Mutworte - Christa Carina Kokol
Noch keiner kam zurück
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„Komm ich da wohl wieder raus?“, war meine bange Frage, als ich einst am Spielplatz, eher unfreiwillig, durch eine Röhre krabbelte. Auch heute kommt mir beim Gedanken an eine Untersuchung in der „Röhre“ kein Wohlgefühl auf. Und ich hoffe stets auf ein Licht am Ende jedes „Tunnels“.
Der große Mystiker Br. David Steindl-Rast sprach über die Urangst des Menschen, die in der Enge des Geburtskanals begründet ist. Doch der Mensch lebt nicht nur in der Urangst, sondern auch in der Urhoffnung, sich trotz allem auf das Leben einzulassen. In einer Parabel von Henry Nouwen unterhalten sich ungeborene Zwillinge im Bauch ihrer Mutter zwischen Angst und Hoffnung: Gibt es überhaupt ein Leben nach der Geburt? Noch keiner ist von dort zurückgekommen. Die Nabelschnur ist viel zu kurz, um an ihr herumzulaufen. Und wie kann es eine liebende Mutter geben, wenn wir sie nie gesehen haben?
Der Philosoph Peter Strasser schreibt in einem Essay, welche Tiefenbedeutung christlichen Festen wie Ostern zukommt: „… dass es einen Sinn des Lebens gibt, der absolut ist.“ Wir kommen wieder heraus – auch aus der Trias Leid, Schuld und Tod. Halleluja!
Christa Carina Kokol ist Dipl. psychotherapeutische Beraterin in Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor Frankl.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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