Christa Carina Kokol

Beiträge zum Thema Christa Carina Kokol

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Mutworte - Christa Carina Kokol
Dornenblüten

Die Vorbereitung auf Ostern begann in meiner Kindheit mit einer gezeichneten Dornenkrone. Doch dann fing es erst richtig an: Wenn ich etwas Gutes geteilt, meiner Oma geholfen, eine Biene gerettet, mich für Fehler entschuldigt oder die kranke Nachbarin besucht habe … , durfte ich aus den Dornen bunte Blumen malen. Es fühlt sich befreiend an, wenn aus schmerzhaften Stacheln ein fröhlich-heilsamer Blütenkranz ersteht. Auch durch mich und meine Entscheidungen. „Jesus ist Gottes JA zu den Menschen.“...

  • 01.04.26
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Sterngucker

Ich verliere meist jene Dinge, die ich besonders mag. Nicht die grauen Handschuhe – nein – die mit dem hübschen Muster. Während ich resigniert die Suche beende, wähle ich die Nummer eines ehemaligen Kollegen. Der Mann war Betriebsratsobmann, sehr kontaktfreudig, täglich viele Kilometer unterwegs. Nach einigen Stürzen und Operationen lebt er im Heim. Er musste seine Wohnung aufgeben, sein Auto abmelden und viele seiner früheren Kontakte beenden. Wer aber meint, dass unser Gespräch bedrückend...

  • 25.02.26
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Himmelstor

„Es hat sich heut eröffnet das himmlische Tor“, singen die Menschen in der kleinen Kirche und klatschen freudig in die Hände. Ihr Jesuskind aus der Weihnachtskrippe, das für einige Tage – wie auch immer – entschwunden war, kehrt unversehrt zur Mette zurück. Für Umkehr ist es nie zu spät. So der Sinngehalt dieser Weihnachtserzählung. Auch in einem Adventgespräch der Kleinen Zeitung mit Richter Thomas Tovilo-Moik geht es um Umkehr. Der Richter unterstreicht die Bedeutung von Respekt und...

  • 17.12.25
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Owi lacht

„Es muss sich vieles ändern, damit es so bleibt, wie es ist.“ Dieser Imperativ nach einem Zitat aus dem Roman „Der Leopard“ von G. Tomasi di Lampedusa ist eine Lebensweisheit, der sich das SONNTAGSBLATT verpflichtet weiß. Man stelle sich vor, die Zeitung hätte sich seit ihrer Erstausgabe vor 80 Jahren nicht verändert. Auch ohne hellseherische Fähigkeiten wissen wir, dass es das Blatt längst nicht mehr geben würde. Nur durch Wandlung wird die Grundintention der ersten Stunde erhalten und...

  • 19.11.25
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Homunkulus

Im Labor „wird ein Mensch gemacht“, die Phiole beginnt zu glühen. Ein künstlicher „Mensch“ entsteht im geschlossenen Raum, allein mit Stoffen aus der Vergangenheit. Künstliche Intelligenz (KI) des 21. Jahrhunderts? Nein, es geht um „Homunkulus“ aus Goethes Faust II, von 1825 bis 1831 verfasst. In der Deutung muss die Phiole zerspringen, damit sich der moderne zerstörerische Geist des Menschen zu einer schöpferischen Kraft der Liebe wandelt. Nur durch Wandlung könne der Mensch Ebenbild Gottes...

  • 29.10.25
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Ungiftiges Experiment

Genießen Sie gerade eine gute Tasse Kaffee? Sie wird Ihnen guttun, obwohl Schwedenkönig Gustav III. im 18. Jh. überzeugt war, dass Kaffee reines Gift ist. Um zu beweisen, dass er im Recht ist, startete er ein Experiment: Er begnadigte zwei Häftlinge und ließ einen der beiden täglich eine Tasse Tee, den anderen eine Tasse Kaffee trinken. Mediziner sollten das Experiment über mehrere Jahre dokumentierten. Das Ergebnis: Zuerst starben die Ärzte, König Gustav III. wurde ermordet, und schlussendlich...

  • 08.10.25
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Arme Affen

In einem Experiment wurde einer Generation von Affen die Mutter entzogen. Da die Tiere ohne jegliche Zuneigung aufwachsen mussten, konnten sie weder Kontakte knüpfen noch Gefühle zeigen. Ja, sie waren nicht einmal fortpflanzungsfähig. Zwangsbefruchtet hassten diese Affenmütter ihren Nachwuchs und peinigten ihn – unfähig, eine Beziehung aufzubauen. Die psychische Gesundheit von Menschen, vor allem der jungen, ist heute sehr angespannt. Verantwortliche fordern daher vermehrt,...

  • 10.09.25
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Ein Weckerl bitte!

„Geben Sie mir zwei Semmeln und ein Weckerl!“, verlangt die erste Kundin. „Bitte ein Weckerl und das Kornbrot!“, so die zweite. Es geht nur ums Frühstücksgebäck – oder doch um mehr? Der Ton macht die Musik und zeugt von meiner Einstellung anderen gegenüber. Glücklicherweise führen missglückte Töne nicht gleich zu Aggression, Feindschaft und Krieg. Doch „um dem destruktiven Klima allgegenwärtiger Aggressionen aktiv etwas entgegenzusetzen, und an einer Veränderung der Verhältnisse mitzuwirken,...

  • 20.08.25
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Mehr als Pflicht

Schauspieler, Sänger und Kabarettist Manuel Rubey outete sich als „nicht unbedingt optimistisch“. Er lebe nicht nach dem Motto „wird schon wieder, denk nur positiv, is eh alles gut“, fühle aber eine „Pflicht zur Zuversicht.“ Gerade in der Zuversicht hat auch das Dunkel des Lebens seinen Platz. Menschliche Zweifel, Ängste, Fehler und Traurigkeiten ... werden in die Zuversicht hineingenommen. So entsteht ein Vertrauen, dass es gut ist, so wie es ist. Letztendlich und trotz allem. Dieses „Trotzdem...

  • 06.08.25
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Sonne und du

Schön und bunt ist meine neue Fußmatte. Und auch die Nachbarn erfreuen sich am erfrischenden Design aus Sonne und sternenreichem Nachthimmel. Seit kurzem bemerke ich, dass der Zeitungszusteller die Zeitung nicht mehr achtlos auf die Fußmatte wirft, sondern behutsam neben dem schmucken Deko-Bild ablegt. So kann die Sonne für ihn und alle Vorübergehenden ungetrübt „scheinen“. Eric Kandel, einer der führenden Experten der Gehirn- und Gedächtnisforschung beweist, dass Achtsamkeit und Wertschätzung...

  • 16.07.25
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Brille mit Herz

O, Schreck, die Brille ist weg! Ausgestreut, vermutlich beim Griff zum Handy. Den ganzen Weg retour? Zahlt sich das aus? Bestimmt sind die Gläser bereits klirrend unter die Räder gekommen. Oder die Fassung hat auch anderen gefallen … Dennoch trotte ich zurück. Und es hat sich ausgezahlt. Auf einem Baumstumpf am Wegrand platziert, leuchtet mir meine entschwundene Brille entgegen. Mir Unbekannte haben sie achtsam an einen gut sichtbaren Ort gelegt. Und ich bin ihnen dankbar dafür. Sie haben nicht...

  • 25.06.25
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Zwecks Leckerli

Ich liebe „Wurzel“, den treuherzigen Hund aus der Comic-Serie der Kleinen Zeitung. Er ist sensibel, clever und erheiternd. „Aufopfernd“ trägt er die Tasche einer Nachbarin in seiner Schnauze. Er ist hilfsbereit, weil er um den Ausgang der Geschichte weiß – ein verheißungsvolles Leckerli. Tiere handeln zweckorientiert. Ihr Instinkt lenkt sie auf ein für sie notwendiges Ziel, sodass sie weder gut noch böse sein können. Allein der Mensch kann über einen Zweck hinausblicken, auch wenn etwas noch so...

  • 04.06.25
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Hundetherapie

Im Park beobachte ich eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen verschiedener Kulturkreise. Mittendrin ein Pädagoge und sein Therapiehund. Begeistert dürfen die jungen Leute beim Hundetraining mitmachen und das Tier mit Streicheleinheiten belohnen. Die Kinder sind voll Freude dabei – stets bemüht niemanden zu verletzen. In der angrenzenden Hundewiese gibt es großen Aufruhr – Gebelle und Zähnefletschen. Nur der Therapiehund bleibt souverän. Er beschnuppert ruhig die aufgescheuchte Hundeschar und...

  • 14.05.25
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Noch keiner kam zurück

„Komm ich da wohl wieder raus?“, war meine bange Frage, als ich einst am Spielplatz, eher unfreiwillig, durch eine Röhre krabbelte. Auch heute kommt mir beim Gedanken an eine Untersuchung in der „Röhre“ kein Wohlgefühl auf. Und ich hoffe stets auf ein Licht am Ende jedes „Tunnels“. Der große Mystiker Br.  David Steindl-Rast sprach über die Urangst des Menschen, die in der Enge des Geburtskanals begründet ist. Doch der Mensch lebt nicht nur in der Urangst, sondern auch in der Urhoffnung, sich...

  • 16.04.25
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Der Hättiwari

„Hätt i gestern die richtigen Lottozahlen getippt, war i heute reich“. Vergebliche Liebesmüh. „Hättiwari“ bleibt in unverrückbarer Vergangenheit stecken und lässt keinen Raum, Ungeahntes zu hoffen. Hoffende erkennen die Unvollständigkeit des menschlich Kalkulierbaren, lassen Raum für mögliche Überraschungen und geben dem Guten eine Chance. Sie akzeptieren, dass es mehr gibt, als in Zeit und Raum fassbar ist. Hoffende blicken über den persönlichen Tellerrand hinaus und setzen nicht allein auf...

  • 02.04.25
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Platztausch unmöglich

Drei Staatsmänner werden von Gott gefragt: Was glaubst du? „Ich glaube an den Fortschritt“, sagt der Erste. „Ich glaube an die Überwindung aller Grenzen“, so der Zweite. Als Dritter ist Donald Trump an der Reihe: „Ich glaube, du sitzt auf meinem Platz.“ In Friedrich Dürrenmatts „Die Physiker“ wird auf tragisch-komische Weise vor Augen geführt, dass menschliches Wissen ohne moralische Verantwortung selbst- und weltzerstörend wirkt. Die drei Hauptfiguren versuchen verzweifelt die Menschheit vor...

  • 12.03.25
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Drei auf einer Bank

„Die drei sind aus Bangladesch.“ Von wo nur, denke ich tags darauf. Oje. Vergessen. Damit mir das nicht nochmals passiert, habe ich eine Merkhilfe: „Drei auf einer Bank san fesch“. Und ich weiß noch im Schlaf woher sie kommen. Alte Menschen erinnern sich meist detailgenau an ihre Jugend. Weil sie damals besonders viele Episoden erlebt haben. Es sind bewusste Erlebnisse, persönliche Erfahrungen, welche die Merkfähigkeit stärken und daher ein ganzes Leben, bis ins hohe Alter, gesammelt werden...

  • 19.02.25
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Wurscht ist er nicht

„Reis oder Kartoffeln?“ „Wurscht“, lautet die Antwort eines Mannes, die zu seiner sofortigen Kündigung führt. Er war veganer Diätberater. – Aufgeschnappt aus Günther Lainers Kabarettprogramm. Der österreichische Kabarettist Günther Lainer, jahrelang als Religionslehrer und Pastoralassistent tätig, war unlängst im Fernseh-Talk Stöckl zu Gast. Er wurde unter anderem gefragt, wie das Verhältnis zu seinen jetzigen Kollegen sei, die sich vielfach als Atheisten bezeichnen. Lainer lächelte...

  • 05.02.25
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Nach vorne reifen

„Aus dem Blick zurück, muss stets der Blick nach vorne reifen.“ (Walter Reisberger) Ich blicke zurück auf den Besuch der Sternsinger im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder: Eine Frau musste erneut stationär aufgenommen werden. Ungewiss, was auf sie zukommt. Keine leichte Situation. Doch als die Sternsinger ihre Lieder und Wünsche darbrachten, begann sie freudig mitzusingen und beschenkte mit ihren Worten nicht nur die Sternsingerschar: „Ihr macht mich glücklich. Dafür bin ich sehr dankbar.“...

  • 15.01.25
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Mutworte - Christa Carina Kokol
Gibtʼs dich da oben?

Schon gewusst, dass sich das Wort Advent von Adventus ableitet und sich auf die Ankunft Christi bezieht? Na klar, werden Sie sagen. Doch nicht von ungefähr ist diese Aufklärung in einem Wirtschaftsmagazin zu lesen. Ich denke an die Leiterin des Palliativbereichs der Elisabethinen, die sich nach dem großen Plan des Lebens fragt und gerade bei Sterbenden das Gefühl des Heimgangs spürt. Ich denke an Wincent Weiss, der als Songwriter öffentlich sinniert: Haben wir das Wunder der Stillen Nacht schon...

  • 18.12.24
Menschen & Meinungen

Postkasten
Freudige Ankündigung

Zu „Aus der Redaktion“, Nr. 48 Ich finde die Idee, dass vielleicht eine Auswahl der Mutworte von Christa Carina Kokol in Buchform erscheinen wird, großartig. Es ist nämlich so, wie es da heißt, und diese Worte wiederhole ich sehr gerne: „Wir spenden Applaus, ziehen den Hut und sagen vor allem: DANKE, liebe Christa, dass du uns schon so lange regelmäßig mit deinen Worten beschenkst!“ Ich würde mich sehr freuen, wenn diese Ankündigung in nächster Zeit wahr werden würde. Denn die Worte von Frau...

  • 04.12.24
Kommentare & Blogs

Mutworte - Christa Carina Kokol
Ist das nichts?

90 Jahre wäre Udo Jürgens heuer geworden. Anlässlich seines 10. Todestages gab die Kleine Zeitung einen Abend für diesen Ausnahmekünstler, auch im Gespräch mit seinem Bruder, dem Maler Manfred Bockelmann: Udo, einst ein wenig beachteter junger Mann, wurde durch seine Musik plötzlich gesehen und anerkannt. Manfred wiederum schenkte das erste selbst gemalte Bild seinem Vater, der es stolz Besuchenden zeigte. Eine ehrliche Anerkennung war die Initialzündung für die künstlerische Entfaltung beider....

  • 28.11.24
Bewusst leben & Alltag

Ausgesprochen gut
Kraft fürs Leben

Ein Büchlein für den guten Zweck. „Und wenn Sie, liebe Lesende, in dieser Schrift blättern und etwas Aufbauendes für Ihr Leben darin finden, ist das für mich ein besonders schöner Moment des Tages“, beschreibt Christa Carina Kokol die Motivation für ihr Schreiben. Gemeinsam mit em. Pfarrer Helmut Rodosek von Graz-Don Bosco hat unsere Mutworte-Autorin die Kleinschrift „Ausgesprochen gut“ verfasst und mit eigenen Fotos und Zeichnungen illustriert. Dreißig inspirierende Erzählungen machen Mut, in...

  • 28.11.24
Kommentare & Blogs

Mutworte - Christa Carina Kokol
Wenn frau liest

Chaos pur: Eine Frau sitzt lesend am Tisch. Die Kinder tragen dreckige Klamotten, der Hund zerfetzt die Socken des Hausherrn, der händeringend daneben steht … Zu sehen auf einer Schautafel im Erzherzog Johann-Museum Stainz. Diese vor rund 200 Jahren entstandene Grafik sollte einst mahnend vor Augen halten, dass Bildung von Frauen nur Unglück bringt. Doch gerade daraus erstarkten mutige Gegenbewegungen, erklärt die Museumsführerin. In einem Kalenderbuch des vorigen Jahrhunderts, noch fernab der...

  • 06.11.24

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