Feste feiern - Festprofi
Mariä Himmelfahrt (15.08.)

Du hast mir erklärt: Jesus ist ohne Auto in den Himmel gefahren. Seine Himmelfahrt heißt, dass er zu Gott gegangen ist. Bald feiern wir Maria Himmelfahrt.

Ist das bei Maria auch so wie bei Jesus?

Ja, weil auch Maria jetzt ganz bei Gott im Himmel lebt – „mit Leib und Seele“ wie Jesus.

Nein, weil es zwischen Jesus und Maria einen riesengroßen Unterschied gibt: Jesus ist von Gott in die Welt gekommen und wieder zu Gott zurückgekehrt. Er ist ja der Sohn Gottes und daher mit Gott untrennbar verbunden. Maria aber ist nur ein Mensch. Und kein Mensch kann aus eigener Kraft zu Gott in den Himmel kommen, sondern nur wenn Gott ihn zu sich nimmt.

Maria aber war mit ihrem ganzen Leben immer für Gott und Jesus da. Und Gott hat sie zu sich in den Himmel genommen. Alles, was Maria ist und war, alles, was ihr einmaliges Leben ausmacht, ist jetzt bei Gott. Das meint der Ausdruck: Sie ist „mit Leib und Seele im Himmel“.

Was mit Maria geschehen ist, ist auch für uns ein Zeichen der Hoffnung: Denn wenn wir wie Maria für Gott offen sind und ihm vertrauen, wenn wir Gott und unsere Mitmenschen lieben, wenn wir uns trotz Fehler immer wieder bemühen, als Freunde Jesu zu leben, wird uns der Tod nicht wirklich schaden können, sondern Gott wird auch uns in seine ewige Freude aufnehmen. Dort wird uns nichts fehlen, was unsere Einmaligkeit ausmacht. Unser ganzes Leben wird in Gott vollendet sein.

Und so ist der 15. August, der Festtag der Aufnahme Marias in den Himmel, zugleich ein Fest der Hoffnung, an dem wir unsere eigene Zukunft feiern dürfen.

„Mariä Himmelfahrt“, damit wir eine Mutter im Himmel haben.
Seine Mutter.

Meine schönste Erfindung, sagt Gott, ist meine Mutter. Es hat mir eine Mutter gefehlt, und ich habe sie geschaffen. Jetzt bin ich in Wahrheit ein Mensch wie alle anderen Menschen.

Meine Mutter heißt Maria, sagt Gott. Sie ist schön, meine Mutter, so schön, dass ich mich bei ihr nie heimatlos gefühlt habe, als ich den Glanz des Himmels verließ. Ich weiß gar wohl, sagt Gott, was es heißt, von den Engeln getragen zu werden. Aber glaubt mir, das wiegt die Arme einer Mutter nicht auf.

Meine Mutter Maria ist gestorben, sagt Gott. Seit ich in den Himmel aufgefahren war, fehlte sie mir, und ich fehlte ihr. Sie ist mir nachgefolgt mit ihrer Seele, mit ihrem Leib, direkt.

Das ist nun geschehen. Sie ist bei mir seit dem Augenblick ihres Todes. Ihrer Himmelfahrt, wie die Menschen sagen. Die Mutter hat ihren Sohn wiedergefunden und der Sohn seine Mutter. Mit Leib und Seele, eins an der Seite des anderen, ewiglich. Wenn doch die Menschen die Schönheit dieses Geheimnisses erahnten.

Jetzt sollen sie noch mehr Nutzen daraus ziehen, sagt Gott. Im Himmel haben sie eine Mutter, die ihnen mit ihren Augen folgt, mit ihren leiblichen Augen. Im Himmel haben sie eine Mutter, die sie liebt von ganzem Herzen, mit ihrem leiblichen Herzen. Und diese Mutter ist die meine, die mich anblickt mit denselben Augen, die mich liebt, mit demselben Herzen.

Wenn die Menschen schlau wären, würden sie das ausnützen. Sie dürften eigentlich nicht mehr daran zweifeln, dass ich ihr nichts abschlagen kann. Was wollt ihr denn, es ist ja meine Mutter.

Michel Quoist

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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