Mutworte - Josef Promitzer
Das Butterbrot
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Meine Mutter macht köstliches Bauernbrot. Wenn ich auf Besuch bei meinen Eltern bin, komme ich oft in den Genuss des frischen, noch warmen Backwerks. Im Geschmack jener knusprigen Brotrinde mit einer zart schmelzenden Butterschicht darauf werden für mich stets Ahnungen von Zuhause und Geborgenheit spürbar.
Vor Kurzem habe ich von einem anderen lieben Menschen eine Einladung zum Mittagessen erhalten. Vorne auf der handgeschriebenen Karte war auf einem Foto ein Brotlaib zu sehen, der sich aber beim zweiten Hinschauen als farbiger Stein entpuppte. Was für ein Geschenk, beim gemeinsamen Essen manche „Steine ins Rollen bringen“ zu können! Das Bild hat mich auch an den Spruch erinnert: Es gibt kein hartes Brot. Hart ist es, kein Brot zu haben.
Jesus, selbst gerne gutem Essen zugetan, macht deutlich: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Mindestens so nährend ist die Tischgemeinschaft. Sie soll auf das himmlische Gastmahl aufmerksam machen, zu dem Gott uns nach diesem Leben einlädt. Auch wenn es eine sehr bildlich-menschliche Vorstellung ist: Ich wäre nicht überrascht, wenn dort frisches, noch ofenwarmes Brot mit Butter auf uns wartet.
Josef Promitzer ist Theologe und Humorbotschafter.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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