Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Was für ein Gestank!

Unlängst lud ich mir Gäste ein. Und einer der Freunde war leider nicht „gut drauf“. Nachdem ihn die anderen schulterklopfend und wohl auch kopfschüttelnd zur Tür begleiteten hat er noch „einen fahren lassen“ so dass es im ganzen Haus gestunken hat! Verzeihen Sie, liebe LeserInnen, meine unverblümte Ausdrucksweise. Diese Geschichte ist zwar frei erfunden, sie entbehrt aber keineswegs der Ähnlichkeit mit jüngsten Ereignissen. Ich habe mit 15 Jahren, als ich noch ein Schüler war, begonnen,...

  • 02.06.20

Schlusspunkt von Józef Niewiadomski
Ottos offener Himmel

„Du armes kleines Pfarrerle, diese Hölle wirst du nicht aushalten“, dachte sich einer der in Dachau inhaftierten Priester beim Anblick des Neuankömmlings. Otto Neururers Durchmarsch durch die Hölle der Konzentrationslager Dachau und Buchenwald stellt ein einzigartiges Zeugnis für die Kraft des Guten dar. Mit Brutalität sondergleichen konfrontiert, fragte er immer wieder auf eine fast kindlich anmutende Art: „Ja, können die Menschen so schlecht sein?“ Einer seiner Mitbrüder staunte bloß über...

  • 28.05.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Botschaft in der Asche

Unsere Blicke waren wie versteinert. Vor uns lag eine verschweißte Büchse. In der Sakristei der Pfarrkirche Götzens waren wir zusammengekommen, um die Urne von Pfarrer Otto Neururer zu öffnen. Verbranntes und Verkohltes – was war noch übrig? Tief prägte sich in mir der Blick ein auf die angesengten Überreste eines Rosenkranzes. Als wäre es ein letzter Hinweis: „Wenn ihr wissen wollt, woran ich mich in finsteren Stunden festgehalten habe, dann war es diese Gebetsschnur…“ Eine verschlüsselte...

  • 28.05.20

Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
"Danke sehr herzlich vergnügt!"

Auf meinem Handy ist eine SMS vom 30. April gespeichert: „Danke sehr herzlich und vergnügt. jw.“ Dieser Dank von Bischof Johann Weber bezog sich auf ein Foto aus der Studentenzeit von ihm und seinem priesterlichen Weggefährten Leopold Städtler, das wir anlässlich hoher Geburtstage der beiden gebracht hatten. „Danke sehr herzlich und vergnügt.“ Das letzte Wort, das Bischof Weber an mich persönlich gerichtet hat. Sein Abschiedswort. Eine Zusammenfassung seiner Botschaft. Herzlichkeit und...

  • 27.05.20

Offen gesagt - Hanna Scheucher
Wieder in der Schule

Wie war die Zeit des Home-schooling, und wie ist es jetzt wieder in der Schule? Es war schon cool, so lange Zeit zu Hause zu sein. Gott sei Dank wohne ich mit meiner Familie in einem Haus mit großem Garten. Mit meiner Mama habe ich immer Zeiten ausgemacht, wann gelernt werden muss. Einiges habe ich mir auch selbst eingeteilt. Wenn das Wetter schön war, bin ich viel draußen gesessen und hab draußen gelernt, zum Beispiel die Englisch-Vokabeln. Meistens hat sich meine Katze dazugesetzt – und es...

  • 27.05.20

Positionen - Alois Strohmaier
Vom großen Glück der Nähe

Von „herzzerreißenden Szenen“ während der Corona-Krise erzählt Mustafa Salkovic, Hausleiter in einem Klosterneuburger Seniorenheim. Der „Kurier“ berichtete in Wort und Bild: Eine betagte Frau mit einem Sträußchen Tulpen im Arm steht vor dem mit Plexiglas abgesicherten Besucherraum. Durch das Glas hindurch sieht man ihren Gatten im Rollstuhl. Seit 60 Jahren sind die beiden verheiratet. Jeden Tag besucht die Frau ihren Mann, um dank der vom Haustechniker geschaffenen „Besucherschleuse“ ein...

  • 27.05.20

Mutworte - Christa Carina Kokol
Wer will denn schon geistlos sein?

Was ist in Krisenzeiten wichtiger: verantwortungsvoll zu handeln oder hoffend zu beten? Kurt Remele, Leiter des Institutes für Ethik und Gesellschafslehre an der Uni Graz, löste mit seiner „Außenansicht“ in der Kleinen Zeitung einige Diskussionen aus. Der Autor spricht religiöse Rituale an, die natürliche Begrenzungen nicht auf magische Weise aufheben. Als Beispiel nennt er Spitzensportler, die Gebete sprechen oder sich bekreuzigen, um den Sieg zu erringen. Ohne hartes Training und...

  • 27.05.20

Schlusspunkt von Józef Niewiadomski
Christi Himmelfahrt

Eine alte Legende weiß zu berichten, dass der liebe Herrgott nach der Erschaffung der Welt sich die Zeit für eine Audienz nahm. Er lud alle Tiere ein und fragte sie nach ihren Wünschen. Er fragte nicht nur, sondern erfüllte auch die Wünsche. Kaum hatten die Menschen die Sache mitbekommen, schon kamen die ersten Klagen. „Wie konnte er so etwas machen, ohne sich unsere Meinung anzuhören?“ Man beklagte die fehlende Transparenz und die totalitären Züge, die der Schöpfer bei seiner Weltregierung an...

  • 25.05.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Dürftiges Gedenken

Das Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs ist öffentlich sehr dürftig über die Bühne gegangen. Das ist umso bedauerlicher, als mit Blick auf diese Zeit Einsichten zu gewinnen sind, die wir dringend brauchen. Vorzeigecharakter hatte das Programm des ORF. Was da an gut aufbereiteten Sendungen zu sehen war… alle Achtung! Die Bilder lieferten ein Lehrstück, wozu Menschen fähig sind. Dabei kann einem angst und bange werden. Wie recht hat der einst in Innsbruck lehrende Jesuit und Philosoph...

  • 25.05.20

Mutworte - Anna Schreiber
Ein Symptom ist noch keine Diagnose

„In letzter Zeit bin ich manchmal richtig froh, wenn mein Mann morgens endlich aus dem Haus gegangen ist. Mich erschreckt das. Liebe ich ihn nicht mehr?“ Viele Frauen kennen das. Wenige sprechen darüber. Zunächst ereilt einen der Schrecken der Erkenntnis: Wenn er geht, geht es mir besser. Dann kommt meistens eine Verunsicherung dazu: Was bedeutet das? Und unversehens stellt sich noch Scham ein: Darf ich überhaupt so fühlen? Eine schwierige Mischung! Die gute Nachricht für Sie: Sich dieser...

  • 19.05.20

Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
Eine Flamme, die nicht erlischt

Manchmal ist es eine Geburtstagsüberraschung oder einfach ein Gag, wenn die Kerzen auf der Torte sich nicht ausblasen lassen. Das kann manch Überraschten auch verwirren. So wie mich eine Kerze, mit der ich beim ersten wieder größeren Sonntagsgottesdienst mit der Gemeinde unsere Osterkerze anzünden wollte. Da das Ewige Licht, von dem ich mittels einer schmalen Hilfskerze das Licht zur Osterkerze bringen wollte, schon tief drin im Gefäß brannte, habe ich vorher ausprobiert, ob das klappt. Dann...

  • 19.05.20

Offen gesagt - Herbert Handl
Kirchenmusik anders

Wie waren die letzten Wochen für Sie als Kirchenmusiker? Für mich persönlich waren sie nicht ganz schlimm, da ich mit meiner Familie in Thörl auf einem kleinen Bauernhof lebe. Dort habe ich auch eine Übe-Orgel, und in den letzten Wochen hatte ich viel Gelegenheit zu üben. Auch bin ich endlich dazugekommen, Noten zu sortieren – zu Hause wie auch in der Pfarre. Mein Dienst bei den Gottesdiensten war natürlich nicht möglich, und auch die Chorproben der Stadtpfarrkantorei und des Kinderchores sind...

  • 19.05.20

Positionen - Karl Veitschegger
Krise und Phantasie

Krisensituationen regen die Phantasie an. Und das ist zunächst einmal gut. Menschen entwickeln erstaunlich gute Ideen, um sich und anderen zu helfen, Not zu lindern, Krankheiten zu besiegen usw. Aber es gibt auch die dunkle Seite: Verschwörungsphantasien. Beim Brand Roms bezichtigte Nero die Christen, Feuer gelegt zu haben; in der Pestzeit beschuldigten Christen die Juden, Brunnen zu vergiften; am Anfang der Neuzeit verurteilten katholische und protestantische Richter Hexen als Ursache für...

  • 19.05.20

Heilsquelle

Nahe meiner Wohnung steht ein fast zweihundert Jahre alter Brunnen, den als Standbild die heilige Margareta von Antiochia mit dem Drachen schmückt; über den beiden Wasserauslässen liest man in den grauen Stein geschnitten das Wort Salus (Heil), welches sowohl das Versprechen der Quelle sowie die Hoffnung der davon Trinkenden ausdrückt. Zu Beginn der Corona-Krise hat eine Frau dort mehrere Kerzen aufstellt und selbstverfasste Gebete dazwischen gesteckt, und ich befürchtete, dass dieses kleine...

  • 19.05.20

Schlusspunkt von Jozef Niewiadomski
Erinnerung an Johannes Paul II.

Viele Menschen haben Gästebücher. Darin sind meistens Worte des Dankes zu finden. Unter Umständen kann man nach Jahren in einem Gästebuch eine kleine Sensation entdecken. So auch in diesem Fall: „Für Eure Gastfreundschaft, mit der wir auf unserer Durchreise nach Rom zum II. Vatikanischen Konzil im Bischöflichen Seminar aufgenommen wurden, danken wir vielmals. Wir erbitten für Euch alle himmlischen und irdischen Güter. Dasselbe sagen wir mit einem traditionellen Kürzel unserer polnischer...

  • 14.05.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Wertsteigerung

Es gibt sie, die Corona-Gewinner: zum Beispiel Firmen, die in den vergangenen Wochen um mehr als 1000 Prozent an Wert gewonnen haben. Und die Kirche? Ihre Aktien steigen, wenn sie glaubwürdig zeigt, wofür sie gut ist – für die Verbindung mit Gott und den Menschen. Der Zammer Drive in-Gottesdienst ist ein Beispiel dafür. Nicht weniger beeindruckend: In Pettneu haben Bauersleute jeden Tag in der Früh einen Betschemel vor die Sebastiani-Kapelle gestellt und abends wieder verräumt. Ob im Auto oder...

  • 14.05.20

Mutworte - Christa Carina Kokol
Wie liebt mich Gott?

Die Frage, wie Gott ihn liebt, bewegt den aus Damaskus stammenden Schriftsteller Omar Khir Alanem seit frühen Jugendtagen. Seine Mutter, so erzählt er, gab ihm einst eine bildhafte Antwort auf das, was in Zeit und Raum unsagbar ist: „Wenn Gott dich liebt, lässt er auch zu, dass die Menschen dich lieben“. Und auf seine dringliche Nachfrage: „Und wie?“, strich sie ihm liebevoll übers Haar: „Indem du die Menschen liebst.“ Wenn ich in heutiger Zeit vielen begegne, die im öffentlichen Raum...

  • 13.05.20

Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
Begegnung in der U-Bahn

Der seinerzeitige französische Außenminister Robert Schumann trat einmal in der Metro einer Dame unabsichtlich auf den Fuß. Diese fuhr ihn barsch an, warum er nicht besser aufpasse. Dann schaute sie auf, und als sie sein Gesicht sah, entschuldigte sie sich zerknirscht und meinte: Verzeihen Sie meine rüde Ausdrucksweise, aber ich habe geglaubt, es ist mein Mann. Robert Schumann gehört zu den Gründervätern der Europäischen Union, deren erster Vorläufer, die Montanunion, vor 70 Jahren gegründet...

  • 13.05.20

Offen gesagt - Heimo Kaindl
Corona-Kirchenpflege

Was ist bei der Kirchenpflege in Zeiten von Corona zu beachten? Eines vorweg: Niemand muss Angst davor haben, eine Kirche zu betreten. Die Mesnerinnen und Mesner und alle, die sich um die Kirchen kümmern, werden von uns gut informiert, wie sie auch in diesen Zeiten unsere Kirchen hygienisch halten. Rechtzeitig sollen außerdem alle Pfarren mit Hygienematerial versorgt werden, damit sie im Eingangsbereich der Kirchen Desinfektionsmittel für die BesucherInnen zur Verfügung stellen können. Denn...

  • 13.05.20

Positionen - Monika Prettenthaler
2.0-Erkenntnisse

Erkenntnis gewinnen wir aus der Verarbeitung von Erfahrungen – das braucht Zeit. Meine Nichte im Gartengespräch: „So oft wie heuer zu Ostern war ich schon lange nicht mehr in der Kirche.“ Nein, sie hat sich nicht in die Stille der Kirche gesetzt und gebetet, sondern von den österlichen Gottesdiensten zu Hause erzählt. Sie weiß, dass auch Familie Kirche ist. – Ein Schüler schickt während des Fernlehre-Religionsunterrichts Fotos und beschreibt, wie er gemeinsam mit Mutter und Cousins die...

  • 13.05.20

...und bleib gesund

Politiker und Freunde sagen es und auch mir ist es vielleicht schon einmal herausgerutscht: das derzeit allgegenwärtige „Bleiben Sie gesund“. Und doch habe ich ein Unbehagen, wenn ich es höre. Kann ich denn jemanden auffordern gesund zu bleiben? Schuster, bleib bei deinem Leisten: Da liegt es am Schuster, ob er meinem Rat folgt. Treu sein, beieinander bleiben: Da liegt es an mir, wie ich mich entscheide. Christian Haidinger, der Altabt von Altenburg, erzählt in seinen Lebenserinnerungen, wie...

  • 11.05.20

Sicht- und unsichtbare Masken

„Der Mai ist gekommen“, so beginnt das Frühlingsgedicht von Emanuel Geibel aus 1841. Und weiter heißt es „da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zuhaus...“ Nun wir schreiben Mai 2020, haben zwar keine Lust an diesen herrlichen Frühsommertagen zu Hause zu bleiben, aber wir müssen. Die Parole „Abstand halten“, akzeptieren die meisten Menschen auch. Gegen die Maskenpflicht in Geschäften und Verkehrsmitteln haben dagegen manche Bedenken. Sie möchten das Gesicht des Nächsten sehen, dessen Gefühle...

  • 09.05.20

Corona-Sprache

In der Corona-Krise haben wir unseren Wortschatz enorm aufgestockt. Eine neue Terminologie hat sich entwickelt. Zum Verstehen der oft bizarren neuen Ausdrücke reichen Sprachkenntnisse allein nicht mehr aus. Man muss richtig interpretieren können. Denn so manche Wortschöpfung ist verdammt zweideutig. Den Ausdruck Risikogruppe führen Experten und Laien dauernd im Munde. Anfangs wurde ich von älteren Menschen gefragt, was denn damit eigentlich gemeint sei: Gefährde ich die Jungen oder bin ich...

  • 09.05.20

Schlusspunkt von Józef Niewiadomski
Ein vergessenes Vorbild

„Lass mich bitte noch einen retten!“ Dieses „Stoßgebet“ wiederholte der Soldat immer und immer wieder. Mitten auf dem Schlachtfeld, auf dem unzählige Tote und Verletzte lagen, vom Sperrfeuer mehr bedroht denn geschützt, konnte der einsame Retter in einer einzigen Nacht 75 Verwundete einsammeln und sie eine steile Felswand hinunter abseilen. Der seinen Glauben ernstnehmende Sieben-Tage-Adventist Desmond Doss meldete sich im Zweiten Weltkrieg zur US-Armee, obwohl er sich weigerte, die Waffe auch...

  • 06.05.20

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