Steiermark | SONNTAGSBLATT - Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Heinz Finster, Geschäftsführer
Der Dienst an der Menschheit

Ein ermutigender Höhepunkt bei unserer Diözesanwallfahrt war die Generalaudienz von Papst Leo XIV. am Petersplatz. Es war aufregend: früh aufstehen, im Stau mit dem Bus zum Petersplatz, sich in der unübersehbar langen Schlange anstellen, nach den Sicherheitskontrollen endlich ein sonniges Platzerl am großen Petersplatz finden. In der Aufregung konnte man leicht „überhören“, mit welch feiner Eindringlichkeit der Papst anlässlich von 60 Jahre Nostrae aetate zum interreligiösen Dialog ermunterte:...

  • 12.11.25

Offen gesagt - Manuela Harb
Heilsam für alle

Wie sieht ein heilsamer Umgang mit dem Leben aus? Grundvoraussetzung ist ein gemeinschaftliches Miteinander, und darauf aufbauend: ein guter Umgang mit der Schöpfung. Mit unserem „Lebensgartl“ versuchen wir das. Nach dem Tod eines unserer Kinder vor 22 Jahren trauerte jedes Familienmitglied für sich. „Wir brauchen etwas, das uns einander wieder näherbringt“, sagten mein Mann und ich, und wir wollten einen Ort schaffen, mit dem das Leben weitergeht. Wir pachteten ein Grundstück, auf dem wir Obst...

  • 12.11.25

Positionen - Elisabeth Wimmer
Balancieren üben

„Grüß Gott in unserer kuscheligen Kirche“, werden wir mit Schmäh vor der Messe begrüßt. Ich lerne wieder eine Kirche kennen. (Ganz nah ist mir noch der Eindruck vom Dom in Venzone, der – wieder aufgebaut nach den Erdbeben von 1976 – seine Wunden nicht verschweigt.) Das Kirchlein Maria Altötting im steirischen Winklern kommt mir in anderer Weise entgegen. Der Kirchenraum, nach dem Vorbild der Gnadenkapelle von Altötting errichtet, hat tatsächlich etwas Heimeliges, und die freundliche...

  • 12.11.25

Mutworte - Sabine Petritsch
Woher kommt der Mut?

Beim Friseur, inmitten des Betriebes, blättere ich in einer Zeitschrift. Meine Aufmerksamkeit bleibt hängen beim Zitat „Courage comes from caring – Mut kommt von Fürsorge“, das dem Philosophen Laotse zugeschrieben wird. Der Artikel beschreibt das Gefühl der Sorge – sei es um andere, um sich selbst oder um ein Ideal, das die inneren Kräfte mobilisiert und sich im mutigen Verhalten zeigt. In mich gekehrt frage ich mich: Was oder wer braucht unsere Fürsorge? Es ist das Haus alles Lebendigen....

  • 12.11.25

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Bin dann mal weg

Einander in die Arme fallen – verbunden mit einem „Wie war es denn? Erzähl doch mal!“: Ein Wiedersehen mit lieben Menschen geht einher mit Neugierde und Dank für die gesunde Wiederkehr. Ähnlich empfinden derzeit wohl auch all jene 250, die ihre Angehörigen seit 31. Oktober wieder gut zurück wissen von der SONNTAGSBLATT-Reise nach Rom (mehr auf den Seiten 12 bis 13). „Auf Reisen gleichen wir einem Film, der belichtet wird. Entwickeln wird ihn die Erinnerung“, soll Max Frisch (1911–1991) einmal...

  • 05.11.25

Offen gesagt - Andreas Steiner
Gott übertragen

Was bringt eine Gottesdienstübertragung im Fernsehen oder Radio für eine Pfarre mit sich, und wie läuft sie ab? Wesentlich bei einer Übertragung ist, all das, was in der Feier hör- und sichtbar gemacht werden soll, feierlich, gut gestaltet und ruhig in einem vorgegebenen Zeitfenster unterzubringen. Übertragungen können für Pfarren eine Chance sein, ihre liturgische Praxis zu überprüfen. Dabei tauchen z. B. Fragen zur Feierqualität auf: Feiern wir als Gemeinde gemeinsam? Können sich Menschen...

  • 05.11.25

Positionen - Svjetlana Wisiak
Eine Margerite zum Abschied

Kürzlich habe ich erfahren, dass ein Bewohner einer unserer Einrichtungen verstorben ist. Das kommt ab und zu einmal vor, und es ist jedes Mal traurig. Diesen Bewohner kannte ich aber seit ich bei den VinziWerken angefangen habe. Er war wortkarg, schüchtern und zurückgezogen. Eine Familie hatte er nicht oder hielt zumindest keinen Kontakt zu näheren Verwandten. Mit mir hat er selten gesprochen, höchstens hat er mir ab und zu einen kritischen Blick zugeworfen. Eines Tages ging ich nach einem...

  • 05.11.25

Mutworte - Ruth Zenkert
Essen als Trost

Je näher wir dem Haus von Anca kamen, desto mulmiger wurde mir. Die Familie kam nicht aus dem Elend: Anca mit ihren Kindern, Enkeln und den zwei Männern, die sie zugleich geheiratet hatte. Der Hof voll Müll, das Haus eine Ruine. Heute ging ich hin, weil Ovidiu, ihr achtzehnjähriger Sohn, gestorben war. Als Bub hatte er bei uns gelebt, dann wollte er mit seinem Pferd bei den Bauern Geld verdienen. Sein krankes Herz hielt nicht mehr. Doch als ich den Hof betrat, war alles aufgeräumt. Freunde...

  • 05.11.25

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Abschied nehmen

„Ziagn die Jåhr wia da Herbstwind durchs Lånd ...“ Vor dem Krankenhaus weht mir ein kalter Wind ins Gesicht. „Wieso ist es im Herbst gefühlt immer windig?“, frage ich mich. „Na, irgendwie müssen doch die Blätter von den Bäumen!“, antwortet mein innerer Kindskopf. „Möcht hoamwärts wåndern mit dir Hånd in Hånd ...“ Am Krankenbett sitzend halte ich deine Hand. Wir waren früher oft wandern. Bestimmt hast du meine Hand gehalten, als ich noch Hilfe beim Gehen brauchte. Jetzt halte ich deine, Opa....

  • 29.10.25

Offen gesagt - Maria Pieberl-Hatz
Alles erlaubt

Wie geht man mit Trauernden gut um? Gerade wenn die Nächte kälter werden, ist der Abschied noch stärker spürbar, wenn liebe Menschen gestorben sind. Der Platz im Haus ist leer, die vertrauten Phrasen fehlen. Das schmerzt, und Trauernde fühlen sich alleingelassen. Wir alle sind berufen, einander zu trösten und die Tür zum Leben zu öffnen. Hinterbliebene berichten, dass Leute die Straßenseite wechseln, um nicht mit ihnen reden zu müssen. Hilflosigkeit steht im Raum. Ist es die Angst, weil wir...

  • 29.10.25

Positionen - Leopold Neuhold
Durchscheinen lassen

Eine Mutter mit ihrem Sohn in einer Kirche: Die Morgen-sonne strahlt durch die Glasfenster. Eines leuchtet besonders hell im glitzernden Sonnenlicht. Auf die Frage des Kindes, wer das auf dem Glasfenster denn sei, antwortet die Mutter: „Das ist ein Heiliger.“ Am nächsten Tag fragt die Lehrerin in der Schule, was ein Heiliger sei. Der kleine Junge, beeindruckt vom Farbenspiel in der Kirche, antwortet: „Ein Heiliger, das ist ein Mensch, durch den hindurch die Sonne scheint.“ Heilige sind...

  • 29.10.25

Mutworte - Christa Carina Kokol
Homunkulus

Im Labor „wird ein Mensch gemacht“, die Phiole beginnt zu glühen. Ein künstlicher „Mensch“ entsteht im geschlossenen Raum, allein mit Stoffen aus der Vergangenheit. Künstliche Intelligenz (KI) des 21. Jahrhunderts? Nein, es geht um „Homunkulus“ aus Goethes Faust II, von 1825 bis 1831 verfasst. In der Deutung muss die Phiole zerspringen, damit sich der moderne zerstörerische Geist des Menschen zu einer schöpferischen Kraft der Liebe wandelt. Nur durch Wandlung könne der Mensch Ebenbild Gottes...

  • 29.10.25

Aus meiner Sicht - Heinz Finster, Geschäftsführer
Pilgerinnen und Pilger der Hoffnung

Wenn Sie dieses SONNTAGSBLATT in Händen halten, erleben wir mit 250 Steirerinnen und Steirern gerade die Diözesanwallfahrt in Rom. Bis zum Ende des Heiligen Jahres werden dann heuer beinahe 30 Millionen Menschen aus aller Welt nach Rom gepilgert sein. Was fasziniert gläubige Menschen so an der „Ewigen Stadt“? Wer nach Rom pilgert, bestaunt ja nicht nur eine Stadt – er tritt ein in eine Zeit, die größer ist als das Jetzt. Für PilgerInnen ist Rom keine Ansammlung von Steinen. Für sie ist Rom ein...

  • 22.10.25

Offen gesagt - Dr.in Inge Lang
Beruf mit Sinn

Was macht die Katholische Kirche auf einer Berufsinformationsmesse? Als eine der größten Arbeitergeberinnen der Steiermark ist es uns wichtig, über die vielfältigen Möglichkeiten, in der Kirche beruflich tätig zu sein, zu informieren. Die Berufsinfomesse bietet eine großartige Gelegenheit, mit Jugendlichen, LehrerInnen, Eltern und Interessierten über Ausbildungs- und Tätigkeitsfelder ins Gespräch zu kommen. In den zahlreichen Begegnungen können Fragen zu persönlichen Stärken, Berufswünschen,...

  • 22.10.25

Positionen - Karl Veitschegger
Die Hymne Gottes

„Patriotismus ist wie ein Dirndl: hübsch, wenn’s passt – peinlich, wenn’s zwickt“, sagt ein Bonmot. Und das Christentum? Während Patriotismus oft nur die eigene Heimat im Blick hat, schaut der christliche Glaube weiter – bis ins Reich Gottes. Und das ist universal. Jesus war kein Österreicher. Nicht einmal Römer. Er predigte Nächstenliebe, nicht Vaterlandsliebe. Seine Jünger-innen und Jünger bauten keine Festung, sondern suchten weltweit offene Herzen. Freilich lieben auch Christinnen und...

  • 22.10.25

Mutworte - Sarah Knolly
Brücken aus Dialog

Was wäre, wenn Sie zu einem Abend eingeladen werden, bei dem Sie mit Menschen an einem Tisch sitzen, die Sie kaum oder gar nicht kennen? Kürzlich fand im Paulschlössl so ein Abend statt. (Bericht siehe S. 7) An sechs Tischen saßen Menschen bei gutem Essen beisammen, die auf den ersten Blick nur eines gemeinsam hatten: Sie wurden persönlich eingeladen und hatten den Mut, sich diesem Abenteuer zu stellen. Als Tisch-Gastgeberin durfte ich an einem kleinen Tisch durch die Gespräche meiner Gäste...

  • 22.10.25

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Lob der Stille

Was für mich schlimmer ist, als ein Samstag im Einkaufszentrum? Ein Einkaufssamstag in Geschäften, in denen Hintergrundmusik ertönt. Während die Werbepsychologie Konzernen zur Hintergrundbeschallung rät, weil sie das Kaufverhalten positiv beeinflussen soll, kann ich liebend gern darauf verzichten – ist doch die Welt auch ohne Konsummusik längst laut genug. Flug-, Straßenverkehrs- oder Baustellenlärm: Weil es außerhalb der eigenen vier Wände immer lauter wird, schätzt die...

  • 15.10.25

Offen gesagt - Bettina Hutzl
Kirchenschätze schützen

Was ist Pfarrinventarisierung, und warum ist sie wichtig? Die über 600 Kirchen in der Steiermark beherbergen einen reichen Schatz an Kunst- und Kulturgütern, den unsere Diözese als kulturelles Erbe für die Menschen bewahrt. Unzählige Ausstattungsstücke wie Altäre, Statuen, Bilder, Kreuze, Kelche, Messgewänder und weitere Kulturgegenstände, die in Kirchenräumen lagern, wollen für nachfolgende Generationen erhalten werden. Um die Bestände so gut wie möglich zu erfassen und zu bewahren, ist eine...

  • 15.10.25

Positionen - Theresia Heimerl
Kann Freunden helfen Sünde sein?

Er habe sich nur um das Anliegen eines hilfesuchenden Bürgers gekümmert, begründete ein hochrangiger Politiker vor Kurzem seine Mithilfe bei einer Postenbesetzung zugunsten eines weniger qualifizierten Bewerbers. Ist es nicht ein christliches Grundgebot, seinem (Partei-)Nächsten zu helfen? Die christliche Nächstenliebe und die daraus folgende Unterstützung bezieht sich in den Evangelien auf konkrete Notsituationen: ein Verletzter am Straßenrand, ein Hungernder – ein österreichischer Beamter...

  • 15.10.25

Mutworte - Josef Promitzer
Das Butterbrot

Meine Mutter macht köstliches Bauernbrot. Wenn ich auf Besuch bei meinen Eltern bin, komme ich oft in den Genuss des frischen, noch warmen Backwerks. Im Geschmack jener knusprigen Brotrinde mit einer zart schmelzenden Butterschicht darauf werden für mich stets Ahnungen von Zuhause und Geborgenheit spürbar. Vor Kurzem habe ich von einem anderen lieben Menschen eine Einladung zum Mittagessen erhalten. Vorne auf der handgeschriebenen Karte war auf einem Foto ein Brotlaib zu sehen, der sich aber...

  • 15.10.25

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Schonzeit

„Wenn ich so eine schöne gefunden habe, dann hab ich dem Herrgott immer ein Vergeltʼs Gott gesagt“, verriet mir kürzlich eine passionierte Schwammerlsucherin, als sie in meinem Korb ein besonders prächtiges Exemplar einer Krausen Glucke entdeckte. Mit geübtem Blick sortierte sie meine Funde. Alle Täublinge, die ich von meinem Waldspaziergang mitgenommen hatte, waren essbar. Das gab eine feine Pfanne voll „Bråtschwamm“: In Butter gebratene Täublinge mit Salz und Brot – eine Delikatesse. Die...

  • 08.10.25

Offen gesagt - Mag.a Barbara Krenn
Religion im Fernsehen

Was bietet ORF-Fernsehen nach dem Aus des Religionsmagazins Orientierung? Wir wollen künftig Themen so aufbereiten, dass sie nicht nur für unser treues TV-Publikum interessant sind, sondern auch für ein Publikum, das lieber streamt und sich unsere Inhalte etwa auf ORF ON anschaut. In einer Zeit, in der negative Schlagzeilen Hochkonjunktur haben, wollen wir unserem Publikum am Sonntagmittag Perspektiven anbieten. In der neuen Sendereihe „KREUZ&QUER Nah dran“ porträtieren wir Menschen, die...

  • 08.10.25

Positionen - Christian Teissl
Ganz Gegenwart

„Begegnung“: ein Wort, oft bemüht und beschworen, ein Leib- und Seelenwort, ein Name für etwas, das wir ersehnen und das uns immer wieder zwischen den Fingern zerrinnt. Dabei war es noch nie so einfach wie heute, zusammenzukommen, wenn schon nicht face to face, dann wenigstens per Distanz, auf einem der vielen digitalen Kanäle. Wo immer man ist, man ist in Kontakt, gibt Nachricht, sendet und empfängt Zeichen aller Art, vom „Ich brauche von dir dies und das“ bis hin zum schlichten „Ich denke an...

  • 08.10.25

Mutworte - Christa Carina Kokol
Ungiftiges Experiment

Genießen Sie gerade eine gute Tasse Kaffee? Sie wird Ihnen guttun, obwohl Schwedenkönig Gustav III. im 18. Jh. überzeugt war, dass Kaffee reines Gift ist. Um zu beweisen, dass er im Recht ist, startete er ein Experiment: Er begnadigte zwei Häftlinge und ließ einen der beiden täglich eine Tasse Tee, den anderen eine Tasse Kaffee trinken. Mediziner sollten das Experiment über mehrere Jahre dokumentierten. Das Ergebnis: Zuerst starben die Ärzte, König Gustav III. wurde ermordet, und schlussendlich...

  • 08.10.25

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