Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Mut zu Veränderungen

Sie hat sich mit allen angelegt: Katharina von Siena (1347-1380). Zuerst mit ihren adligen Eltern, dann mit den vermittelten Brautwerbern und dem vorherrschenden Frauenbild. Mutig trat sie vor Fürsten und Bischöfen auf – gegen Günstlingswirtschaft, den Kauf von Ämtern, Mord und Totschlag im Namen der Kirche… Ein Rätsel, wie sie das auf sich allein gestellt schaffen konnte. Ein Schlüssel, das zu begreifen,liegt in ihrer Christus-Vision. Visionen und den Mut, diesen zu folgen, braucht es auch für...

  • 06.05.20

Mutworte - Ruth Zenkert
Mit Schuld umgehen

Große Freude! Andrea durfte zu uns nach Hosman ziehen. Und Angelica war begeistert, dass sie eine neue Zimmerkollegin hatte. In den ersten Tagen war alles in Ordnung. Das junge Mädchen machte in der Haushaltsschule gut mit, war aufmerksam und wurde gelobt. Da begann es auch schon, ich erkannte es am finsteren Blick Angelicas. „Hätte ich Andrea nicht aufgeweckt, hätte sie heute verschlafen“, meckerte sie. Wir sahen die aufflammende Eifersucht und versuchten Angelica zu besänftigen.Doch wenige...

  • 06.05.20

Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
Danke für das gute "Home office"

„Home office“ ist seit längerem das „Zauberwort“ für vieles, was wir zu Hause statt am Arbeitsplatz oder in der Schule machen. Manche sind „Home office“ schon lange gewohnt. Vor allem die Mütter. Vielleicht wurde der Muttertag erfunden als ein Dank für das viele, das gerade Mütter zu Hause leisten. Für mangelnde Anerkennung oder Entlohnung konnte er freilich kein Ersatz sein. Die letzten Monate mit dem vielen „Home office“ haben dazu geführt, dass so manchen Menschen mehr Beachtung geschenkt...

  • 06.05.20

Offen gesagt - Petra Stodola-Wicha
Mehrfachbelastung

Wie ist es derzeit als berufstätige Mutter mit schulpflichtigen Kindern zu Hause? Meine beiden Söhne (17 und 7 Jahre) und ich sind momentan zu Hause. Mein Mann konnte weiter arbeiten gehen, ich bin teilzeit im Homeoffice. Was soll ich sagen: Es war und ist mühsam! Mein Älterer macht sein schulisches Pensum zwar selbstständig – worüber ich sehr froh bin –, aber mein Siebenjähriger braucht im Grunde meine volle Aufmerksamkeit für seine Schulaufgaben. Das habe ich mir vorher wirklich einfacher...

  • 06.05.20

Positionen - Elisabeth Wimmer
Die Hirsch-Seife und das Licht

Die Wochen zwischen Ostern und Pfingsten sind eine besondere Jahreszeit, das empfand ich schon als Kind. In der Kirche sangen wir extra frohe Lieder, und im Freien wurde es verlässlich hell und grün. Nun, das mit dem Gesang in den Kirchen war heuer notgedrungen etwas dünner, aber so ein Osterhalleluja lässt sich nicht so leicht verschrecken: Frisch und klar klingt es, noch hat es sich nicht wieder in gewohnte Jahreskreis-Töne eingereiht. Und dann … bald … kommt das Pfingstfest. Diese Zeit ist...

  • 06.05.20

Schlusspunkt von Józef Niewiadomski
Rationales Miteinander

Mitten im Wald bricht plötzlich das Feuer aus. Panik breitet sich unter den Bewohnern aus. So etwas haben sie noch nie erlebt. Im Grunde weiß auch keiner, wie man sich mit Sicherheit retten kann. Geradewegs rennt ein Blinder dem Feuer entgegen. Ein Lahmer sieht es und schreit ihn an: „Du läufst in Richtung Feuer!“ „Wohin soll ich denn fliehen?“, ruft der Blinde verzweifelt. „Ich könnte dir den Weg zeigen, bin aber lahm und kann nicht gehen. Nimm mich auf deine Schultern, so können wir uns beide...

  • 29.04.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Sozialer Friede: Wie geht das?

Ihr Held hing am Kreuz, das Grab war leer. Mit hängenden Köpfen waren die Männer nach Emmaus unterwegs. Ihre Träume waren wie eine Blase geplatzt. Was jetzt? Alles, worauf sie gesetzt hatten, hatte plötzlich keinen Wert mehr. Nicht nur Finanzspekulanten und Börsianer kennen solche Erfahrungen. Ähnliches empfinden Menschen, wenn Familien oder mühsam Aufgebautes kaputt gehen – wie jetzt in dieser schweren Wirtschaftskrise. Was tut Jesus? Er teilt. Sozialer Friede hängt wesentlich davon ab, ob...

  • 29.04.20

Mutworte - Christa Carina Kokol
Tschüss, Corona!

Auch wenn die Nichte einer Kollegin erst im nächsten Jahr zur Schule kommt – sie wünscht sich sehnlich eine Schultasche. Nachdem ihr der „Osterhase“ diesen Wunsch heuer nicht erfüllt hat, ist die Fünfjährige besorgt, dass dieser sich mit dem Coronavirus angesteckt haben könnte. Sie tröstet sich aber: „Das Christkind wird bestimmt nicht mehr Corona kriegen.“ Humor blüht gerade in schweren Zeiten. Ein Zeichen der Hoffnung, dass der Mensch über Not und Leid hinauswachsen kann. In der...

  • 28.04.20

Aus meiner Sicht
Was unsere gemeinsame Sorge bleibt

Seit die Welt von Covid-19 betroffen ist, zeigt sich etwas besonders stark, was grundsätzlich gilt: Wir haben alle eine Eigenverantwortung für unsere Gesundheit. Da wir gegen dieses Virus derzeit weder Mittel zur Heilung noch zur Vorbeugung haben, kommt es fast ausschließlich auf diese Eigenverantwortung an. Das gilt für die Einzelpersonen, das gilt für die Verantwortungsträger, das gilt für die Regierungen. Dieses Wahrnehmen der Eigenverantwortung würde aber niemals zu dem Schluss führen, wir...

  • 28.04.20

Offen gesagt - André Straubinger
Priester: Etwas für mich?

Wie war Ihr Weg ins Priesterseminar? Mein Plan nach der HTL-Matura war Lehrer zu werden, also begann ich Chemie und Religion auf Lehramt zu studieren. Schon in meiner Heimatpfarre Pernegg habe ich mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet und mochte es sehr. Nach ein paar Semestern hatte ich das Gefühl, es zieht mich woanders hin. Im Februar 2013 kam mir mitten in der Nacht der Gedanke „Priester werden – das wäre etwas für mich“. Und damit begannen schlaflose Nächte. Da auch meine Eltern mit...

  • 28.04.20

Positionen - Leopold Neuhold
Tag der unscheinbaren, unsichtbaren Arbeit

Ein Mann besucht seinen Freund und fragt ihn, was er denn den ganzen Tag so tue. Antwortet dieser: „Nichts!“ Darauf der Besucher: „Komisch, als ich gestern bei dir war und dich fragte, was du tust, hast du auch mit Nichts geantwortet!“ Die lapidare Antwort: „Ich bin damit nicht fertig geworden!“ Ja, das gibt es, auch wenn man nichts tut, kann es passieren, dass man damit nicht fertig wird. Und gerade angesichts von Corona sind ja viele von uns gezwungen, nichts zu tun. Und manche werden damit...

  • 28.04.20

Mutworte - Anna Schreiber
Kooperation setzt Bereitschaft voraus

„Der Mann (43) meiner Freundin (39) hat sich von ihr getrennt. Anfangs verlief noch alles recht fair, doch jetzt zieht seine Anwältin die finanziellen Daumenschrauben an. Bisher habe ich immer für Kooperation appelliert, doch jetzt werde ich unsicher, ob das noch der richtige Weg ist.“ Ihre Frage zeigt ein Dilemma: Ist Kooperation und Fairness immer und in jedem Fall der gute Weg? Gibt es Situationen, in denen diese Haltung an ihr Ende gelangt und eine „härtere“ Gangart angesagt ist? Trennung...

  • 23.04.20

Positionen - Alois Strohmaier
Singen für Mut und Hoffnung

Es tut gut, wenn wir in schweren Zeiten Stimmen, erfüllt von Mut und Hoffnung, hören; um so mehr, wenn diese Stimmen melodiös und von Musik begleitet an unser Ohr dringen. Deshalb war es berührend, dass ausgerechnet im schwer geprüften Nachbarland Italien in der Coronakrise Musiker und Menschen aus allen Schichten ihre Instrumente auspackten und auf ihren Balkonen die Lieder ihrer Heimat in die verwaisten Straßen und Gassen hinaustrugen. Im „Flashmob sonoro“ durchbrachen die Italiener die...

  • 23.04.20

Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
Stellvertretend für andere vor Gott sein

Am Weißen Sonntag war in meiner Pfarre eigentlich die Firmung geplant. Statt dessen habe ich mit vier Firmbegleiterinnen stellvertretend für unsere Gemeinden die Messe gefeiert. Auf dem Altar standen die von den Firmlingen bereits verzierten persönlichen Kerzen. Auf das Feuer müssen sie noch länger warten. Aber die Osterkerze brannte. Der Auferstandene hält das Feuer seines Geistes für uns bereit, auch für die jungen Menschen, deren Firmtermin verschoben werden musste. Und wir haben ihnen...

  • 23.04.20

Offen gesagt - Franziska Haarer
Firmung verschoben

Wie steht’s mit der Firmvorbereitung in Corona-Zeiten? Ich bin seit dem Christkönigsonntag mit meinen Firmlingen auf dem Weg Richtung Firmung – und dieser Weg wird diesmal wohl etwas länger als sonst. Wir haben uns vor den Regierungsmaßnahmen schon einige Male getroffen und viele wichtige Inhalte also schon bearbeitet. Leider sind aber einige Highlights wegen der Umstände ausgefallen. Zum Beispiel ein Besuch im Vinzidorf oder unsere Osteraktion im Seniorenheim, wo wir zusammen mit Bewohnerinnen...

  • 23.04.20

Mutworte - Christa Carina Kokol
Ein Blick zurück auf Ostern 2020

Es ist der 28. November 2020. Wir entzünden die erste Kerze am Adventkranz. Nein, auch wenn einiges durcheinander gerät, ich weiß, dass Ostern ist. Ich versetze mich vielmehr bewusst in die Zukunft, um auf dieses Ostern zurückzublicken. So kann ich aus Distanz meinen Blick gelassener auf Wesentliches richten. Vom Opfer der Umstände werde ich zur verantwortlichen Mitgestalterin des Lebens. Ich bin fast ein wenig stolz, dass ich in Zeiten der Angst und Unsicherheit einiges schaffen konnte, das...

  • 16.04.20

Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
Nicht dabei und doch nicht vergessen

Thomas, einer von den zwölf Aposteln, war nicht dabei, als Jesus kam. Diese Feststellung trifft am Weißen Sonntag das Evangelium. Warum war er nicht dabei? War es Säumigkeit? Nachlässigkeit? Ängstlichkeit? Hatte er das Interesse verloren? Jesus hatte ihm den Spitznamen „Zwilling“ gegeben. Andere haben ihn später einfach „ungläubiger Thomas“ genannt. Warum wohl? Nicht dabei sein, das kann auch Schicksal sein. Viele wären in den österlichen Tagen und danach gerne bei den Gottesdiensten in den...

  • 16.04.20

Positionen - Karl Veitschegger
Osterglaube

Ich mag ehrliche Atheisten. Dazu gehört die Schriftstellerin Simone de Beauvoir († 1986). Konsequent denkt sie ihren Unglauben zu Ende und gesteht in ihren Memoiren: „Manchmal ist mir der Gedanke, mich ins Nichts aufzulösen, genauso abscheulich wie früher. Voller Melancholie denke ich an all die Bücher, die ich gelesen, an all die Orte, die ich besucht habe, an das Wissen, das sich angehäuft hat und das nicht mehr da sein wird. Die ganze Musik, die ganze Malerei, die ganze Kultur, so viele...

  • 16.04.20

Leitartikel
Fake News von den rechten Narren

Im Internet wird wieder einmal gelogen dass sich die Balken biegen: „Sakramentenverbot“, „Verbot von Messen mit dem Volk“, Vorwürfe an die Bischöfe, dass sie das alles mittragen, geistern durch die Mails und Online-Foren. Mir fällt auf, dass hier Personen und Gruppen von konservativsten Rand der Kirche als Miesmacher und Druck Erzeuger am Werk sind. Wo sind die Sakramente verboten? Wenn ein Priester zu einem Sterbenden gerufen ist wird er im Normalfall hingehen. Und die Bischöfe haben exakt...

  • 15.04.20
Franz Josef Rupprecht
3 Bilder

Leitartikel
Das Passfoto Gottes

Wir werden uns schon daran gewöhnen, dass wir eine längere Zeit unsere Gesichter mit Masken bedecken werden müssen. Gerade jetzt wollte ich Ihnen auf unserer Titelseite ein Gesicht präsentieren, das Antlitz Jesu, wahrscheinlich das am meisten verbreitete Porträt der ganzen Welt. Mit diesem Motiv schließe ich an meine Betrachtung zu Weihnachten an und ich erinnere mich, dass ich einige von Ihnen mit meinen Gedanken zur Menschwerdung Gottes verstört habe. Den Christen des Altertums war die Figur...

  • 11.04.20

Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
Auch Osterhoffnung muss ansteckend sein

„Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?“ So lautete die bange Frage der Frauen, die am Ostermorgen zum Grab Jesu gingen. Bange Fragen begleiten das heurige Osterfest. Vor vielen Geschäften ist der Stein des Geschlossenseins. Zwischen lieben Menschen liegt der Stein des Nicht-Besuchen-Könnens. Arbeitslosigkeit oder Verdienstentgang lasten wie schwere Steine auf uns. Viele werden durch Krankheit wie von einem schweren Stein niedergedrückt. Anderen mag es jetzt so gehen wie den...

  • 09.04.20

Positionen - Monika Prettenthaler
Osteraugen

Die biblischen Erzählungen von den Begegnungen der Jüngerinnen und Jünger mit dem Auferstandenen zeigen ein Phänomen: Sie, die mit Jesus vorher unterwegs waren, erkennen ihn nicht. Sie glauben, dem Gärtner oder einem Fremden gegenüberzustehen. Erst auf den zweiten Blick, der ihnen die vertrauensvolle Beziehung, wertvolle Gemeinschaftserfahrungen und seine Friedensbotschaft für alle in Erinnerung ruft, erkennen die Freundinnen und Freunde den Auferstandenen. Wir Christinnen und Christen feiern...

  • 08.04.20

Mutworte - Elisabeth Kormann
Wüstenerfahrung

Die Zeit, die wir jetzt erleben, kann man vielleicht auch als „Wüstenerfahrung“ bezeichnen – die bewusste Reduktion auf das Wesentliche. Ein Lied von Albert Frey hat mich in dieser Fastenzeit inspiriert und begleitet. Im Text heißt es: „Ich hab‘ keine Lust zu beten. Können wir nicht einfach reden. Irgendwo … einfach so.“ Vielleicht auch eine Reduktion auf das Wesentliche. Beten, ohne viele Worte zu machen – sich mit offenen Händen und offenem Herzen dem zuwenden, der unser Leben in seinen...

  • 08.04.20

Offen gesagt - Heinz Finster
Das ganze Jahr über

Wie geht es eigentlich dem Sonntagsblatt in den Corona-Zeiten? Die letzten Wochen waren auch für uns eine Herausforderung. Trotz Widrigkeiten in Gestaltung, Produktion und Vertrieb war aber immer klar, wo wir zu sein haben – nämlich bei unseren Leserinnen und Lesern. Es stand nie zur Debatte, dass wir die Produktion des Sonntagsblatts unterbrechen oder den Umfang einschränken. Auch in den Pfarren wurden verantwortbare Formen gefunden, um das Sonntagsblatt zu verteilen. Allen Ermöglichern dafür...

  • 08.04.20

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ