Positionen - Karl Veitschegger
Katastophe oder Chance?

Als der heilige Karl Borromäus 1570 als zuständiger Bischof die Schweiz besuchte, stellte ihm der Pfarrer von Altdorf stolz seine acht Kinder vor. Das ist nur eines von vielen Beispielen dafür, dass sich der Priester-Zölibat in der Kirche nie ganz durchgesetzt hat, obwohl Päpste sich bemüht haben, ihn gesetzlich abzusichern, und bis heute viele engagierte Priester nach dem Vorbild Jesu glaubwürdig im Zölibat leben.
2019 hat nun die Amazonien-Synode mit großer Mehrheit Papst Franziskus gebeten, für priesterarme Gebiete am Amazonas auch Verheiratete zur Weihe zuzulassen. Kardinal Sarah bezeichnet dieses Ansinnen als „pastorale Katastrophe“. Auch andere Gruppen, vor allem in den USA, sehen in jeder „Aufweichung des Zölibates“ den Untergang der römisch-katholischen Tradition.
Verschwiegen wird dabei oft, dass schon Pius XII. († 1958) Verheiratete zur Priesterweihe zugelassen hat, nämlich konvertierte evangelische Pfarrer. Das ist seither gängige Praxis, wenn verheiratete Pastoren katholisch werden. Wenn es nun gut römisch ist, jemanden aus „persönlichen Gründen“ von der Zölibatspflicht zu befreien, kann eine solche Befreiung aufgrund großer pastoraler Not nicht un-katholisch sein. Freilich fürchten manche, das Amazonas-Beispiel könnte Schule machen – auch bei uns. Auszuschließen ist das nicht. Österreichs Bischöfe sagen zwar, dass wir keine Priesternot haben, aber das Kirchenvolk sieht das oft anders.
Braucht auch Österreich neue Wege? Welche Wege zeigt uns Gott? Was denken Sie?

Karl Veitschegger

Autor:

Ingrid Hohl aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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