GEIST_REICH
Jesus umarmt beide

Jos Pirkner – Altarbild in der Kapelle des Krankenhauses Laas (Kärnten). 
 | Foto: Troyer
  • Jos Pirkner – Altarbild in der Kapelle des Krankenhauses Laas (Kärnten).
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Jos Pirkner schuf für das Krankenhaus Laas (Kärnten) ein aussagestarkes Altarbild. Es zeigt Jesus am Kreuz gemeinsam mit den beiden Schächern. Jesus umarmt sie. Die Botschaft ist nicht nur im Krankenhaus heilsam und befreiend: Jesus lässt niemanden im Stich. Er bildet auch mit mir eine Schicksalsgemeinschaft und macht daraus eine Hoffnungsgemeinschaft.

KRANKENHAUSKAPELLE LAAS

Ein Patient meinte, als er das Kreuzigungsbild sah: „Erst beim zweiten Besuch ist mir die Besonderheit aufgefallen. Jesus hängt mit beiden Schächern am selben Kreuz. Jesus umarmt sie und blickt ausgerechnet jenen Schächer an, der ihn soeben noch verspottet hat. Ist das nicht wunderbar!“ Ja, Jesus lässt keinen der beiden Schächer fallen. Er blickt den ablehnenden Schächer an und gibt ihm damit Ansehen. Das Gegenteil wäre ein verächtlicher Blick oder Wegschauen oder die exklusive Hinwendung zum anderen so nach dem Motto: „Der hat seine Chance verspielt, mit ihm rede ich nicht mehr.“ In die Kapelle des Krankenhauses kommen Menschen, die Schweres zu tragen haben.

Wie wunderbar und heilsam ist die Botschaft dieses Bildes? Jesus trägt gemeinsam mit dir das Kreuz und wendet sich dir zu.

Das Lukasevangelium betont mehrfach die Barmherzigkeit Gottes, die durch das Wirken Jesu so richtig spürbar wird – damals wie heute. Jesu Liebe wird auch durch die Gewalt, die ihm angetan wird, nicht gestoppt. Er betet am Kreuz: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“ (Lk 23,34) Zuletzt kommt es zum heilsamen Gespräch mit beiden Schächern: „Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Christus? Dann rette dich selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst! Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ Das Wort „Heute“ hat im Lukasevangelium eine besondere Bedeutung. Es betont, dass nicht nur damals vor 2000 Jahren Großes geschehen ist, sondern dass dies auch heute möglich und gültig ist.

HEILAND FÜR ALLE

Jesus ist für alle gekommen. Er gibt sich nicht zufrieden, wenn von hundert Schafen eines oder von zwei Söhnen einer verloren geht. „Gottes Liebe gilt nicht nur einem Grüppchen, nein … Allen! Merkt euch dieses Wort gut im Kopf und im Herzen: alle, alle, ohne Ausnahme!“ Das sind Worte von Papst Franziskus, die er immer wieder wiederholt. Jemand stellt dazu die Frage: „Gilt die Liebe Gottes auch dem jungen Mann, der beim Attentat in Villach einen vierzehnjährigen Buben erstochen hat.“ Ja, sie gilt auch ihm. Denn nur die Liebe kann Menschen ändern und bessern und heilen.

FRANZ TROYER

Autor:

martinus Redaktion aus Burgenland | martinus

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