Steiermark | SONNTAGSBLATT - Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Heinz Finster, Geschäftsführer
Danke, wir fühlen uns verstanden

Die evangelische Pastorin Annette Behnken sprach kürzlich in der ZDF-Sendung „Das Wort zum Sonntag“ vielen ZuseherInnen aus der Seele: „ … Wie bleibe ich bei Sinnen, wenn so viel Irrsinn passiert? Wo ist das Gegenmittel? Das Gift heißt: Hass und Hetze und Lüge.“ Annette Behnken bezog sich auf den medialen Umgang mit der Ermordung von Charlie Kirk (siehe Gastbeitrag auf Seite 3) und meint: „Allein, dass man sagt, was ist, führt zur Unterstellung, dass man eine Ermordung rechtfertigt. Das ist die...

  • 01.10.25

Offen gesagt - Elena Kranzler
Kein leiser Appell

Frieden stiften, aber wie? „Glücklich zu preisen sind die, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden“, sagt Jesus in Matthäus 5,9. Diese Seligpreisung der Bergpredigt ist ganz und gar kein leiser Appell, einmal um etwas mehr Ruhe in einer lauten Umgebung zu bitten. Vielmehr ist sie eine Aufforderung zu konkreten alltäglichen Handlungen. Als Söhne und Töchter Gottes ist es unsere Aufgabe, Frieden zu stiften. Frieden zu stiften bedeutet nicht, ab und zu einmal einen kleinen...

  • 01.10.25

Positionen - Elisabeth Wimmer
Das Leben bebt

In der Gaststube beim Wirt neben unserer Dorfkirche habe die Deckenlampe gewackelt. Das habe ich als Kind 1976 aufgeschnappt. Erdbeben in Friaul hatten unzählige Häuser zerstört, fast 1000 Menschen getötet, Zehntausende wurden obdachlos. Ich spürte eine existenzielle Unsicherheit: Wenn der Boden selbst wackelt: Wo kann man stehen? Heuer verbrachte ich Urlaubstage in dieser Region. Im Dom von Gemona stehen einige Säulen schief, Zeugen zugleich von Ur-Bedrohung und (erhoffter) Stabilität....

  • 01.10.25
  • 1

Mutworte - Ruth Zenkert
Göttliche Aufgabe

Sechzehn Kinder sitzen auf Mini-Stühlen im Kreis um Minodora und singen. Sie folgen genau ihren Bewegungen: klatschen, stampfen, Arme hochheben. Ganz konzentriert, merken sie gar nicht, dass ich hereingekommen bin. Wir sind im Kindergarten des Sozialzentrums Casa Martin in Nou. Die Wände sind geschmückt mit bunten Zeichnungen, Schneeflocken aus Krepppapier tanzen an der Decke, selbstgebastelte Tiere stehen im Zoo. Minodora bringt den Kindern Malen, Zahlen, Buchstaben, Singen, Händewaschen und...

  • 01.10.25

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Alle von woanders her

Zum 111. Mal wird heuer der „Welttag von Migranten und Flüchtlingen“ begangen. Papst Benedikt XV. hatte das kirchliche Gedenken1914 erstmals ausgerufen; heuer findet es am 4. und 5. Oktober statt. Das von Papst Leo XIV. dazu verfasste Schreiben „Migranten, Missionare der Hoffnung“ ist auszugsweise auf Seite 10 zu lesen, und auf der Doppelseite davor ist eine solche „Missionarin der Hoffnung“ porträtiert. Neben Amina, die vor zehn Jahren aus Afghanistan nach Österreich gekommen ist, leben...

  • 24.09.25

Offen gesagt - Evelyn Hofer
Der richtige Ort

Warum sind keine Vögel an meinem Futterhäuschen? Ein plötzliches, (fast) völliges Ausbleiben aller Vögel am Futterhaus kann nicht allein durch Bestandsabnahmen erklärt werden. Leider können wir die Vögel auch nicht fragen, warum sie manche Futterstellen selten oder nie besuchen. Aber einige mögliche Ursachen kann ich Ihnen nennen: Steht das Futterhaus an einer aus der „Vogelperspektive“ falschen Stelle? Vögel fliegen ein Futterhaus gern aus einem Baum oder Strauch an und fühlen sich sicherer,...

  • 24.09.25

Positionen - Leopold Neuhold
Ich in Beziehung

Eine Rose wurde wegen ihrer Schönheit bewundert. Dies schmeichelte ihr. Aber ihre Bewunderer betrachteten sie nur aus der Distanz. Warum? Ein unansehnlicher Frosch saß in der Nähe der Rose. Sie forderte ihn auf, sich zu entfernen, ihre Schönheit könne dann noch besser gewürdigt werden. Der Frosch gehorchte und ging des Weges. Nun begann die Rose Blätter zu verlieren, das Interesse der Besucher erlahmte. Eine Eidechse eröffnete der Rose den Grund für diese Misere: Der Frosch hatte zuvor die...

  • 24.09.25

Mutworte - Josef Promitzer
Ja, ich kann!

Der kleine Thomas brachte eines Tages einen Brief von der Schulleitung mit nach Hause. Die Mutter las, schluckte und sagte dem Buben: „Da steht, dass du ein so gescheiter Schüler bist, dass dich die Schule nicht mehr unterrichten kann. Ich selbst werde ab jetzt deine Lehrerin sein.“ So geschah es. Bei dem Buben handelte es sich um Thomas Alva Edison, dem wir unter Anderem die Erfindung der Glühbirne verdanken. Die Geschichte geht noch weiter. Im Nachlass der Mutter stieß Edison nach etlichen...

  • 24.09.25

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Mehr als ein Job

Die nächste Wort-Gottes-Feier planen, Lieder aussuchen, der Organistin Bescheid sagen. Geschenke für die Damen vom Besuchsdienst besorgen, einen Text fürs Pfarrblatt schreiben, den Infoabend für die Erstkommunion- und Firm-Eltern vorbereiten. Sesselkreise anordnen oder Bierbänke schleppen, Gläser abwaschen, Kuchen aufschneiden (aber auch essen!). Dazwischen die Eltern der MinistrantInnen über den geplanten Ausflug informieren. Oh, ist der Bus schon gebucht? Und dann bei Familie N. klingeln. Vor...

  • 17.09.25

Offen gesagt - Nora Tödtling-Musenbichler
Menschen auffangen

Was am kürzlich präsentierten steirischen Gesetzesvorschlag für die Sozialhilfe bereitet Ihnen Sorgen? Es ist öffentlich bekannt, dass die Bundesregierung ein einheitliches Sozialhilfegesetz mit bundesweit einheitlichen Regelungen und einer Kindergrundsicherung plant. Die Steiermark geht nun vorschnell mit einem neuen Landesgesetz voran, das wir mit Sorge sehen. Denn die vorgesehenen Kürzungen sind ein Angriff auf das Existenzminimum – vor allem von Familien, Frauen und Kindern. Wir wissen: 58...

  • 17.09.25

Positionen - Svjetlana Wisiak
Gute Laune auf Umwegen

Man könnte es einer höheren Gewalt wie der Hitze zuschreiben oder dem durch Baustellen erschwerten Weg zur Arbeit und mangelnder Fahrrad-Wartung – aber wenn ich im Sommer morgens das Büro betrat, so hatte ich schlechte Laune. Die Kolleginnen, die sie ausbaden mussten, gingen zur Praxis über, mich in der ersten halben Stunde nach meinem Eintreffen nicht anzusprechen. Als ich mich eines Morgens in großer Hektik für die Arbeit fertigmachen musste, war Eskalation vorprogrammiert. So erledigte ich...

  • 17.09.25

Mutworte - Ruth Zenkert
GastgeberIn sein

Die „reiche Tante aus Österreich“ war abgereist, und die VolontärInnen tauchten aus ihren Verstecken auf. Ich schimpfte: „Warum habt ihr nicht geholfen?“ – „Sie war doch dein Gast! Wir wollten nicht stören.“ Bald meldeten sich neue Gäste an. Dieses Mal bereitete ich den Besuch gemeinsam mit den VolontärInnen vor. Ich erklärte ihnen, wer die Gäste seien und warum sie unser Werk kennenlernen wollten. Dann wurden die Aufgaben verteilt. Die Begrüßung wollte natürlich Moise übernehmen. Ich schrieb...

  • 17.09.25

Aus meiner Sicht - Heinz Finster, Geschäftsführer
SchöpfungsZeit: Zeit fürs Schepf’n

In der Zeit vom 1. September bis zum 4. Oktober, dem Fest des hl. Franziskus, feiern die christlichen Kirchen SchöpfungsZeit. Gedankt wird dabei für die Gabe der Schöpfung, und um die Bewahrung derselben wird gebetet und gerungen. Was das bedeutet? Nun, will ich die Fastenzeit begehen, muss ich fasten. Will ich in der SchöpfungsZeit aktiv werden, müsste ich wohl „schöpfen“ im Sinn von „schaffen“ und das obendrein mit meinem Alltag in Einklang bringen. Ein Blick ins Wörterbuch zeigt, was damit...

  • 10.09.25

Offen gesagt - Johann Platzer
Sterben in Würde

Wie sehen Sie als Christ, Theologe und Ethiker die Möglichkeit zum sogenannten assistierten Suizid? Für mich macht es zunächst keinen Unterschied, ob ich als Christ, Theologe oder Ethiker über den assistierten Suizid schreibe. Denn aus der Bibel lassen sich keine ethischen Handlungsanweisungen direkt ableiten. Ethische Herausforderungen verlangen eine vernunftgeleitete Auseinandersetzung im gemeinsamen Dialog. Gleichwohl kann unser Glaube uns eine starke Motivation sein: sich für Kranke,...

  • 10.09.25

Positionen - Karl Veitschegger
Meine Wünsche

Sie sind wieder in der Schule: unsere Kinder, Enkel, Nichten, Neffen … mit ihren Lehrerinnen und Lehrern. Experten geben alljährlich zum Besten, wozu „die Schule“ befähigen muss. Viel Wahres ist darunter. (Freilich kann die Schule allein das nicht leisten.) Ich bin kein Experte, aber habe auch Wünsche für unsere Jungen. So wünsche ich mir, dass sie früh den Unterschied zwischen Fakten und Meinungen erkennen können, ebenso zwischen persönlicher Überzeugung und der Wahrheit selbst, die immer...

  • 10.09.25

Mutworte - Christa Carina Kokol
Arme Affen

In einem Experiment wurde einer Generation von Affen die Mutter entzogen. Da die Tiere ohne jegliche Zuneigung aufwachsen mussten, konnten sie weder Kontakte knüpfen noch Gefühle zeigen. Ja, sie waren nicht einmal fortpflanzungsfähig. Zwangsbefruchtet hassten diese Affenmütter ihren Nachwuchs und peinigten ihn – unfähig, eine Beziehung aufzubauen. Die psychische Gesundheit von Menschen, vor allem der jungen, ist heute sehr angespannt. Verantwortliche fordern daher vermehrt,...

  • 10.09.25

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Voll

„Wie gut gefüllt ist heut’ Ihr Glas?“ So lautet eine beliebte Frage zur Erkundigung des Gemütszustands. Gemeint ist dabei nicht der Trinkbecher am Nachtkasterl, der hilft, nächtliche Durst-Attacken abzuwehren, sondern das sprichwörtliche Glas, das, je nach mentalem Zustand, halb leer sein kann oder halb voll. Persönlichkeitstests zeigen, dass Pessimisten auf die Eingangsfrage meist mit einem zur Hälfte geleerten Glas antworten; dasjenige der Optimisten hingegen ist halb voll. Mein Glas ist...

  • 03.09.25

Offen gesagt - Manuela Reicht
Wir haben Ziele!

Was ist seit der Diözesankonferenz passiert? Wie geht es weiter? Nach der Diözesankonferenz (DK) hat eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Tamara Strohmayer, Anna Hollwöger, Susanne Ebner-Benedikt, Rudolf Rappel und mir, begonnen, aus den Richtungsaussagen strategische Ziele zu formulieren. Wir haben versucht, mit den Zielen ganz nah an den Richtungsaussagen der DK zu bleiben. Um zu prüfen, ob uns das gut gelungen ist, baten wir anschließend die Themenverantwortlichen der DK um Rückmeldung. In...

  • 03.09.25

Positionen - Theresia Heimerl
Tiere und Menschen

Frösche im Nachbarteich sind zu laut, befand jüngst ein Gericht. Zootiere werden so lange gezüchtet, bis sie zu viele sind und getötet werden müssen, und Haustiere kann man für die noch lebenden Zoo-(Raub-)Tiere zur Fütterung abgeben. Kein Wunder, dass Nessie aus dem schottischen Hochland heuer schön untergetaucht bleibt im Sommerloch. So ganz geheuer sind sie uns nicht, unsere mehrbeinigen Schöpfungsgenossen, seit wir das Paradies verlassen haben (bzw. man uns rausgeworfen hat). Wir brauchen...

  • 03.09.25

Mutworte - Christa Carina Kokol
Mut-Tüte

Eine Frau fragt das Kind, hast du schon eine Schul-tüte? Sagt es stolz, ich krieg bestimmt eine Mut-Tüte. Verwundert schaut sie es an. Ganz selbstverständlich klärt das Kind auf. Inspiriert ist die Mut-Tüte von der Geschichte eines Buben, der für den ersten Schultag eine erhält. Darin befinden sich Symbole, die für gute Wünsche stehen, die innerlich stärken sollen für den Übergang in den neuen Lebensabschnitt. Zum Beispiel ein Kleeblatt, da Glück auch in der Schule wichtig ist. Das Kind erzählt...

  • 03.09.25

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Schweigend ernten

Vor meinen ersten Schweige-Exerzitien hatte ich einige Zweifel. Halte ich das aus? Alleine in einer fremden Umgebung mit fremden Menschen. Ohne Kontakt zu Familie, FreundInnen ... Und acht Tage lang schweigen? Rückblickend bin ich sehr froh, dass ich meine Bedenken überwunden habe und dieses Experiment, gut begleitet von einer umsichtigen Exerzitienleiterin, wagte. Die Stille macht etwas mit einem. „Wer schweigt, hört auch zu“, formuliert es Philipp Joachim Endl. Er berichtet diesmal auf Seite...

  • 27.08.25

Offen gesagt - Wolfgang Palaver
Friede und Widerstand

Welchen Frieden lehrt die Bibel? Zentrale biblische Texte wie die Bergpredigt lehren nicht etwa einen situationsblinden Frieden – vielmehr führen sie als Ziel einen messianischen Frieden an. Um diesen zu erreichen, braucht es die Bereitschaft zum aktiven Widerstand gegen Ungerechtigkeit und Gewalt. Lange Zeit stand die Bergpredigt mit ihrem ethischen Kompass im Schatten der Zehn Gebote. Neuere Deutungen allerdings geben längst Instrumente an die Hand, die alttestamentliche Aspekte aufgreifen...

  • 27.08.25

Positionen - Christian Teissl
Weitergeben

Eine Schriftstellerkollegin war gestorben und so machte ich mich auf den Weg nach E., ihrem Heimatort, um von ihr Abschied zu nehmen. Beim Requiem hielt ihr Sohn, inzwischen selbst ein Mann auf der Höhe des Lebens, die Trauerrede, erzählte vom Leben seiner Mutter, von ihrem großen Talent zur Begeisterung, ihrer Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen, und schilderte schließlich die letzte, von Krankheit gezeichnete Etappe ihres Lebensweges, auf der er sie begleitet hatte … Strich um Strich, Zug...

  • 27.08.25

Mutworte - Josef Promitzer
Leuchtfeuer

Ich finde Leuchttürme faszinierend. Wie zur Begrüßung stehen sie an Küstengebieten und harren fast heldenhaft bei Sonnenschein, Wind und stürmischer See aus. Ihre Aufgabe ist klar: Sie sollen mit ihrem Leuchtfeuer signalisieren, dass Ufer und Land nicht weit entfernt sind. Leuchttürme bewahren nahende Schiffe mit ihrem Licht davor, auf Grund zu laufen, also im Gewässerboden stecken zu bleiben. Trotz moderner Satellitentechnik und anderer technischer Vorzüge unserer Zeit braucht es die...

  • 27.08.25

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