich erfahren. Für ein gutes gesellschaftliches Miteinander brauche es zahlreiche Bausteine wie Solidarität, Empathie und Engagement. „Wir alle bemühen uns, solche Bausteine zu bilden“, sagte er.
Superintendent Michael Simmer rückte in seinen Worten das Thema Hoffnung in den Mittelpunkt. Angesichts anhaltender Krisen und der Sorge um den gesellschaftlichen Zusammenhalt gelte: „Hoffnung ist nicht das Ergebnis guter Planung, sondern ein Geschenk.“ Zugleich sei Hoffnung „eine Entscheidung, trotz aller Unsicherheiten weiterzugehen“. SP
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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