Wort zum Sonntag von Josef A. Steidl
Fester Halt im stärksten Sturm

„Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“ Bild: Petrus auf den Fluten (2. Hälfte des 18. Jahrhunderts) in der Pfarrkirche Imbach.
  • „Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“ Bild: Petrus auf den Fluten (2. Hälfte des 18. Jahrhunderts) in der Pfarrkirche Imbach.
  • Foto: Leopold Schlager
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Seit Anfang des neuen Jahrtausends leben wir in bewegten Zeiten. Doch was derzeit auf uns einstürmt, ist mehr als das übliche politische Hin und Her. Im Moment zeigen sich Szenarien, die ans „Eingemachte“ gehen. Die Weltpolitik und die Weltwirtschaft operieren einmal mehr mit Geldmengen im Bereich von Milliarden und Billiarden; Summen, die ein Normalsterblicher sich nicht vorstellen kann. Erst vor wenigen Jahren war vom möglichen Bankrott ganzer Staatswirtschaften die Rede, nun hat die Corona-Pandemie einen bisher unbekannten Einbruch der Wirtschaft zur Folge – mit Auswirkungen, die ein Großteil der Menschen unmittelbar zu spüren bekommt.

Der Blick in die Zukunft bringt weitere Droh­szenarien: Wie soll künftig der Hunger nach Energie, Rohstoffen und Nahrungsmitteln gestillt werden? Die Gefahren der Atomkraft, des Klimawandels, des Bevölkerungswachstums, des Raubbaus der Ressourcen – wie aktuell, wie dringend, wie unabwendbar sind sie? Und bringt die Forschung die Rettung? Auf jeden Fall bringt sie neue Beunruhigungen: Die Präimplantationsdiagnostik beispielsweise steht einerseits für Linderung und Verhinderung von Leid; andererseits zeigt sie einen Umgang mit dem menschlichen Leben, der Grenzen überschreitet und an die Wurzeln des Mensch­seins und der Menschenwürde reicht.

Man könnte mit Leichtigkeit eine ganze Reihe grundlegender Bedrohungen auflisten, alle hätten sie Gemeinsamkeiten: Es lauern große Gefahren. Die Fachleute und auch die Verantwortlichen widersprechen einander. Je nach Lager, Ideologie oder Bauchgefühl sind die einen dafür, die anderen genau dagegen.
Ratlos steht der Bürger daneben. Welches die existenziellen Folgen für ihn sein können, kann er nur ansatzweise ahnen oder fürchten. Seinen Weg in diesem Wust von Nachrichten und Botschaften, Standpunkten und Möglichkeiten zu finden, scheint schier unmöglich. Und dann sind da noch die Unwägbarkeiten im Privaten: Hat die Beziehung bestand, bleibt der Arbeitsplatz erhalten, bleibt man gesund?

Die Geschichte aus dem Evangelium bietet einen provozierenden Impuls: Die Jünger befinden sich in einem Sturm, in einer gefährlichen Situation, in der sie nicht weiter kommen, „denn sie hatten Gegenwind“. Den herankommenden Jesus erkennen sie in ihrer Angst nicht, sie haben ihn nicht auf ihrer Rechnung, was ihre Panik noch steigert. Seine beruhigenden Worte und die Ermunterung, Vertrauen zu haben, erkennt nur Petrus. Er ist nach einer konkreten Aufforderung bereit, auf Jesus über das Wasser zuzugehen. Aber der Sturm raubt ihm alle Sicherheit, und er beginnt „unterzugehen“. Jesus ergreift seine Hand und tadelt ihn wegen seiner Kleingläubigkeit und Zweifel.

Sind wir in dem Sturm der alltäglichen Prob­leme und Unsicherheiten, der uns umgibt, nicht auch wie Pet­rus und die Jünger? Sind wir nicht auch ohne Vertrauen und ebenso Kleingläubige? Haben wir nicht in Jesus Christus und in seiner frohen Botschaft der Liebe eine unüberbietbare Basis für unsere Existenz? Die Schöpfung, ein Geschenk Gottes, ist „gut“, so sagt es der erste Schöpfungsbericht.

Fehlendes Gottvertrauen – mangelnde Glaubenspraxis

Und wir haben die Verantwortung dafür, weil wir Ebenbild Gottes sind, ausgestattet mit Vernunft, Einsicht und Gewissen. In unserem modernen Lebensentwurf haben wir uns weit von dieser guten Botschaft und dieser guten Basis entfernt. Deswegen erschrecken wir, wenn der Glaube und die Kirche von uns Rückbesinnung und ein konsequent verantwortliches Leben und Han­deln fordern. Es fehlt am Vertrauen an Gott und an der Bereitschaft, den Glauben an Gott in die Praxis umzusetzen.

Lassen wir uns von dieser Geschichte aus dem Evangelium anregen: Gott reicht uns in seinem Sohn immer die Hand, denn er will unser Heil. Deshalb dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott gerade in den Stürmen unseres Lebens bei uns ist. Josef A. Steidl (KNA)

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Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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