Erzählung

Beiträge zum Thema Erzählung

Bewusst leben & Alltag

Erzählung
Die Jagdsaison hat begonnen

Dabei geht es nicht um die Großwild-, Rotwild-, Niederwild- oder Entenjagd, vielmehr werden jährlich viele Menschen von einem regelrechten Jagdfieber nach den braunen Hüten mit den dicken Stängeln befallen. Wer einmal mit diesem Virus infiziert wurde, dem ist der jährliche Ausbruch des Jagdfiebers sicher. Es ist nicht leicht, zur rechten Zeit am richtigen Ort zu sein und das möglichst allein. Wenn ich verdächtiges Knistern und Rascheln höre, verhalte ich mich mäuschenstill, um den...

  • 08.07.20
Bewusst leben & Alltag

Erzählung
Nicht Sieger und Besiegte

Mein Urgroßvater war gegen Ende des Krieges längst über fünfzig und nicht im Fronteinsatz. Er bewirtschaftete mit seiner Familie einen kleinen Bauernhof. Drei Töchter waren ihm geboren worden und ein Sohn. Letzterer war inzwischen zum Kriegsdienst verpflichtet worden. Zudem hatte er einen französischen Landarbeiter zugewiesen bekommen: Der Mann erwies sich als brauchbar am Hof und auf dem Feld. Stammte der junge Familienvater doch selbst von einer Landwirtschaft. Gewiss hätte er lieber die...

  • 27.05.20
Bewusst leben & Alltag

Erzählung
Erinnerung an April 1945

Nachdem der gefürchtete Front­durchgang vorüber, das Schießgetöse von Artillerie, Stalinorgel, Panzerfäusten und was weiß ich noch alles sich in der Ferne verlor, trauten wir uns wieder aus den Kellern. Wir siedelten wieder zurück in unsere Häuser. Meine schier in allen Belangen unerschrockene Groß­mutter, damals 74 Jahre alt, war ja überhaupt nicht in den Keller gezogen. „Kimmt wosderwöll“, so ihre Rede, „aus unsarn Haus geh’ ih net ausse!“ „Aber Großmutter“, hatten wir zu bedenken gegeben,...

  • 15.04.20
Bewusst leben & Alltag

Erzählung
Neues Leben

Während der auferlegten Muße­zeit jetzt, die mir im Wechsel von Drinnen und Draußen zuzubringen gegönnt ist, bin ich ein bisschen zur Beobachterin von (scheinbar) Unscheinbarem geworden. Eine tote Grille vorm Grillenloch, abgelegt am Hang der „Weingartgstettn“, wo ich gehe, ist ja noch kein Zeichen von Aufbruch oder Leben. Oder doch? Die Grillen jedenfalls schaffen schon Ordnung nach dem Winter und der kleine runde Eingangs-„Spund“, wo sie sich sonnen, das Erdloch, ist frisch gerundet und...

  • 10.04.20
Bewusst leben & Alltag Premium
Wollen spinnen war eine Winterarbeit.

Erzählung
Im Winter dann

Die Kaffeemaschine spinnt schon seit Monaten. Manchmal mahlt sie ohne Bohnen. Manchmal gibt sie gar nichts her. Repariert wird sie „im Winter dann“. Die Bilder liegen schon lange bereit. Zum Aufhängen genau über dem Stiegenaufgang. Da muss man wahrscheinlich einen Pfosten auflegen. Die Leiter alleine reicht nicht. Das machen wir am besten „im Winter dann“. Die Werkstatt ist ein Ort der wahren Kreativen. Man findet Werkzeug nach Monaten an Orten, an denen man sie nie und nimmer vermutet hätte....

  • 04.03.20
Bewusst leben & Alltag Premium
"Das Abendessen" – Erzählung von Karin Sieder

Erzählung
Das Abendessen

Endlich kehrt der Frühling ein! Die Vögel zwitschern. Die Frühlingsblüher kämpfen sich durch die harte Erdkruste. Sorgfältig recht er das letzte Laub des Winters zusammen. Sammelt einige dürre, abgefallene Äste ein. Die Sonne scheint warm und kräftig und weckt die Lebensgeis­ter. Der Apfelbaum hat in diesem Jahr ganz viele Blüten angesetzt. Darüber wird sich seine Maria am meis­ten freuen. Bald ist Jausenzeit. Er klopft die Gartengeräte ab und räumt sie sorgfältig in den Schuppen hinterm Haus....

  • 26.02.20
Gesellschaft & Soziales Premium

Erzählung von Margret Pfaffenbichler
Beim Zahnarzt, 1941

Früher gingen die Leute nicht „leichtsinnig“ und schnell zum Doktor. Im Jahr 1941, ich war damals schon Schulmädchen, hatte ich einen eitrigen Zahn, und ich hatte schon länger Beschwerden, eine geschwollene Wange und Schmerzen. Als das Salbei-Gurgeln und das „Mäultüachl-Umbindn“ nicht mehr halfen und Hilfe von außen unumgänglich wurde, fassten meine Eltern den Entschluss, mit mir den Zahnarzt aufzusuchen. Also zogen wir dahin, ich brav an der Seite meiner Mutter, die sieben Kilometer lange...

  • 23.01.20
Bewusst leben & Alltag Premium

Erzählung von Renate Dopatka
Ein paar Farbtupfer

Mit hochgeschobener Brille blickt Erich auf den Küchenkalender. Buchstaben und Zahlen sind groß und fett gedruckt, sodass jeder Wochentag mit bloßem Auge zu erkennen ist. Ein ganzer langer Monat breitet sich da vor ihm aus. Dreißig einzelne Tage mit jeweils einer freien Spalte dahinter, in die wichtige Termine eingetragen werden können. Bis jetzt steht lediglich in zwei Spalten etwas notiert: Am Fünfzehnten muss er mit dem Auto zur Inspektion, und am Fünfundzwanzigsten, ja, da feiert Wolfgang,...

  • 22.01.20
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