Steiermark | SONNTAGSBLATT - Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Die Zweier-Frage

Mein leider viel zu früh von uns gegangener Praktikumspfarrer Peter Schleicher hat mich – als aufmerksamer Beobachter meines Werdeganges – oft mit einem hintergründigen Lächeln gefragt: „Wann sehe ich Dich auf der Seite 2?“ Ich habe ihm stets versichert, dass ich mich auf der Seite 22 sehr gut aufgehoben fühle. Und viele würden ohnehin das SONNTAGSBLATT von hinten zu lesen beginnen – angefangen bei den Witzen. Nun also doch die Seite 2. Ab sofort werde – abwechselnd mit Katharina Grager, Anna...

  • 30.12.25

Offen gesagt - Bernd Hillebrand
Neue Wege eröffnen

Kann man Gott Wegbereiterin nennen? Bereits in der frühen Kirche wurden Jesus bestimmte Titel zugesprochen. Diese knüpften an Gottestitel im Alten Testament an. Mit diesen Bezeichnungen wollte man Deutungen von Weg und Person Jesu zum Ausdruck bringen. Meist entstanden sie in langwierigen Diskussionen und Auseinandersetzungen von theologischen Schulen und auf Konzilien des frühen Christentums. Die Orientierung dabei war stets das Evangelium und dessen Übertrag in die heutige Zeit. Wenn also die...

  • 30.12.25

Positionen - Elisabeth Wimmer
Steinsuppe

In dieser Jahresübergangszeit kommt mir das Buch „Steinsuppe“ von Anaïs Vaugelade in den Sinn. Wundervoll illustriert erzählt es von einem Wolf, der an einem Winterabend ins „Dorf der Tiere“ kommt und im Haus der Henne um Einlass bittet: Aufwärmen möchte er sich und eine Steinsuppe kochen; den Stein habe er mit. Der Henne ist das nicht ganz geheuer, doch Steinsuppe würde sie gern kennenlernen. Kann man Sellerie dazugeben? Ja, das geht, sagt der Wolf. Das Schwein macht sich Sorgen, als es den...

  • 30.12.25

Mutworte - Ruth Zenkert
Der göttliche Bund

Sie seien Könige, daher der Name „königliche Truppe“, erklärte Țuca, der Lehrer der Musikgruppe „Șatra regala“. Begeistert spielen seine SchülerInnen Roma-Lieder. Doch sie nennen sich nicht Roma – „Diese Bezeichnung kommt von anderen, das sind nicht wir!“ –, sondern țigan, Zigeuner. In der Ceaușescu-Zeit wurde ihnen versprochen, dass sie alle gleich seien – wenn sie ihre Traditionen und Sprache ablegten. Sie wurden umgesiedelt, bekamen Arbeit in den Fabriken, Wohnungen im Plattenbau, legten die...

  • 30.12.25

Weihnachten 2025
Weihnachtsgruß des Bischofs

Liebe Leserinnen und Leser unseres SONNTAGSBLATTES! 2025 war ein außergewöhnliches Jahr. Zum einen war es ein besonderes, ein Heiliges Jahr. Mehr als 30 Millionen PilgerInnen kamen deshalb nach Rom. Der Tod von Papst Franziskus war für mich traurig. Er hat mich zum Bischof ernannt, mehrmals bin ich mit ihm zusammengetroffen. Ich behalte ihn als impulsiv und humorvoll in Erinnerung und als Papst, dem das Geschick von Umwelt und Mensch wichtig war. Gefreut habe ich mich über die Wahl von Robert...

  • 17.12.25

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Sternenstaub

„Stern über Betlehem, zeig uns den Weg ...“ werden bald Sternsinger-Gruppen landauf, landab singen und die Botschaft der Weihnacht zu den Menschen tragen. Mit Ihrer Spende, die Sie den KönigInnen mitgeben, unterstützen Sie vielfach gute Zwecke (siehe Seite 3). Der Stern von Betlehem steht symbolisch für eine besondere Geburt. An Sternen kann man sich orientieren – z. B. bei der Seefahrt. Sie stehen, im „Griff nach den Sternen“, aber auch für schier Unerreichbares. Für Eltern, deren Kind vor,...

  • 17.12.25

Positionen - Leopold Neuhold
Licht der Hoffnung

Die Kerzen am Adventkranz brennen vor sich hin, so still, dass man hören kann, wie sie reden. Die erste Kerze stöhnt: „Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden.“ Und sie erlischt. Die zweite Kerze, der Glaube, fühlt sich überflüssig, weil die Menschen nichts von Gott wissen wollen, und die Flamme fällt in sich zusammen. Traurig seufzt die dritte Kerze. „Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr. Die Menschen sehen nur sich selbst.“ Mit einem letzten...

  • 17.12.25

Mutworte - Christa Carina Kokol
Himmelstor

„Es hat sich heut eröffnet das himmlische Tor“, singen die Menschen in der kleinen Kirche und klatschen freudig in die Hände. Ihr Jesuskind aus der Weihnachtskrippe, das für einige Tage – wie auch immer – entschwunden war, kehrt unversehrt zur Mette zurück. Für Umkehr ist es nie zu spät. So der Sinngehalt dieser Weihnachtserzählung. Auch in einem Adventgespräch der Kleinen Zeitung mit Richter Thomas Tovilo-Moik geht es um Umkehr. Der Richter unterstreicht die Bedeutung von Respekt und...

  • 17.12.25

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Gaude im Bus

Der Eine fotografiert seit Kindertagen Burgen und Schlösser (mehr im „Vorgestellt“ auf Seite 4), der Andere befördert Leute mit dem Bus. Was Menschen in ihrer Freizeit oder um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, tun, finde ich immer interessant. Tätigkeiten gibt es viele – wie viele, das weiß wohl niemand so genau. Weltweit gehen 1,7 Milliarden Menschen einem Beruf nach, lese ich im Internet. Rechnet man informelle, also nicht vertraglich geregelte, Arbeitsverhältnisse hinzu, dürfte die Zahl...

  • 10.12.25

Offen gesagt - Johanna Lorenzutti
Viele Inhalte

Was ist das konkret:intranet? Wer kann es nutzen und was gibt es dort? Das konkret:intranet ist quasi die eigene Website für haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen der Katholischen Kirche Steiermark. Hier finden Sie Informationen, Anleitungen, Tipps, Inspirationen und vieles mehr für das (ehrenamtliche) Engagement in der Katholischen Kirche Steiermark. Als langjährig Engagierte/r fragen Sie sich vielleicht: „Was ist jetzt neu?“ – schließlich gibt es das konkret:intranet bereits seit 15...

  • 10.12.25

Positionen - Svjetlana Wisiak
Unglückseliges Christkind

Ich bin eine furchtbare Schenkerin. Wochenlang suche ich nach Dingen, die dann doch nicht gut genug sind. Umso froher war ich, als ich eines Tages, einem Tipp folgend, ein besonderes Comicbuch für einen lieben Menschen besorgen konnte. Ein Dreivierteljahr später kündigte ich das Geschenk als Inhalt der kühnsten Träume auf einer Reise an. Zwei Wochen Vorfreude bauten sich zu einem Höhenflug der Glücksmomente auf. Die Heimreise war erfüllt von erwartungsvoller Aufgeregtheit. Als der...

  • 10.12.25

Mutworte - Sabine Petritsch
Mutige Vorfahrin gewesen sein

Ich treffe mich mit einer Freundin. Sie sagt, dass sie vor einer Entscheidung stehe, ihr aber der Mut fehle. Im Gespräch erwähnt sie, allen Frauen ihrer Familie habe der Mut gefehlt; sie hätten sich angepasst und seien ihr keine guten Vorbilder für ein selbstbestimmtes Leben gewesen. Innerlich spürte ich, dass ich das nicht glauben konnte. Ich geriet in eine Art Verteidigungshaltung und plötzliche Solidarität mit ihren Ahninnen. Andere Themen kamen, wir verabschiedeten uns gewohnt freundlich....

  • 10.12.25

Aus meiner Sicht - Helmut Schmidt, Geschäftsführer
Anna ist schwanger

Am Montag, 8. Dezember, feiern wir: Anna wird von Joachim schwanger. Aus diesem Kind, das von Gott besonders erwählt ist, wird später die Mutter Jesu, die mit Josef die Heilige Familie gründet. So wirkt Gott von Generation zu Generation. Ich wage zu sagen, in einer gewissen Weise gilt das auch für die SONNTAGSBLATT-Familie. Mir ist Familie wichtig. Um Zeit mit meiner verbringen zu können, habe ich mich in den vergangenen Jahren bewusst für eine Teilzeitanstellung entschieden. Gleichzeitig bin...

  • 03.12.25

Offen gesagt - Karl Toifl
Nur Ja heißt Ja

Wie setzt sich die KMB gegen Gewalt ein? Anlässlich der Aktion „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ unterstützen wir von der Katholische Männerbewegung Österreich (KMBÖ) die Initiative „Nur Ja heißt Ja“. Wir sind zutiefst betroffen, dass viele Frauen in unserem Land noch immer zu sexuellen Handlungen gezwungen werden. Es hat sich in den letzten Jahrzehnten gesetzlich zwar schon einiges zum Besseren verändert, aber es braucht offensichtlich noch mehr Schutz für Opfer von sexualisierter Gewalt. Daher...

  • 03.12.25

Positionen - Karl Veitschegger
Ein Hochfest der Resilienz

Heute ist viel von Resilienz die Rede. Gemeint ist die innere Widerstandskraft, mit der man Krisen bewältigt und gestärkt aus ihnen hervorgeht. Hilfen werden angeboten: Atemübungen, Yoga, Sport – „Stressbewältigung“ heißt das Zauberwort. Aber geht es nicht um mehr? Katholischer Glaube kennt noch eine andere, tiefere Form von Resilienz. Er feiert sie am 8. Dezember im Blick auf Maria: die Frau, die immun ist gegen die Pandemie des Bösen. Warum? Weil sie von Anfang an in Gottes Freundschaft lebt....

  • 03.12.25

Mutworte - Ruth Zenkert
Bis in den Tod

„Nicht ich – er ist dein Sohn!“, wehrte sich unser Mitarbeiter Eusebiu gegen die Umarmung der Frau und schob Costel zu ihr. Sie starrte ihn enttäuscht an: „Du? Hast du Zigaretten?“ Das waren die ersten Worte, die der Fünfzehnjährige aus dem Mund seiner Mutter hörte. Sie war seit Jahren in einer psychiatrischen Anstalt, elendig und hilflos. Nach seiner Geburt hatte sie ihn im Spital zurückgelassen. Der Bub wuchs in einem der berüchtigten Kinderheime der Ceaușescu-Ära auf. Wie viele, lief er weg...

  • 03.12.25

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Anna Maria Steiner, Redakteurin

Kennen Sie das Gefühl: Man glaubt, über etwas oder jemanden gut Bescheid zu wissen, und im Gespräch mit dem betreffenden, vermeintlich gut bekannten Menschen erfährt man Dinge, die ihn noch einmal in ein anderes Licht rücken? So geschehen für mich vergangene Woche, im ausführlichen Gespräch mit dem langjährigen SONNTAGSBLATT-Geschäftsführer. Heinz Finster wird, nach 27 Jahren, das Vor- und Nachdenken, das Schreiben, Organisieren, Entwickeln ... bei unserer Kirchenzeitung mit 1. Dezember...

  • 26.11.25

Offen gesagt - Martin Krenn
Gefährlich schwach

Wie geht es Ihnen mit den Ergebnissen der Weltklimakonferenz? Wir sind zutiefst enttäuscht von den gefährlich schwachen Ergebnissen. Viele reiche Staaten wie Österreich haben zwar vehement nach einem Fahrplan zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen gerufen, waren aber nicht bereit, ihren fairen Anteil dafür zu bezahlen oder in ihren eigenen Ländern dafür voranzugehen. Einzig der „Just-Transition-Mechanismus“ (ein Instrument, um sicherzustellen, dass der Übergang zu einer klimaneutralen...

  • 26.11.25

Positionen - Theresia Heimerl
Zurück zur Natur, aber nicht zu Fuß

In meiner Jugend, den 80er-Jahren, wo man vor Waldsterben und Ozonloch warnte, fand sich auf so mancher Schulbank und Häuserwand der Spruch: „Zurück zur Natur, aber nicht zu Fuß.“ Die ironische Fortsetzung des Zitats von Jean-Jacques Rousseau könnte man auch gut auf ein Banner am Eingang der kürzlich zu Ende gegangenen Weltklimakonferenz in Brasilien schreiben: Die Mächtigen dieser Welt trafen einander in Belém, einer Stadt unmittelbar am Rand des Regenwaldes – genauer gesagt trafen sie sich in...

  • 26.11.25

Mutworte - Josef Promitzer
Abends an deinem Bett

Manchmal bringe ich meine Neffen ins Bett. Dazu gehören eine Gute-Nacht-Geschichte sowie das Abendgebet. Dabei denken wir über den Tag nach und sagen Danke für alles, was schön war. Wir beten auch für andere Menschen. Als mein älterer Neffe noch klein war, bat er Gott darum, auf alle aufzupassen, die schon von uns gegangen sind. Das klang so: „Ich bitte für Tante Anni, Tante Gretl, Onkel Hans – und Mozart!“ Wobei er eine nachdenkliche Miene aufsetzte und mir erklärte: „Weißt du, Mozart ist...

  • 26.11.25

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Keine Tollkirschen

„Es geht nicht darum, die schlaueste Person im Raum zu sein, sondern die neugierigste“, sagte die kanadische Forscherin Nida Ali kürzlich bei einer Preisverleihung (Die Furche, 13. 11.). „Neugierige Leutʼ sterben früh“, spricht der Volksmund. Das Drohwort kontere ich gerne keck mit: „Aber Unkraut vergeht nicht!“ Neugier bringt uns voran. Die Lust auf Neues und das Streben, Neues zu erkunden, hat der Menschheit viele Entdeckungen gebracht. Zugleich ist es manchmal auch gefährlich. Der erste...

  • 19.11.25

Offen gesagt - Anna-Maria Kienzl
„Frag mich doch!“

Warum braucht es den Internationalen Tag der Kinderrechte? Der Internationale Tag der Kinderrechte am 20. November erinnert uns jedes Jahr an die Verabschiedung der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN) im Jahr 1989. Das Abkommen, das in 54 Artikeln die Rechte von Kindern bis zum 18. Lebensjahr festlegt, hat sich als weltweites Grundgesetz für die Rechte von Kindern etabliert. Die UN-Kinderrechtskonvention, die von 196 Staaten ratifiziert wurde, ergänzt damit die allgemeinen...

  • 19.11.25

Positionen - Christian Teissl
Unverloren

Man erlebt es immer wieder: Plötzlich zeigen sich haarfeine Risse im Gefüge einer Freundschaft, und man weiß nicht, wie und wodurch sie entstanden sind. Vielleicht war es eine Frage, die ohne Antwort geblieben ist, vielleicht ein unaufgeklärtes Missverständnis, vielleicht eine leise Enttäuschung über eine unterbliebene Geste, ein falsches Wort, ein Zuwenig oder ein Zuviel des Guten. Es lässt sich nicht sicher sagen, man spürt nur – der andere rückt von einem ab, und indem man es spürt oder zu...

  • 19.11.25

Mutworte - Christa Carina Kokol
Owi lacht

„Es muss sich vieles ändern, damit es so bleibt, wie es ist.“ Dieser Imperativ nach einem Zitat aus dem Roman „Der Leopard“ von G. Tomasi di Lampedusa ist eine Lebensweisheit, der sich das SONNTAGSBLATT verpflichtet weiß. Man stelle sich vor, die Zeitung hätte sich seit ihrer Erstausgabe vor 80 Jahren nicht verändert. Auch ohne hellseherische Fähigkeiten wissen wir, dass es das Blatt längst nicht mehr geben würde. Nur durch Wandlung wird die Grundintention der ersten Stunde erhalten und...

  • 19.11.25

Beiträge zu Kommentare & Blogs aus

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ