Kirche Steiermark
„Sommer.Bildung.Elementar“ der KiB³
- Foto: Gerd Neuhold/Sonntagsblatt für Steiermark
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Zeit für das Wesentliche im neuen Kinderbildungs- und -betreuungsjahr
10.09.2026, Campus Augustinum
Bereits zum neunten Mal lud KiB³ gemeinsam mit der Privaten Pädagogischen Hochschule Augustinum zur Auftaktveranstaltung „Sommer.Bildung.Elementar“. Mehr als 200 Fachkräfte aus den (Pfarr-)Krippen und (Pfarr-)Kindergärten der Steiermark sowie zahlreiche Ehrengäste kamen zusammen, um sich auf das neue Kinderbildungs- und -betreuungsjahr einzustimmen. Im Mittelpunkt stand diesmal ein Thema, das den pädagogischen Alltag ebenso prägt wie das persönliche Leben: die Zeit.
Den feierlichen Rahmen der Veranstaltung bildete ein Gottesdienst mit Weihbischof Johannes Freitag. Dabei wurden langjährige Mitarbeiter*innen, die ihren wohlverdienten Ruhestand antreten, verabschiedet. Mit großem Applaus und einer Aufmerksamkeit der Geschäftsführung wurde ihr jahrzehntelanges Engagement für Kinder und Familien gewürdigt.
Die pädagogische Leiterin der KiB³, Alexandra Strohmeier-Wieser, eröffnete die Veranstaltung mit einer Gedankenreise. Sie lud die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu ein, den Blick auf die Welt der Kinder zu richten. Während die Erwachsenen ihren Alltag häufig anhand von Terminen, Fristen und Checklisten organisieren, erleben Kinder Zeit anders. Für sie wird Zeit nicht in Minuten gemessen, sondern in Momenten des Staunens. Ein Tautropfen am Fenster könne dabei wichtiger werden als der nächste Tagesordnungspunkt.
Auch Renate Straßegger-Einfalt, Vizerektorin für Primarstufe und Elementarpädagogik an der PPH Augustinum, griff diesen Gedanken auf. Sie sprach von den scheinbaren Widersprüchen unserer Zeit: dem Wunsch nach Freizeit und gleichzeitigen Gefühl, nie genügend Zeit zu haben. Die Veranstaltung sei deshalb vor allem „Zeit für Begegnung“ und ein Festtag für alle, die Kinder auf ihrem Bildungsweg begleiten.
Im anschließenden Impulsvortrag „Zeit im Griff – Kopf frei!“ beleuchtete Zeitmanagement-Expertin Blanka Vötsch die Herausforderungen des modernen Arbeitsalltags. Dabei machte sie deutlich, dass gutes Zeitmanagement nicht bedeute, immer mehr Aufgaben in immer kürzerer Zeit zu erledigen. Vielmehr gehe es darum, bewusst zu entscheiden, was wirklich wichtig ist.
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„Zeitmanagement ist in gewisser Weise eine Illusion“, erklärte Vötsch. Die Uhr ticke für alle Menschen gleich. Entscheidend sei daher nicht, möglichst beschäftigt zu sein, sondern die richtigen Prioritäten zu setzen. Produktivität bedeute, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Gerade in pädagogischen Berufen sei dies besonders wichtig: Ein ruhiges Gespräch mit Eltern oder die Aufmerksamkeit für ein Kind könne wertvoller sein als das Abarbeiten einer weiteren Aufgabe auf der To-do-Liste.
Anhand vieler praxisnaher Beispiele zeigte die Referentin auf, wie Strukturen und Rituale helfen können, den Alltag zu entlasten. Klarheit darüber, welche Aufgaben regelmäßig anfallen, wie viel Zeit sie tatsächlich benötigen und was wirklich Priorität hat, schaffe Handlungsspielräume. Dabei unterschied sie zwischen Aufgaben, die gestaltet werden können, und jenen unvorhersehbaren Ereignissen, die zum Alltag dazugehören: spontane Elterngespräche, Konflikte, Krankenstände oder technische Probleme lassen sich nicht vermeiden, wohl aber stressfreier bewältigen, wenn die eigenen Abläufe gut organisiert sind.
Ein besonderer Fokus lag auf sogenannten „Zeitkillern“ und der Bedeutung von Fokuszeiten. Vötsch plädierte für lösungsorientiertes Denken, bewusste Pausen und realistische Planung. „Die Zeit, die man in Planung investiert, ist nie verloren“, lautete eine ihrer zentralen Botschaften.
Zum Abschluss blickten die Verantwortlichen von KiB³ und der PPH Augustinum auf die kommenden Monate. Alexandra Strohmeier-Wieser griff dabei noch einmal das Veranstaltungsthema auf und bezeichnete die Teams in den Einrichtungen als „Zeitlupe, in einer immer schneller werdenden Welt“. Sie schaffen Räume, in denen Kinder Zeit zum Entdecken, Lernen und Wachsen haben.
Am Nachmittag stand die Zusammenarbeit in den Teams der Einrichtungen im Fokus. Durch kreative Übungen und gemeinsame Aktivitäten wurden das Gemeinschaftsgefühl gestärkt, die Kommunikation gefördert und neue Impulse für die Zusammenarbeit gewonnen. Ganz im Sinne des Veranstaltungsmottos wurde deutlich: Wer Zeit bewusst gestaltet, gewinnt mehr Raum für das Wesentliche – und damit vor allem mehr Zeit für die Kinder.
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Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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