Mutworte - Christa Carina Kokol
Homunkulus
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Im Labor „wird ein Mensch gemacht“, die Phiole beginnt zu glühen. Ein künstlicher „Mensch“ entsteht im geschlossenen Raum, allein mit Stoffen aus der Vergangenheit. Künstliche Intelligenz (KI) des 21. Jahrhunderts? Nein, es geht um „Homunkulus“ aus Goethes Faust II, von 1825 bis 1831 verfasst. In der Deutung muss die Phiole zerspringen, damit sich der moderne zerstörerische Geist des Menschen zu einer schöpferischen Kraft der Liebe wandelt. Nur durch Wandlung könne der Mensch Ebenbild Gottes sein.
Da die KI vom Menschen geschaffen ist, kann sie nicht über Zeit und Raum hinausdenken. Keine KI ist fähig, uns von Leid, Schuld und Tod zu befreien. Die „letzten Fragen“ stehen nicht auf ihrem Programm.
Das Universalgenie Johann W. v. Goethe ist der festen Überzeugung, „dass der menschliche Geist ein Wesen ist von unzerstörbarer Natur … fortwirkend von Ewigkeit zu Ewigkeit, der Sonne ähnlich, die bloß unseren irdischen Augen unterzugehen scheint, aber nie untergeht, sondern unaufhörlich fortleuchtet.“
Und wie könnte ich als Mensch nach Sinn fragen, ja selbst sinnvoll leben, wenn ich nicht in einem letzten Sinn, den Gläubige Gott nennen, von Ewigkeit zu Ewigkeit geborgen wäre?
Christa Carina Kokol ist Dipl. psychotherapeutische Beraterin in Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor Frankl.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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