Mutworte - Christa Carina Kokol
Der Hättiwari
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„Hätt i gestern die richtigen Lottozahlen getippt, war i heute reich“. Vergebliche Liebesmüh. „Hättiwari“ bleibt in unverrückbarer Vergangenheit stecken und lässt keinen Raum, Ungeahntes zu hoffen.
Hoffende erkennen die Unvollständigkeit des menschlich Kalkulierbaren, lassen Raum für mögliche Überraschungen und geben dem Guten eine Chance. Sie akzeptieren, dass es mehr gibt, als in Zeit und Raum fassbar ist. Hoffende blicken über den persönlichen Tellerrand hinaus und setzen nicht allein auf eigenes Denken und Tun.
Prof. Reinhold Esterbauer von der Katholisch-Theologischen Fakultät Graz spricht in einem „Kleine“-Interview über das hoffnungsvolle Vertrauen in eine mögliche Wandlung zum Guten. Dadurch erhält unsere Vergangenheit, trotz manch ungünstiger „Zahlen“, eine neue Zukunft.
Hoffende akzeptieren ihre menschlichen Zweifel und Grenzen, vertrauen aber, dass es vielleicht immer wieder neue Möglichkeiten gibt, die ihnen – auch durch andere – geschenkt werden. Das Wörtchen „vielleicht“ ist somit der Gegenpol zum „Hättiwari“. Denn vielleicht sind es gerade die von uns „getippten“ oder uns zugefallenen „Zahlen“, die letztendlich die richtigen für uns sind.
Christa Carina Kokol ist Dipl. psychotherapeutische Beraterin in Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor Frankl.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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