Texte zum Sonntag

Beiträge zur Rubrik Texte zum Sonntag

20. Sonntag im Jahreskreis | 16.08.2020
Meditation

Der Katzenstreu-Blues Ein Blick in den Geschirrspüler zeigt mir, dass dieser auch schon wieder aufs Ausgeräumtwerden wartet. Im Badezimmer piepst sich die Waschmaschine um den Verstand. „Ich habe fertig! Räum mich endlich aus!“ gibt mir das Gepiepse zu verstehen. Ich eile diensteifrig von Geschirrkorb zu Wäschekorb und von dort weiter zur Leine. Als alles hängt und das frische Geschirr verstaut ist, fällt mein Blick auf die Spüle, wo schon dreckiges Geschirr aufs Eingeräumtwerden wartet. Also...

  • 12.08.20

Wort zum Sonntag von H. Mag. Ulrich Dambeck
Jesus lässt sich bekehren

Eine alte Lebensweisheit sagt: Salz kannst du nicht salzen, Schmalz kannst du nicht schmalzen, einen Lehrer nicht belehren, einen Pfarrer nicht bekehren. Was die Lehrer betrifft, kann ich das bestätigen, ich durfte ja einige Jahre lang fast täglich Führungen in meinem Heimatstift Reichersberg halten und muss sagen, die wirklich unangenehmsten Führungen waren die von Lehrerausflügen. Lehrer tun sich nämlich schwer, einmal auf der anderen Seite zu stehen und auf einmal ruhig sein und aufpassen zu...

  • 12.08.20
Foto: kiz/nie
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Wort zum Sonntag
Veränderung zulassen

Mit Bewunderung verfolge ich das Verhandlungsgeschick der namenlosen Frau im heutigen Evangelium. Sie, die ausländische Frau, die Heidin, hat offensichtlich von Jesus gehört. Sie spricht ihn nämlich als Sohn Davids an und sie ist überzeugt, dass er ihr helfen kann. Beharrlich und mutig treibt sie ihr Anliegen voran und setzt Jesu ablehnender Haltung immer wieder ein Argument entgegen. Angelpunkt ist dabei die Wendung: ja, aber. Ja, du hast recht, aber – das kann alles durcheinanderbringen....

  • 12.08.20

Gedanken zum Evangelium: 19. Sonntag im Jahreskreis
Versuch es wenigstens

Matthäus 14, 22–33 Von Jesu Gang auf dem See sprechen auch Markus oder Johannes. Die Episode mit Petrus kommt nur im Matthäusevangelium vor. Mir gefällt die Erzählung aber gerade wegen Petrus. Petrus ist für mich ein Vorbild-Ersatz. Nicht so unerreichbar wie das Vorbild Jesus. Und doch besonders. Er ist nicht perfekt, aber bemüht sich. Er ist nicht vollkommen, aber versucht es wenigstens. Ich bin kein besonders mutiger Mensch. Waghalsige Dinge wie Bungee Jumping, Klettergärten etc. muss ich...

  • 07.08.20

19. Sonntag im Jahreskreis | 09.08.2020
Kommentar

Sie Sehnsucht wecken Das Corona-Virus hat auch hier zugeschlagen: Der feierliche Start der Seelsorgeräume in unserer Diözese wird sich in vielen Fällen verschieben. Trotzdem wird in vielen Planungsgruppen und Denkwerkstätten eifrig an der konkreten pastoralen Ausrichtung gefeilt. Es ist ein Aufbruch zu neuen Ufern. Was braucht es dafür? Wer ein Schiff bauen will – sagte Antoine de Saint-Exupéry –, der soll nicht bloß Material bereitstellen und die Arbeit organisieren, sondern vor allem in den...

  • 05.08.20

19. Sonntag im Jahreskreis | 09.08.2020
Meditation

Wahrhaftig suchen Hören wir nicht oft, auch von christlicher Seite, der Mensch sei zu einer echten Gotteserfahrung, zum Erleben der Transzendenz nicht mehr fähig? Wie rasch ist man philosophisch, theologisch oder psychologisch der Auffassung, diese Erfahrungen gehörten in den Bereich des Mythos. Nach Ansicht des Theologen Josef Ratzinger (später Papst Benedikt XVI., Anm.) sind solche Urteile übereilt und können leicht durch glaubwürdige Zeugnisse vieler Männer und Frauen widerlegt werden. Der...

  • 05.08.20

Wort zum Sonntag von Josef A. Steidl
Fester Halt im stärksten Sturm

Seit Anfang des neuen Jahrtausends leben wir in bewegten Zeiten. Doch was derzeit auf uns einstürmt, ist mehr als das übliche politische Hin und Her. Im Moment zeigen sich Szenarien, die ans „Eingemachte“ gehen. Die Weltpolitik und die Weltwirtschaft operieren einmal mehr mit Geldmengen im Bereich von Milliarden und Billiarden; Summen, die ein Normalsterblicher sich nicht vorstellen kann. Erst vor wenigen Jahren war vom möglichen Bankrott ganzer Staatswirtschaften die Rede, nun hat die...

  • 05.08.20
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Wort zum Sonntag von P. Milo Ambros
„… und alle aßen und wurden satt“

Auf, ihr Durstigen, kommt zum Wasser! Auch wer kein Geld hat, soll kommen! – Kauft Getreide ohne Geld! Kauft Wein und Milch ohne Bezahlung.“ So hören wir in der ersten Lesung die Worte des Propheten aus dem Alten Testament. Sie muten uns zunächst wie ein Hohn an, da wir aus der Presse, gerade in den letzten Tagen, immer wieder hören: „Wegen Corona droht Hungerkatastrophe. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen teilt mit: Weltweit 270 Millionen Hungernde – das wäre ein Anstieg von 82...

  • 05.08.20
Premium

Wort zum Sonntag von P. Milo Ambros
Christophorus oder wofür es sich zu leben lohnt

In der ersten Lesung wird uns vor Augen geführt, dass ein Politiker (König Salomo, 10. Jhdt. v. Chr.) seltsamerweise nicht um langes Leben, Reichtum oder Tod der Gegner bat, sondern um Einsicht. Salomo ist dann auch als der weise König in die Geschichte eingegangen. Jesus spricht im Evangelium dieses Sonntags nicht von Politikern oder Staatenlenkern, sondern von einfachen Menschen. Der erste ist ein kleiner Knecht, dessen Pflugschar beim Ackern knirscht. Als er nachschaut, bemerkt er, dass in...

  • 05.08.20

Gedanken zum Evangelium: 18. Sonntag im Jahreskreis
Nahrung für Leib und Seele

Matthäus 14, 13–21 Eine der großen Fragen, auch im 21. Jahrhundert, ist: Wie kann man den Hunger und die Armut in der Welt beenden? Viele Generationen haben sich schon Gedanken darüber gemacht, Vorschläge unterbreitet, Initiativen gestartet, und trotzdem: Die Zahl der Menschen, die hungern und Not leiden, wird nicht geringer. Warum greift Gott da nicht ein, wie es Jesus damals mit den Broten und den Fischen getan hat? In der Zeit, in der ich in Ghana arbeitete, hätte ich mir des Öfteren eine...

  • 31.07.20

18. Sonntag im Jahreskreis | 02.08.2020
Kommentar

Das Gute vermehrt sich im Tun „Politik ist die Kunst des Möglichen.“ Diesen Ausspruch Otto von Bismarcks hat mein Geschichtelehrer im Gymnasium oft zitiert. Demnach wäre das, was bei der wunderbaren Speisung geschieht, ein zutiefst politisches Handeln. Jesus beherrscht die Kunst, das Mögliche, auch wenn es noch so wenig erscheint, voll und ganz auszuschöpfen. Er verwandelt ein Defizit in einen Überschuss. Davon träumt jeder Politiker. Wie geht Jesus dabei vor? Es ist eine Frage der Entscheidung...

  • 29.07.20

18. Sonntag im Jahreskreis | 02.08.2020
Meditation

Himmlischer Puppenspieler Eine Schülerin stellt die Frage: „Frau Lehrerin, warum gibt es so viel Böses und Trauriges in der Welt, wenn Gott uns doch lieb hat?“ Ein reges Lehrer-Schüler-Gespräch entsteht, das sich mit der Thematik auseinandersetzt, wobei die Kinder interessiert „mitdiskutieren“: „Gott hat das Böse nicht gemacht!“ „Wir machen es uns selbst, wenn wir gierig, grob und garstig sind.“ „Kann das der liebe Gott denn nicht verhindern?“ Die Kinder sind uneins. „Ja, kann er schon.“ „Nein,...

  • 29.07.20

17. Sonntag im Jahreskreis 26.07.2020
Kommentar

Glück haben oder Glück finden | Einem Mann begegnet eine Fee und verspricht, ihm drei Wünsche zu erfüllen … So beginnen viele Witze, die ihre Pointe darin finden, dass der Beglückte aus Dummheit, Gedankenlosigkeit oder Gier am Ende wieder mit leeren Händen dasteht. Der junge König Salomo tappt nicht in diese Falle. Als Gott ihm die Erfüllung einer Bitte verspricht, nimmt er zunächst seine große Verantwortung und seine eigenen begrenzten Fähigkeiten in den Blick. Er bittet um ein hörendes Herz....

  • 23.07.20

17. Sonntag im Jahreskreis 26.07.2020
Meditation

Das eigene Leben lesen Du bist der Schöpfer, ich bin dein Geschöpf, es ist nicht meines Amtes, Dich verstehen zu wollen; Du hast mich in diesen ledernen Sack gesteckt und mich auf die Erde geschickt, damit ich hier mein Werk verrichte, und so krieche ich denn auf der Erde und mühe mich ab. Ob ich auch manchmal wissen möchte, warum alles so wunderlich erschaffen ist, so will ich doch nicht die Rolle des müßigen Sklaven spielen und mit Dir über alles rechten. Ich will Dir einfach gehorsam sein...

  • 23.07.20

Gedanken zum Evangelium: 17. Sonntag im Jahreskreis
Die Verpackung kann täuschen

Matthäus 13, 44–52 Entdeckt! Den Schatz und die Schönheit. Die unbändige Kraft des Evangeliums ist spürbar. Für das Entdeckte alles andere loslassen. Anziehend, ermutigend, erstrebenswert leuchtet sie uns entgegen. Die klare Entscheidung für Jesus, für das Himmelreich, für ein Leben in Fülle. Und daneben mein bruchstückhaftes (Er-)Leben. Oft mache ich es in meinem Alltag wie bei einem Geschenk. Ich lasse mich von der Verpackung täuschen. Glänzend, bunt, mit Schleifen verziert – das nehme ich...

  • 22.07.20
Es ist wichtig, Fehler ansprechen zu können, konkrete Vereinbarungen zu treffen und klare Grenzen zu ziehen, wo ein Verhalten nicht akzeptabel ist.  | Foto: pixabay
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Gedanken zum Evangelium: 16. Sonntag im Jahreskreis
Fehler sind menschlich

Matthäus 13, 24–43 Inmitten aller Widerstände und Hindernisse sieht Jesus die Ressourcen: das Reich Gottes wächst. Wir können uns diese Haltung für uns selber und für unsere Gemeinden aneignen und daraus eine reflektierte, fehlerfreundliche Kultur entwickeln. Wenn ich am Sonntag­vormittag zum Gottesdienst im Weinviertel unterwegs bin, genieße ich in den Wochen vor der Ernte den Anblick der goldgelben Felder. Die Menschen zur Zeit Jesu haben das etwas anders erlebt. Die Felder waren wesentlich...

  • 16.07.20

16. Sonntag im Jahreskreis | 19.07.2020
Kommentar

Das Freund-Feind-Schema aufbrechen Gut gemeint ist bekanntlich das Gegenteil von gut. Wie oft passiert es, dass ich etwas mit bester Absicht in Angriff nehme, und am Ende kommt nichts Gutes dabei heraus, oder ich füge jemand anderem Schaden zu. Es schleicht sich von irgendwoher eine destruktive Energie ein, die bewirkt, dass wir nicht den Himmel auf Erden haben – obwohl das doch alle aus tiefstem Herzen wünschen –, sondern uns das Leben zur Hölle machen. Woher kommt das, und wie können wir...

  • 15.07.20

16. Sonntag im Jahreskreis | 19.07.2020
Meditation

In Gedanken am Meer Heuer wird‘s wohl nichts mit dem Meer und mir. Die Reiseeinschränkungen wegen des Corona-Virus haben meinen Urlaubsplänen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Geteiltes Leid ist halbes Leid – es geht schließlich vielen so. Aber es muss ja nicht die Karibik oder eine kroatische Insel sein, damit ich mich erholen und entspannen kann. Das geht auch in Österreich, in den Bergen, an einem See oder im eigenen Garten wunderbar. Doch eines kann mir keine Ruheoase und kein...

  • 15.07.20

Wort zum Sonntag von Dechant P. Georg Haumer OSB
Gottes Geduld mit uns Menschen

Was tun mit dem vielen Unkraut?“ „Wie es bekämpfen?“ So hört man jedes Jahr die leidgeprüften Gartenfreunde reden. Auch Schädlinge wie die Schnecken oder der Borkenkäfer können einem die Freude an der Natur verderben. Ganze Industriezweige bieten über die althergebrachten Hausmittel hinaus Möglichkeiten an, dieser unliebsamen Realität in Fauna und Flora Herr zu werden. Das Bild vom ideal gepflegten Garten oder vom kraftstrotzenden Wald wird immer wieder von kleinen und großen Katastrophen...

  • 15.07.20

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