Glaube

Beiträge zur Rubrik Glaube

Theodizee-Frage
Warum, Gott?

Der Amoklauf von Graz verschlägt uns die Sprache. Einzig eine Frage tritt aus der sprachlosen Trauer hervor: Wie kann der liebende und gute Gott so etwas zulassen? Als Ijob vom Satan alles genommen wurde – sein Besitz, seine Familie, seine Gesundheit – klagt er Gott an: „Ich schreie zu dir und du antwortest mir nicht; ich stehe da, doch du achtest nicht auf mich“ (Ijob 29,20). Ijob, der Gerechte, der Schuldlose, der seinen Gott nie gelästert hat, ihm widerfährt für ihn unverständliches Unrecht...

  • 20.06.25

GEIST_REICH
Überlegungen zu einem Priesterjubiläum

In den ältesten Ordnungen für die Feier eines Priesterjubiläums wird der Jubilar gefragt, was er sich wünscht, was sein Begehren ist. Und der Jubilar antwortet dann darauf: Ich bitte aus ganzem Herzen um das Erbarmen Gottes und die Gnade des Jubeljahres. Nicht der stolze Blick auf das, was der Jubilar alles erreicht und geschaffn hat: • wie viele Kinder er getaufthat, wie viele Trauungen er gehalten und wie viele Menschen er bestattet hat; • wie viele Messen er gefeiert und wie viele Predigten...

  • 18.06.25

GEIST_REICH
Im Audienzsaal des Himmels

Unsere Barock- und Rokokokirchen sind als himmlische Audienzsäle konzipiert. Der Unterschied zu den herrschaftlichen Festsälen ist, dass diese für die „normalen Menschen“ nicht zugänglich waren, die Kirchen aber sehr wohl. Die Gläubigen sollten nicht nur belehrt, sondern im Innersten ergriffen und bewegt werden, wie es Jakob nach der Erscheinung Gottes im Traum sagte: „Wie Ehrfurcht gebietend ist doch dieser Ort! Er ist nichts anderes als das Haus Gottes und das Tor des Himmels.“ (Genesis...

  • 12.06.25

GEIST_REICH
Jesus umarmt beide

Jos Pirkner schuf für das Krankenhaus Laas (Kärnten) ein aussagestarkes Altarbild. Es zeigt Jesus am Kreuz gemeinsam mit den beiden Schächern. Jesus umarmt sie. Die Botschaft ist nicht nur im Krankenhaus heilsam und befreiend: Jesus lässt niemanden im Stich. Er bildet auch mit mir eine Schicksalsgemeinschaft und macht daraus eine Hoffnungsgemeinschaft. KRANKENHAUSKAPELLE LAAS Ein Patient meinte, als er das Kreuzigungsbild sah: „Erst beim zweiten Besuch ist mir die Besonderheit aufgefallen....

  • 05.06.25
Gottes Heiliger Geist weht, wo er will und lässt kirchliche Gemeinden wachsen. 
 | Foto: Erzdiözese Salzburg (eds)/Hiva Naghshi
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GEIST_REICH
Geist, der aufbaut und vernetzt

Brauche ich für meinen Glauben die Kirche? Ich habe ja meinen persönlichen Glauben – wozu brauche ich da die Institution „Kirche“? Solche Sätze haben wir alle schon gehört, und manchmal fragen wir uns selbst, ob die „Institution Kirche“ wirklich nötig ist oder ob wir nicht auch ohne sie ganz gut religiös oder spirituell leben können. Zum einen ist dazu ganz einfach zu sagen: An einer Institution, die 2000 Jahre Tradition für sich in Anspruch nimmt, wird sich immer etwas Kritikwürdiges finden...

  • 05.06.25

Freude - Bestandteil der Pfingsterzählung
Das Pfingstfest und die biblische Freude

Konsum und die Sehnsucht nach dem „Mehr“ führen nicht dazu, dass ein Mensch sich dauerhaft an seinem Leben freut. Freude ist ein Geschenk, eine Haltung und eine Erfahrung, die zu Gott führt, meint die Innsbrucker Theologin Anna Kraml. Darum freute sich mein Herz und frohlockte meine Zunge und auch mein Leib wird in Hoffnung wohnen; […] Du hast mir die Wege zum Leben gezeigt, du wirst mich erfüllen mit Freude vor deinem Angesicht (Apg 2,26.28). So zitiert Petrus in seiner Pfingstrede den Psalm...

  • 04.06.25

IM_LAND
Glauben – wie geht das?

Unsere Kirchen werden immer leerer und nicht wenige unserer Zeitgenossen leben nach dem Motto „Ich glaube nichts, mir fehlt auch nichts!“ Viele, die getauft und gefirmt sind, kennen unseren christlichen Glauben kaum und praktizieren ihn auch nicht oder picken sich nur das aus unserem Glauben heraus, was sie noch irgendwie als vertretbar ansehen. Im Hinblick auf diese Situation möchte ich nun in einigen Punkten aufzeigen, was glauben für uns Christen bedeutet bzw. wie glauben geht. GLAUBEN...

  • 28.05.25

Ausbildung zu Referenten: Ehevorbereitung 2025/26
Glaube, Herz und Kompetenz

Beziehungen – mit Herz, Kompetenz und Glauben – stärken, begleiten und inspirieren: Das ist das Ziel der diözesanen Ehevorbereitung. Im Herbst startet ein neuer Ausbildungslehrgang. von Marion Mörtl Ehe ist mehr als ein Versprechen – sie ist ein Sakrament, ein sichtbares Zeichen der verborgenen Liebe Gottes. Ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wirksam die Kraft dieses Sakramentes ist, es zu beleuchten, verständlich und erlebbar zu machen: Das ist der Grundgedanke der...

  • 28.05.25

Neuer Altarraum gestaltet
Eine neue Mitte für die Pfarre Münster

Christliche Feierräume haben eine Funktion. Sie verlangen eine einladende Gestaltung, die eine angemessene Feier der Gottesdienste ermöglicht. Die Innenrestaurierung der Pfarrkirche bot auch in Münster die Gelegenheit, sich dieser Aufgabe zu widmen. Im Frühjahr 2023 wurde ein Wettbewerb zur künstlerischen Neugestaltung der liturgischen Orte ausgelobt. Die Pfarrgemeinde einigte sich in Zusammenarbeit mit dem Diözesankonservator, der Diözesanen Kommission für Altarraumgestaltung und dem...

  • 28.05.25

Agnes Hackl leitet die Krankenhausseelsorge
„Ich bin bei dir, ich sehe dich.“

Agnes Hackl ist die neue Leiterin der Krankenhausseelsorge der Diözese Innsbruck. Dem Tiroler Sonntag hat sie von ihrem persönlichen Weg und ihrer Arbeit erzählt. Sie zündet eine Kerze an, schenkt Tee ein, aus dem CD-Player klingt leise Musik: Agnes Hackl stellt mit wenigen Handgriffen eine einladende Gesprächsatmosphäre her. Mit ihren offenen, warmen Augen sehe ich sie sofort am Krankenbett sitzen, zuhören und Trost spenden. Seit Mai ist Agnes Hackl Leiterin der Krankenhausseelsorge der...

  • 23.05.25

GEIST_REICH
Ihr Name ist Maria, sie ist das „Vorwort Gottes“

Gedanken im Marienmonat Mai Österreich ist ein Marienland, geprägt von einer großen, geerdeten und echten Marienverehrung. Marienkirchen sind mehr als andere tief in den Herzen der Menschen verwurzelt und von der Landkarte des Glaubens, der Kultur und der Glaubenspraxis nicht wegzudenken: Mariazell mit zahlreichen anderen großen und kleinen Marienkirchen für Österreich; Frauenkirchen, Loretto, Güssing, Eisen-stadt-Oberberg, Maria-Weinberg, große und kleinere Wallfahrtskirchen und Kapellen im...

  • 22.05.25

Glaube leben
Zehn Jahre Sozial- und Umwelt-Enzyklika Laudato si’

Vor zehn Jahren veröffentlichte Papst Franziskus seine Sozial- und Umwelt-Enzyklika Laudato si‘. „Kirche bunt“ sprach zum Thema mit Bischof Alois Schwarz, der in der Österreichischen Bischofskonferenz u. a. für Umweltfragen zuständig ist. Die zweite Enzyklika von Papst Franziskus wurde am 24. Mai 2015 veröffentlicht und setzte den Schwerpunkt auf Umwelt- und Klimaschutz. Sie ist seitdem eine wichtige Grundlage für alle, die sich in Kirche und Gesellschaft für eine ökologisch-soziale...

  • 21.05.25
19 Bilder

Verleihung der diözesanen Ehrenzeichen
Geehrt für langjährige Dienste

Sie helfen bei der Erhaltung kirchlicher Gebäude, gestalten Gottesdienste mit, sind als Caritas-Haussammler:innen unterwegs, bedienen die Orgel, begleiten trauernde Menschen, sorgen für den Blumenschmuck in Kirchen – unzählige Frauen und Männer prägen in den Pfarrgemeinden das kirchliche Leben und geben damit ein beispielhaftes Zeugnis für den Glauben. Die Diözese Innsbruck würdigt diese Menschen unter anderem mit der Verleihung von Ehren- und Verdienstzeichen. Am Samstag, 17. Mai haben 55...

  • 20.05.25
Foto: ORF | Was glaubt Österreich?
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Glaube leben
Das „Universum“ im Alltag

Von Energien, Manifestationen und dem Weg des Vertrauens Eine zentrale Erkenntnis der Studie der Universität Wien „Was glaubt Österreich?“ lautet, dass Österreich bei Weitem keine religionsfeindliche Gesellschaft ist. Vielmehr herrscht eine Art freundliche, aber distanzierte Offenheit gegenüber dem Religiösen vor. Die Theologin Regina Polak präzisiert: Es ist zunehmend nicht mehr der Glaube an einen persönlichen Gott. Dieser wird immer mehr überlagert von der Vorstellung einer „höheren Energie“...

  • 07.05.25

Weltgebetstag um geistliche Berufungen
Kirche bittet um das Gebet

Am Sonntag, 11. Mai, begeht die Kirche weltweit den Weltgebetstag um geistliche Berufungen, informiert das Canisius-Werk. Der Weltgebetstag für geistliche Berufungen geht auf Papst Paul VI. zurück, der ihn 1964 ins Leben rief. Thema betrifft alleIn einer Zeit großer gesellschaftlicher Umbrüche wollte Paul VI. ein starkes Zeichen setzen: Die Kirche sollte nicht nur um neue Berufungen beten, sondern auch das Bewusstsein für die persönliche Berufung jedes Menschen stärken. Seither wird jedes Jahr...

  • 07.05.25

Friedrich Gammer im Gespräch mit Alexandra Hogan
„Irgendwann wusste ich: Mein Glaube muss Konsequenzen haben“

Was mit einem Traum begann, mündet schon bald in der Taufe. Mit dem „Sonntag“ sprach Friedrich Gammer (19) über seine Suche nach einem vernünftigen Glauben, die Notwendigkeit von Gemeinschaft und darüber, was die Kirche auch heute noch zu bieten hat. Friedrich, in der Osternacht wurdest du getauft und gefirmt. Dabei hattest du mit Religion eigentlich lange gar nichts am Hut. Gammer: Das stimmt. Religion hat mich eigentlich nie interessiert. Ich dachte, dass gläubige Menschen naiv sind und sich...

  • 22.04.25

ÖKUMENISCHES_HIRTENWORT
Ostern 2025 „Gemeinsam glauben“

Das Osterfest 2025 ist für alle Christen heuer ein besonderes: Wir feiern Ostern zum gleichen Termin, 1700 Jahre nach dem ersten Ökumenischen Konzil von Nicäa im Jahr 325. Auf diesem Konzil wurden der gemeinsame Ostertermin gefordert und das große Glaubensbekenntnis formuliert. Der Glaube an den dreifaltigen Gott verbindet uns Christen. Dieses Bekenntnis ist das Fundament unseres Glaubens, auch unseres ökumenischen Weges mit dem Ziel der vollen Einheit. Für die katholischen Christen ist dieses...

  • 17.04.25

Ostern
Osterbotschaft von Bischof Alois Schwarz

Im kirchlichen Jahreskreis feiern wir Christinnen und Christen immer wieder das Leben. Die Feste im Kirchenjahr laden dazu ein, über das Leben aus unterschiedlichen Perspektiven nachzudenken. Ostern ist ein solches Fest, bei dem wir unser Leben im Blick auf Jesu Leiden, Sterben und Auferstehen als befreiende und hoffnungsfrohe Botschaft jedes Jahr neu entdecken können. Dieses Feiern, dass das Leben stärker ist als das Scheitern, die Zerstörung, die Vernichtung unserer Welt, wird immer...

  • 16.04.25
Auferstehung des Herrn. Bild des Flügelaltares aus der Wallfahrtskirche Maria Laach.  | Foto: wikimedia.commons
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Osterwasser
Ich gieße reines Wasser über euch aus

An mehreren Stellen in der Osterliturgie begegnet uns das Wasser: im Exsultet, den Lesungen, der Taufwasserweihe. Was hat es damit auf sich – warum ist das Wasser zu Ostern so präsent? Es beginnt schon am Gründonnerstag: Jesus Christus wäscht seinen Jüngern die Füße (Joh 13,1-11), mit reinigendem Wasser bereitet er sie auf ihr letztes gemeinsames Abendmahl vor, in dem Christus der Kirche die Eucharistie stiftet und sein Leidensweg beginnt. Am Karfreitag wäscht Pontius Pilatus seine Hände, um...

  • 16.04.25

Ein Karfreitagsbrauch in Ainet
Die Minis rücken zum Ratschen aus

Bei der Feier des Letzten Abendmahles am Gründonnerstag werden die Glocken beim Gloria kräftig geläutet, da die Glocken und die Orgel bis zur Osternacht dann schweigen müssen. Der Volksmund sagt: „Die Glocken fliegen nach Rom“; statt Glocken ertönen Holzratschen oder Klappern. In ganz Tirol findet man die Tradition des Ratschens, das sehr oft Sache der Ministranten ist. Das Ratschen soll die Gläubigen an die Gebetszeiten und die Gottesdienste erinnern und wird in der Früh, zu Mittag und am...

  • 16.04.25
Die Gebetstreffen von Taizé sind voller Wärme und Stimmung.
 | Foto: kathbild.at / Franz Josef Rupprecht
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IM_LAND
Hoffnung in Zeiten der Not: Eine Ermutigung zum Glauben

Der Prior der Gemeinschaft von Taizé, Frère Matthew, hat sich in einem Brief an Bischof Ägidius gewandt. Er berichtet darin vom zuletzt in der lettischen Hauptstadt Riga abgehaltenen Europäischen Taizé-Treffen. Und er lädt zum Jahreswechsel 2025 /26 alle Interessierten zu einem neuen Treffen ein, dieses Mal in die französische Hauptstadt Paris. Dem Schreiben von Frère Matthew liegt ein umfangreicher „Brief für das Jahr 2025“ bei. Die Kirchenzeitung MARTINUS fasst diesen Text in der Folge...

  • 10.04.25
„Franziskus-Kreuz“: Markus Tiwald (Herkunft: Großpeter sdorf) verweist auf die Romanik, die den erhöhten, nicht den leidenden Jesus der Gotik zeigt.  | Foto: Stefan Kronthaler
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Glaube
Warum Jesus am Kreuz sterben „musste“

Der Wiener Neutestamentler Markus Tiwald über den Kreuzestod in der Antike als die allerschändlichste Form der Hinrichtung. Und wie Jesus selbst seinen Tod verstanden hat. Ein Interview von STEFAN KRONTHALER In seiner Berufsbeschreibung sind drei „P“ enthalten. „Das ist der Professor für neutestamentliche Bibelwissenschaft, das ist der katholische Priester und das ist der Psychotherapeut in der Existenzanalyse und Logotherapie in der Nachfolge von Viktor Frankl“, sagt der Wiener Neutestamentler...

  • 10.04.25

Hoffnung
Leben kämpft, Leben siegt

Ich kenne zwei kleine Eichenbäumchen, die man unbedacht am Bahndamm in bedrohlicher Nähe eines eisernen Geländers angepflanzt und fortan ihrem Schicksal überlassen hat. Beide wuchsen mit der Zeit gut heran, und es kam, wie es kommen muss, es kam zum Kampf zwischen Baum und Eisen. Die Lust, der Wille, der Mut zum Leben hat sich hier behaupten müssen. Während die Eisenstange dem linken Baum bereits bedrohlich nahe gekommen ist und ihn in eine Krise stürzt, hat der zweite Baum rechts bereits den...

  • 09.04.25

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