Steiermark | SONNTAGSBLATT - Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Aus meiner Sicht - Heinz Finster, Geschäftsführer
Der rote Teppich und das Erinnern

Manchmal genügt ein Blick in den Kalender, und schon ziehen Erlebnis-Bilder durch den Kopf – von Menschen, Tieren, Landschaften und Momenten, die uns geblieben sind. Manche dieser Bilder sind zart wie Morgentau, andere tragen das Gewicht schweren Lebens. Wir halten sie fest und widmen ihnen Gedenk- und Jahrestage. Solche Tage schützen das Vergangene vor dem Verschwinden und geben dem Kommenden eine Richtung. In dieser Woche erinnert der „Tag der Russlanddeutschen“ an großes Leid. Am 28. August...

  • 20.08.25

Offen gesagt - Klaus Schwertner
Bildung als Zerreißprobe

Am 1. September startet die Schule. Was bedeutet das für Familien finanziell? Der bevorstehende Schulbeginn ist für viele Familien, nicht zuletzt wegen der Teuerung, eine enorme finanzielle Belastung. Mehr als 2.200 Euro muss man pro Schuljahr und Kind aufbringen – für Menschen, die an oder unter der Armutsgrenze leben, ist das schlicht nicht leistbar. Bildung wird für Familien mit geringem Einkommen immer mehr zur „finanziellen Zerreißprobe“. Bildungschancen dürften nicht vom Einkommen der...

  • 20.08.25

Positionen - Elisabeth Wimmer
Babywickeln und Blindenschrift

Das neue Jahrtausend war noch in den Kinderschuhen, als das Buch „Weltwissen der Siebenjährigen“ für Diskussionen sorgte. Thema war nicht „Wissen“ im engeren Sinn, eher die Frage, welche Kenntnisse und Erfahrungen Kindern einen guten Zugang zur „Welt“ öffnen können und ihnen deshalb ab den ersten Lebensjahren ermöglicht werden sollen. Einmal beim Babywickeln und beim Bett-Überziehen geholfen haben; erlebt haben, dass es in einer anderen Familie andere Bräuche gibt; ein Wort in Blindenschrift...

  • 20.08.25

Mutworte - Christa Carina Kokol
Ein Weckerl bitte!

„Geben Sie mir zwei Semmeln und ein Weckerl!“, verlangt die erste Kundin. „Bitte ein Weckerl und das Kornbrot!“, so die zweite. Es geht nur ums Frühstücksgebäck – oder doch um mehr? Der Ton macht die Musik und zeugt von meiner Einstellung anderen gegenüber. Glücklicherweise führen missglückte Töne nicht gleich zu Aggression, Feindschaft und Krieg. Doch „um dem destruktiven Klima allgegenwärtiger Aggressionen aktiv etwas entgegenzusetzen, und an einer Veränderung der Verhältnisse mitzuwirken,...

  • 20.08.25

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Mensch bleib’n

Als kleine Schwester eines großen Bruders imponierte mir stets seine Plattensammlung. Darin findet sich auch ein Lied, das ich bis heute mag: „A Mensch möcht’ i bleib’n“ von Wolfgang Ambros. Der heute 73-jährige Austropopper verleiht darin dem Wunsch nach einem menschenwürdigen, humanen Dasein, Ausdruck. Dass ein solches längst nicht alle der weltweit 8,2 Milliarden Menschen leben, ist hinlänglich bekannt. Laut den Vereinten Nationen (UN), sind aktuell mehr als 362 Millionen Menschen weltweit...

  • 12.08.25

Offen gesagt - Katharina Renner, Vizepräsidentin
Orte des Mut-Machens

Am 2. August war der Europäische Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma – warum sind solche Gedenktage wichtig? Die systematische Vernichtung von ethnischen Minderheiten kam nicht plötzlich über Nacht. Jahrzehntelange systematische Diskriminierung und Herabwürdigung, die Betroffene in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld spürten, waren Vorläufer des grausamen Vernichtungsprogramms der Nazis. Derartige Attacken auf die Menschenwürde, egal in welcher Form, und sei sie noch so subtil, dürfen nie...

  • 12.08.25

Positionen - Leopold Neuhold
Friede ist mehr

Auf einer Konferenz ringen Politiker aus aller Welt um Maßnahmen, mit denen man Frieden schaffen kann. Die Forderung nach Abrüstung, die Aufforderung, sich im Dialog näherzukommen, der Wunsch nach Beachtung des Rechts, der Ruf nach einem Stopp der Waffenexporte, die Suche nach Verringerung von Ungerechtigkeit: Kein Vorschlag findet Beifall. Dann der geniale Einfall: „Streichen wir das Wort Krieg aus den Wörterbüchern!“ Tosender Beifall! Wir gehen oft davon aus, dass Konflikte gelöst werden...

  • 12.08.25

Mutworte - Josef Promitzer
Nach Haus

Vom deutschen Schriftsteller Novalis stammt das Wort: „Wo gehen wir denn hin? Immer nach Hause.“ Jetzt in der Urlaubszeit klingt dieser Satz vielleicht besonders seltsam. Gerade diese Wochen werden gern genutzt, um das eigene Zuhause hinter sich zu lassen, Neues zu entdecken, abseits des Gewohnten abzuschalten und aufzutanken. Manche Menschen sehen den Urlaub gar als Flucht vor dem Alltag: Ein kurzzeitiges Entkommen vor all den Sorgen, die hartnäckig an die Tür des eigenen Lebenshauses klopfen....

  • 12.08.25

Mutworte - Christa Carina Kokol
Mehr als Pflicht

Schauspieler, Sänger und Kabarettist Manuel Rubey outete sich als „nicht unbedingt optimistisch“. Er lebe nicht nach dem Motto „wird schon wieder, denk nur positiv, is eh alles gut“, fühle aber eine „Pflicht zur Zuversicht.“ Gerade in der Zuversicht hat auch das Dunkel des Lebens seinen Platz. Menschliche Zweifel, Ängste, Fehler und Traurigkeiten ... werden in die Zuversicht hineingenommen. So entsteht ein Vertrauen, dass es gut ist, so wie es ist. Letztendlich und trotz allem. Dieses „Trotzdem...

  • 06.08.25

Positionen - Svjetlana Wisiak
Sorgen links liegen lassen

In den schottischen Highlands fährt man, wie im Rest des Vereinigten Königreichs, auf der linken Straßenseite. Die Umstellung fällt hier nicht allzu schwer, denn die meisten Straßenmeilen liegen noch auf so genannten „Single Track Roads“, also schmalen Sträßchen auf deren Breite nur ein Auto Platz hat. Begegnet man einander, so weicht man auf „Passing Places“ (Ausweichbuchten) aus. Man winkt sich freundlich zu (übrigens nicht nur in den Buchten; eigentlich ist es egal, wo man sich begegnet –...

  • 06.08.25

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Keine Unbekannte

„... und wir danken dir, Gott, dass Katharina heute bei uns ist ...“, betete Johannes, der Vater einer Volksschul-Freundin, als ich das erste Mal bei ihnen zum Essen war. „Huch! Der spricht ja mit Gott über mich!“ Ein Gedanke, der mir als damals etwa 8-Jähriger vermutlich nicht wortwörtlich so in den Sinn kam. Aber rückblickend beschreibt er das Gefühl gut, das Johannesʼ Gebet in mir auslöste: Ich fühlte mich angesprochen und hineingenommen in eine Wirklichkeit, die über unsere Gemeinschaft...

  • 06.08.25

Offen gesagt - Ing. Markus Koglek
Glaube, der verbindet

Eindrücke vom „Jubiläum der Jugend“: Von 28. Juli bis 3. August war eine Gruppe der Katholischen Jugend Steiermark gemeinsam mit Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl beim „Jubiläum der Jugend“ im Rahmen des Heiligen Jahres 2025 in Rom. Einen ausführlichen Reisebericht finden Sie auf den Seiten 8 und 9. Wir haben bei Markus Koglek, dem ehrenamtlichen Vorsitzenden der Katholischen Jugend Steiermark, nachgefragt, wie ihn diese Reise im Glauben gestärkt hat: In Rom habe ich erlebt, wie bunt,...

  • 06.08.25

Aus meiner Sicht - Heinz Finster
Verantwortet „prompten“

Kürzlich wurden von der unabhängigen Medienbehörde KommAustria die Ergebnisse der Qualitätsjournalismusförderung bekanntgegeben, in die auch das SONNTAGSBLATT einbezogen ist. Einige Medien kritisierten, dass sie nicht berücksichtigt wurden, und sie stellten die Fördervergabe in Frage. Für einen schnellen Überblick zum Stand der Diskussion befragte ich die Künstliche Intelligenz von ChatGPT. Zunächst schlug sie sich klar auf die Seite der kritisierenden Medien. Nach einigen sachlichen Argumenten...

  • 05.08.25

Offen gesagt
Lückenlos gut beraten

Machen Krisen im Sommer Pause? Wie läuft die Beratung in der Urlaubszeit? Der Beratungsbedarf verändert sich im Sommer nicht wesentlich. Die Urlaube können gut auf Grund des Altersunterschiedes der BeraterInnen aufgeteilt werden, und somit kann die Beratung lückenlos weitergeführt werden. Das kommt unseren Klientinnen und Klienten sehr zugute. Auch die Themen sind ähnlich wie im gesamten Jahr. Hauptsächlich geht es bei der Familien-, Lebens-, und Paarberatung um Herausforderungen in der...

  • 05.08.25

Positionen - Karl Veitschegger
Der Neue

Ich bin mir noch nicht sicher, wie der neue Papst „tickt“. Doch wer glaubt, dass Leo XIV., nur weil er wieder die rote Mozetta trägt und sich den Ring küssen lässt, auch mit den großen politischen Anliegen seines Vorgängers bricht, der irrt. Das „Herzstück der Politik“ war für Franziskus eine Nächstenliebe, die „den Letzten den Vorzug gibt“. Auch Leo sieht das so. Kürzlich erklärte sein UNO-Sprecher, die „primäre Aufgabe“ der Weltpolitik müsse die „Bekämpfung der Armut“ sein. Franziskus rief...

  • 05.08.25

Mutworte - P. Dominik Markl SJ
Verinnerlichen

Gottes Wort will in die Tiefe dringen. An der Oberfläche vertrocknet es, wie der Samen, der auf den Weg oder auf felsigen Boden fällt (Markus 4,1–9). Um in die Tiefe zu gelangen, muss ein Wort das Herz erfüllen. Das passiert manchmal ganz spontan. Wir können aber auch zu dieser Vertiefung beitragen durch Übungen, die Glaubende seit Jahr-tausenden pflegen. Im Judentum und im frühchristlichen Mönchtum bestand die Meditation vor allem im Auswendiglernen der Bibel. Im wiederholten Rezitieren...

  • 30.07.25

Aus meiner Sicht - Anna Maria Steiner, Redakteurin
Ahnen für alle

Sie stricken Socken, spendieren Eis und zeigen, wie man Karten spielt. Sie kochen Lieblingsspeisen, stecken Transchlgeld zu, beschwichtigen zu strenge Eltern: Großeltern. Gerade im Sommer verbringen sie oft Zeit mit den Enkeln und entlasten erwerbstätige Eltern. Um die Bedeutung unserer geradlinigen Verwandten der übernächsten Generation wusste auch der im April verstorbene Papst. 2021 rief Franziskus, zeitnah zum Fest von Jesu Großeltern Anna und Joachim, den vierten Sonntag im Juli zum...

  • 23.07.25

Offen gesagt - Mag. Eva Karner-Ranner
Gartenvögel füttern

Darf man Wildvögel das ganze Jahr über füttern? Einige Vogelarten können von ganzjähriger Fütterung tatsächlich profitieren, wie Haus- und Feldsperling, Stieglitz, Grünling oder Türkentaube, Kohl- und Blaumeise, Amsel oder Rotkehlchen, wenn man auch Insektenfutter anbietet. Normalerweise beschaffen sich die Altvögel für sich selbst Nahrung von der Futterstelle und verfüttern an ihre Jungen das richtige Nestlingsfutter – wenn dies in ausreichendem Maß vorhanden ist. Bei Insektenmangel neigen vor...

  • 23.07.25

Positionen - Theresia Heimerl
Lernergebnis

Ich mag meine Studierenden. Ganz generell und weil ich viel von ihnen lerne. Besondere „Lernorte“ sind für mich ihre Laptops, genauer gesagt deren Rückseiten, die sich mir in der Lehrveranstaltung einem mittelalterlichen Wandteppich gleich darbieten: Neben farbenfrohen Stickern, die zur Gleichberechtigung ebenso farbenfroher Identitäten aufrufen, findet sich auch Martialisches: Smash Patriarchy („Zerschmettert das Patriarchat“). Hinsichtlich der Umwelt ist Dystopisches ebenso verbreitet wie...

  • 23.07.25

Mutworte - Gertrude von Holdt
Auf See

Wir sind mitten auf dem Atlantik. Ich beuge mich über die Reling, betrachte das Wasser, wie es vom Schiff zerschnitten wird und sich gegen die Bordwand wirft. Die Wellen schmatzen, gurgeln und säuseln. Eine Stimme in mir flüstert: „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein.“ Ja, das sage ich auch bei der Tauffeier. Jeder ist gerufen und wurde in Raum und Zeit gesetzt. Geschehnisse und Beziehungen wirken auf uns und fordern uns auf, zu reagieren oder uns zu verändern. Wir sind wie ein...

  • 23.07.25

Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Herzfrage

Aus seinen grünen Augen blickt er mich müde an. Er zittert. Sein semmelfarbenes Fell ist stumpf. Am Kopf verkrustetes Blut. Schweres Schädel-Hirn-Trauma lautet die Diagnose der Tierärztin. Bruno haben wir den unkastrierten Streunerkater genannt, der zwei Tage bei uns zur Pflege war. Sein Zustand verschlechterte sich rapide. Er war nicht mehr zu retten. Davor hatte er sein Leben zwischen Einfamilienhäusern in einem südoststeirischen Örtchen verbracht. Ein paar sanfte Seelen hatten sich seiner...

  • 16.07.25

Offen gesagt - Metropolit Borys Gudziak
Kirche im Rucksack

Der Krieg in der Ukraine hat sich wieder intensiviert – was kann Kirche tun? Die Bischöfe können in gewissem Sinn nicht viel tun. Aber in Wirklichkeit können sie sehr viel tun. Sie bleiben bei den Menschen. Nichts ist wichtiger, wenn man leidet, als Solidarität zu erfahren. Seit Beginn der russischen Invasion 2022 haben fast 14 Millionen UkrainerInnen ihr Zuhause verloren. Viele sind ins Ausland geflohen, viele andere im Land selbst auf der Flucht. Die Kirche vor Ort unterstützt die Menschen...

  • 16.07.25

Positionen - Christian Teissl
Schweben

Ein Sommermorgen. Die Nacht über hat es geregnet. Kein Wolkenbruch, kein donnernder Gewitterregen, ein leichter Landregen nur. Nun steigen in rauchigen Schwaden die Morgennebel aus den Tälern auf; Kühle weht durchs offene Fenster. Zwischen den schneeweißen Wolkenbahnen, die kreuz und quer über den Himmel laufen, erscheint die Sonne und vergoldet die Landschaft. Dankbar für jeden ihrer Strahlen, tust du die ersten Schritte tageinwärts – und schon kommt dir alles, was ansteht und keinen Aufschub...

  • 16.07.25

Mutworte - Christa Carina Kokol
Sonne und du

Schön und bunt ist meine neue Fußmatte. Und auch die Nachbarn erfreuen sich am erfrischenden Design aus Sonne und sternenreichem Nachthimmel. Seit kurzem bemerke ich, dass der Zeitungszusteller die Zeitung nicht mehr achtlos auf die Fußmatte wirft, sondern behutsam neben dem schmucken Deko-Bild ablegt. So kann die Sonne für ihn und alle Vorübergehenden ungetrübt „scheinen“. Eric Kandel, einer der führenden Experten der Gehirn- und Gedächtnisforschung beweist, dass Achtsamkeit und Wertschätzung...

  • 16.07.25

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