75 Jahre "Kirche bunt"
Unsere Fortsetzungsromane

"Unser" Autor Willi Wegner besuchte gemeinsam mit seiner Frau die Redaktion von "Kirche bunt".
  • "Unser" Autor Willi Wegner besuchte gemeinsam mit seiner Frau die Redaktion von "Kirche bunt".
  • Foto: Leopold Schlager
  • hochgeladen von Patricia Harant-Schagerl

Auch das ist ein bewegtes Stück „Kirche bunt“: die lange Reihe der Geschichten und Fortsetzungsromane, die Leserinnen und Lesern oft bis heute in Erinnerung geblieben sind. Neben bekannten Namen wie Gertrud Fussenegger, Peter Rosegger, Luise Rinser und Käthe Recheis finden sich andere, die über ihren Lebenskreis hinaus auch kaum größere Bedeutung erlangten. Unter diesen sind etwa der in Lichtenau bei Gföhl aufgewachsene Autor Wilhelm Szabo („Zwielicht der Kindheit“) und Franz Braumann, Autor von Kinder-, Jugend- und Abenteuerliteratur, zu erwähnen („Wiedersehen mit Johanna“). Große Beachtung fanden stets zeitgeschichtliche Serien wie die Lebens­erinnerungen von Bischof Reinhold Stecher und Manfred Wieningers Roman über das Schicksal jüdischer Zwangsarbeiter aus Ungarn „223 oder Das Faustpfand“.
Viele schickten ihre Manuskripte und Geschichten an die Redaktion in der Hoffnung auf Veröffentlichung und ein kleines Honorar. Auch Agenturen verbreiteten Textbeiträge zu unterschiedlichen Themen. Nicht alles konnte Verwendung finden. In vordigitalen Zeiten gehörte zu jedem Schreibtisch ein solider Papierkorb. Manchmal war aber allein schon der Absender eine knisternde Verheißung – etwa wenn dort „Theodor Weißenborn“ zu lesen stand. Schien die rare Zunft dieser feuilletonistischen Kleinkunst schon fast auszusterben, so treibt sie heute wieder viele, teilweise auch skurrile Blüten.
Einige Autoren pflegten „ihre“ Redaktionen auch selbst zu besuchen. „Eine Geschichte von Willi Wegner“ stand stets unter dem Titel der Geschichten dieses humorig-kauzigen Mannes mit verschmitztem Lächeln. Der Verfasser zahlreicher Kriminalgeschichten war noch vor knapp zwei Jahrzehnten mit seiner Frau zu Besuch in der „Kirche bunt“-Redaktion in St. Pölten und verriet dabei auch das Rezept für seine schriftstellerische Tätigkeit: Er baue sich für jede Geschichte eine eigene Welt mit vielen Details und lebe geistig darin, bis er sein Werk vollendet habe.
Einblick in ihre je eigene Lebenswelt gaben und geben auch die markanten Kurzgeschichten von Margarete Thill, Margret Pfaffenbichler oder Kurt Neumeyr, um nur einige unserer liebenswerten, fast stets im Verborgenen arbeitenden Mitarbeiter/innen vor den Vorhang zu holen.
Leopold Schlager

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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